Archiv 2016

Abschluss der Blended-Learning-Fortbildung DSD GOLD in Armenien


GOLD steht in diesem Fall für Globales Online-Lernen Deutsch als Fremdsprache. Gemeint ist damit ein Fortbildungskonzept, bei dem Online- und Präsenzphasen sinnvoll miteinander vermischt werden.

Durch die Vertiefung methodisch-didaktischer Kompetenzen, Einblicke in Testgestaltung und Bewertungsinstrumentarien, Prüferschulung und Entwicklung eigener Unterrichtsideen wurden die sechs Teilnehmerinnen und zwei Teilnehmer im Verlauf von 50 Stunden Online-Arbeit und in zwei je zweitägigen Präsenzseminaren auf ihre Aufgaben in Prüfungsvorbereitung und -durchführung im DSD-I-Programm vorbereitet. Organisiert und moderiert wurden die Online- und Präsenzphasen vom Fachschaftsberater in Armenien.

Nach den ersten einführenden Schritten auf der moodlebasierten PASCH-Lernplattform auf www.pasch-net.de ging es im März 2015 los mit dem ersten und umfangreichsten von fünf thematischen Modulen: Schriftliche Kommunikation (SK). Im Verlauf von fünf thematischen Einheiten erschlossen sich die DSD-Lehrkräfte die Teilbereiche Aufgabenstellung, Textsorte und Bewertungskriterien, sie trainierten ihre eigene Bewertungskompetenz und entwickelten methodische Ideen zum systematischen Aufbau von Schreibkompetenz. Dabei wurde mit so verschiedenen Aufgabenformaten wie Online-Test, Leseaufträgen, Wikis, Datenbanken, Foreneinträgen, Reflexionsbögen und vieles mehr und im ständigen kommunikativen Austausch gearbeitet – alles online.


Vor den Sommerferien war es dann soweit: Alle Teilnehmerinnen und Teilnhemer sowie ihr Tutor kamen erstmals „live“ zusammen, um im Seminarraum der Mittelschule von Sardarapat zwei Tage lang die erste Online-Phase zu reflektieren, die Inhalte nachzuarbeiten und zu vertiefen, sowie neue methodisch-didaktische Impulse mitzunehmen. Da die Fortbildung auch der Qualifikation von potentiellen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren dienen soll, stellte die Seminarerfahrung einen wesentlichen Aspekt in der Fortbildung dar: Es wurde gewimmelt, gepuzzelt, nach Autogrammen gejagt, reflektiert, präsentiert, bewertet; das alles in Einzel-, Partner- und Kleingruppenarbeit. Dabei stand der erste Tag ganz im Zeichen der Bewertungsschulung.

Der zweite Tag begann mit einer Wiederholung wichtiger Fachbegriffe aus der Online-Phase. Dazu erhielt alle Teilnehmerinnen und Teilnhemer eine Karte mit dem entsprechenden Terminus. Nun „wimmelten“ die Lehrkräfte durch den Raum, fanden sich zu zweit zusammen, und versuchten gemeinsam, die Begriffe zu erklären. Bei Bedarf konnten sie die Erklärung auf der Rückseite lesen. Dann wurden die Kärtchen getauscht und jeder suchte sich einen neuen Partner.

Die Mittagspause verlief dann anders als geplant: Leonie, die kulturweit-Freiwillige, die für ein Jahr das Team an der Mittelschule in Sardarapat verlässlich und kreativ unterstützt hatte, verabschiedete sich mit einer kleinen Aufführung ihrer Schülerinnen und Schüler. Am Ende des Tanz- und Musikprogramms gab es dann bei ganz vielen der Schülerinnen feuchte Augen – und Rosen für Leonie.


Der Tag endete mit einer Hinführung zur zweiten Online-Phase, die nach den Sommerferien begann und bis in den Januar 2016 dauerte. Im Zentrum der zweiten Hälfte standen neben Modulen zum Lese- und Hörverstehen vor allem die mündliche Kommunikation und die entsprechende Prüfung. Wie bereite ich meine Schülerinnen und Schüler am besten auf diese Prüfung vor? Was macht eine gute Präsentation aus? Welche Fragen sind im Prüfungsgespräch geeignet? Dazu wurden online gestellte Präsentationen diskutiert und Prüfungsmitschnitte bewertet. Als Hausaufgabe für das zweite Präsenzseminar hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine komplette mündliche Prüfung zu bewerten.

Zweites Präsenzseminar

Der Seminarraum in Sardarapat, in dem man sich Ende Januar 2016 nach der Weihnachtspause traf, wurde nur mühsam warm. Bewegung wie die Autogrammjagd oder ein Energizer wie „Tiger - Samurai - Alte Dame“ zwischendurch halfen in dieser Situation ebenso wie heiße Getränke und kommunikative Übungen.

Besonders belebend aber waren die zum Teil hitzigen Diskussionen: Schon die Besprechung der „Hausaufgabe“ offenbarte große Kontroversen: Wie streng musste man, wie milde durfte man eine mündliche Leistung bewerten? Wo liegt der Unterschied zwischen einer „guten“ und einer „weitgehenden“ Beherrschung grammatischer Strukturen? Lebhaft wurde diskutiert und gestritten; Höhepunkt war die Einigungsdiskussion am Nachmittag, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnhemer sich in Kleingruppen angesichts einer fiktiven Geschichte darauf einigen sollten, wer von den beteiligten Personen sich am wenigsten unmoralisch verhalten hatte.


Auch das warme Mittagessen leistete seinen Beitrag dazu, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnhemer die zwei Tage ohne Erkältung überstanden. Dennoch war jeder froh, wenn er einen Platz an einem der beiden Heizkörper ergattern konnte – schließlich lagen die Temperaturen draußen deutlich im Minusbereich. Abgeschlossen wurde das Seminar am Ende des zweiten Tages mit einer kurzen Befragung: Bewertet wurde die zweite Onlinephase einschließlich des Präsenzseminars. Das DSD-GOLD-Team in der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) und der Fachschaftsberater erhielten so ein wertvolles Feedback von den Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern.

Nach Auszählung der im Verlauf der beiden Onlinephasen erreichten Bewertungen konnte dann wenige Tage später für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Prüferzertifikat DSD I beantragt werden: Alle im Kurs erzielten mehr als 90 Prozent der möglichen Bewertungspunkte – 60 Prozent hätten für das Bestehen gereicht. Die erste Gelegenheit das Gelernte anzuwenden bietet sich Anfang März: Dann stehen die DSD-I-Prüfungen an drei Schulen an.

Datum: 09.03.2016
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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