Archiv 2017

Usbekistan: Erste Fortbildungs­residenz an PASCH-Schulen

Lehrerfortbildungen mit Maria Wilke in Urgench
Das Goethe-Institut Usbekistan organisierte erstmals ein Residenzprogramm, bei dem drei Fortbildnerinnen für einen Monat den Deutschunterricht an drei PASCH-Schulen begleiteten.


Nach zahlreichen Fortbildungen für PASCH-Lehrkräfte in Usbekistan verfügen viele von ihnen über ein hohes Maß an methodisch-didaktischem Wissen. Trotzdem fällt es vielen nach wie vor schwer, die gewonnenen Kompetenzen aus den Fortbildungen in den Unterricht zu übertragen.

Dies wird durch allgemeine oder schulspezifische Rahmenbedingungen verstärkt (lehrerzentrierte Tradition, hohe bürokratische Anforderungen im Berichtswesen, eingeschränkte Freiheit bei der Verwendung von Lehrmitteln, hohes Stundendeputat etc.). Auf diese Rahmenbedingungen können Fortbildnerinnen und Fortbildner in üblichen Trainingsformaten kaum eingehen.

Coteaching, Maria Wilke und Oybek Yakubov führen in Urgench gemeinsam eine Unterreichtseinheit durch

Während der PASCH-Residenzen begleiteten die drei Fortbildnerinnen Maria Wilke (Urgentsch), Barbara Bresslau (Samarkand) und Claudia Daems (Karschi) deshalb je einen Monat lang die Deutschlehrkräfte direkt an einer PASCH-Schule. Sie betreuten dabei mehrere Lehrer individuell durch Hospitationen, arbeiteten mit ihnen gemeinsam an der Unterrichtsplanung oder stellten im Co-Teaching vor, welche Unterrichtsmethoden sich unter den spezifischen schulischen Rahmenbedingungen für den Unterricht eignen.

Damit auch Lehrkräfte über die PASCH-Schule hinaus profitieren, führten die Fortbildnerinnen während des Residenzprogramms drei eintägige Fortbildungen für etwa 20 Deutschlehrkräfte durch, in die sie ihre gewonnenen Vor-Ort-Kenntnisse einbringen konnten.

Einführungsworkshop: Die usbekischen Lehrer erstellen eine „Kulturzwiebel“ zu Usbekistan

Die Arbeit an einem usbekischen Lyzeum erfordert neben den fachlichen Kenntnissen auch interkulturelle Kompetenz. Um den Einstieg für die Referentinnen so einfach wie möglich zu gestalten, wurde den Aufenthalten an den Schulen ein dreitägiger Workshop vorgeschaltet.

Der Direktor des Lyzeums Nuriston in Karschi Akmaljon Kudratov empfängt die Referentin Claudia Daems und stellt ihr auf Deutsch das Lyzeum vor

Neben den Fortbildnerinnen nahm auch jeweils eine Ansprechperson der zu besuchenden Schulen teil. Dabei wurden interkulturelle Herausforderungen thematisiert, das usbekische Schulsystem vorgestellt und bereits Pläne für den Ablauf der Residenz entworfen.

Maria Wilke reist mit den Urgencher Schülern in die berühmte Wüstenstadt Chiva

Nach den Aufenthalten erfolgte am 28.4. ein Evaluationsworkshop, in dem die Referentinnen über ihre Arbeit berichten und die Organisation des Programms ausgewertet wurde.

Sowohl die usbekischen Lehrkräfte als auch die Fortbildner meldeten zurück, dass die Hospitationen eine enorme Bereicherung für den Unterricht darstellten. Der Austausch hätte Horizonte erweitert und viele Ideen generiert. Wichtiges Ziel ist es nun, gemeinsam mit den Bildungsbehörden des Landes, Formate zu entwickeln, damit die begleiteten Lehrkräfte ihre Erfahrungen und Kenntnisse als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren weitergeben.

 
Datum: 04.05.2017
Heinar Bernt, Experte für Unterricht am Goethe-Institut Taschkent
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