Archiv 2017

Robotik – Neue Wege im Fremdsprachenunterricht

Teilnehmende des Roboter-Workshops beim tüfteln.
Kann man bei der Arbeit mit Robotern eine Fremdsprache lernen? Kroatische PASCH-Lehrer machen am Goethe-Institut Zagreb mit dem CLILiG-Roboter-Projekt den Test.


Roboter verändern nicht nur unsere Arbeitswelt, sondern werden in Zukunft das Zusammenleben in unseren Gesellschaften und auch unsere Privatsphäre neu gestalten. Schulen tragen eine besondere Verantwortung, Schülerinnen und Schüler auf diese Veränderungen vorzubereiten.

Das Goethe-Institut Kroatien unterstützt kroatische PASCH-Schulen dabei, dieser Herausforderung gerecht zu werden und modernen MINT-Unterricht (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) mit einem Fokus auf die deutsche Sprache durchzuführen.

 Ausgangspunkt des Projekts sind LEGO-Education-Sets, die den Schulen leihweise zur Verfügung gestellt werden. Ein wichtiger Mehrwert des Bausystems liegt in seiner spielerischen und experimentierfreudigen Ausrichtung. Jugendliche sollen dazu animiert und angeleitet werden, durch freies Experimentieren im Fachunterricht Aufgaben und Probleme zu lösen. Daneben bietet die Arbeit mit den bunten Steinen vielfältige Möglichkeiten, Technik, Physik und Informatik mit dem Erwerb der deutschen Sprache zu verbinden.

Teilnehmende des Roboter-Workshops beim tüfteln.

Auftaktveranstaltung des Projekts war ein Workshop am 8. April am Goethe-Institut in Zagreb. Hier trafen sich elf MINT-Fachlehrkräfte und fünf Deutschlehrkräfte, um Einsatzszenarien von Lego-Mindstorms-Robotern auszuprobieren und Kooperationsmöglichkeiten für ein projektorientiertes und fächerübergreifendes Lehren und Lernen zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand auch die Frage, wie es gelingen kann, MINT-Unterricht teilweise in deutscher Sprache zu gestalten und dabei die unterschiedlichen fremdsprachlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen.

Schnell war klar, dass das Konzept von Lego, welches vielfältige Verwendungsmöglichkeiten, differenzierende Aufgabenwahl und Mikro-Wettbewerbe ermöglicht, auch für die sprachliche Bildung viele Vorteile bietet. Beim Bauen, Programmieren und Lösen von Problemen kann die Intensität und Komplexität der sprachlichen Aufgaben langsam gesteigert werden. Dies reicht vom Verstehen der deutschsprachigen Bau- und Programmier-Anleitungen bis hin zu komplexeren Analysen, Interpretationen und Ergebnispräsentationen von Versuchsanordnungen auf Deutsch.

Die Roboter können am Computer programmiert werden.

 Als nächsten Schritt erarbeiten die MINT-Fach- und Deutschlehrkräfte nun in Tandems konkrete Einsatzszenarien für die Bausets an ihren Schulen. Auf Grundlage dieser Planungen entscheidet das Goethe-Institut Kroatien, welche Schulen mit dem „Projekt Zukunft“ beginnen werden.
Datum: 18.04.2017
Ralf Klötzke, Experte für Unterricht am Goethe-Institut Kroatien
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