Archiv 2017

Quatsch mit Sprache

Gruppenfoto mit Schullogo: Kirsten Mbohwa-Pagels (Goethe-Institut Johannesburg), Jan Schumann (Fachleitung Deutsch), Jan Mattenheimer, Fabian von Wegen, Jürgen Boese, Mitch Miller (v.l.n.r.)
Das Quartett „Wortspiel“ war am 18. April zu Gast an der Deutschen Internationalen Schule Kapstadt: Vier junge Männer machen Quatsch mit Sprache und stecken eine ganze Schule damit an. Ist das pädagogisch wertvoll?


Ein eindeutiges „Ja“ erschallt aus den Kehlen der Schülerinnen und Schüler der Deutschen Internationalen Schule Kapstadt, die an drei Workshops des Quartetts „Wortspiel“ teilgenommen haben. Sowohl Muttersprachlerinnen und Muttersprachler als auch Deutsch-als-Fremdsprache-(DaF)-Lernende der Jahrgänge neun bis zwölf konnten sich im Song-Writing, im Poetry-Slamming und im Impro-Theater ausprobieren.

„Wortspiel“ ist ein künstlerisch-pädagogisches Kreativkonzept für den Deutschunterricht. Es stellt eine Mischung dreier Genres dar, in denen die vier Akteure Mitch Miller, Slam-Poet und Autor, Fabian von Wegen, Songwriter, sowie Jürgen Boese und Jan Mattenheimer vom Improtheater „zwölf Meter Hase“ einzeln und in Kombination die deutsche Sprache theatral, poetisch und musikalisch-textlich in Szene setzen.

Gelächter und rauchende Köpfe

Wenn man als Beobachter in die Workshops hineinschnupperte, hörte man viel Gelächter, sah Bands proben und ahnte den Rauch aus den Köpfen steigen. Dabei fiel gar nicht auf, wer schon von klein auf die deutsche Sprache spricht oder sie erst später gelernt hat. Alle machten mit und brachten sich mit ihren kreativen Ideen ein. Es gelang den Vieren von „Wortspiel“, die Schülerinnen und Schüler immer wieder zu motivieren, sich auch in überraschenden Situationen zu bewähren und mit anscheinend verrückten Ideen auseinanderzusetzen.

Auch wenn den Jugendlichen hin und wieder mal ein englisches Wort herausrutschte, stand die deutsche Sprache musikalisch-textlich, poetisch und theatral im Mittelpunkt. Wenn einem Jugendlichen das richtige Wort nicht einfiel, dann wurden auch schon mal die Hände und Füße benutzt, um sich auszudrücken. „Und es machte allen Beteiligten riesengroßen Spaß zu experimentieren, sich Blödsinn auszudenken oder einfach tiefe Empfindungen auszudrücken“, heißt es seitens der Schule.

Am Abend zeigte sich die Freude der vier Akteure am Spielen mit der deutschen Sprache am eindrücklichsten in ihrer „Wortspiel-Show“. „Besinnliche Slam-Texte wechselten sich ab mit hinreißenden Songs und witzigen Impro-Theatereinlagen“, berichtete ein Vertreter der Schule. Als Zugabe wurde spontan eine Hymne auf die Schule komponiert.

Kreative, witzige und nachdenkliche Musikstücke

Großer Auftritt: Die Mitwirkenden präsentieren ihre „Wortspiele“ auf der Schulbühne

Gespannt erwarteten alle die Schülerpräsentationen am nächsten Tag, die in der Aula vor den Mitschülerinnen und Mitschülern dargeboten wurden. „Wir waren überrascht, was in der kurzen Zeit eines Schulvormittags an kreativen, witzigen aber auch nachdenklichen Musikstücken, Slam-Texten und improvisierten Theaterszenen zum Vorschein kam. Die Zeit verging wie im Fluge. Beim Hinausgehen hatten die Schülerinnen und Schüler noch die Songtexte auf den Lippen und ein Grinsen im Gesicht“, heißt es im Resümee der Schule.

Das Konzept von „Wortspiel“, Jugendliche mit dem Facettenreichtum der spannenden deutschen Sprache zu infizieren und dabei ihre Potentiale zu wecken, ist aufgegangen. Ermöglicht wurde der Besuch gemeinsam mit dem Goethe-Institut Johannesburg.

Die Deutsche Internationale Schule Kapstadt gehört zu den 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder betreut werden. Die ZfA fördert die Schulen in personeller, finanzieller und pädagogischer Hinsicht und begleitet ihre qualitätsorientierte Schulentwicklung. Sie berät bei der Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil, beim Aufbau des Deutschunterrichts in lokalen Schulen und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.
Datum: 05.05.2017
© Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)


PASCH-net und Social Media