Archiv 2016

Fachberatertagung der ZfA in Bonn

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) lud vom 22. bis zum 26. Februar über 70 Fachberaterinnen und Fachberater sowie Fachschaftsberaterinnen und Fachschaftsberater mit Länderkoordination zu ihrer Jahrestagung nach Bonn ein.

Die Fachberaterinnen, Fachberater sowie Fachschaftsberaterinnen und Fachschaftsberater mit Länderkoordination betreuen die rund 1.100 Sprachdiplomschulen in aller Welt, die verstärkten Deutschunterricht anbieten und zum Deutschen Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz führen. Zum dritten Mal auf der Tagung vertreten waren auch die DSD-Programmleiterinnen und -leiter, die das DSD im Inland in inzwischen acht Bundesländern organisieren. Im Fokus der Tagung standen neben Themen wie Fremdsprachen- und Fortbildungsdidaktik die Qualitätssicherung im Deutschunterricht und im Sprachdiplomprogramm.

Auslandserfahrung auch im Inland nötig

Zunächst sprach Wolf Schwerdtfeger, Vizepräsident des Bundesverwaltungsamtes, den Fach(schafts)beraterinnen und Fach(schafts)beratern seine Wertschätzung aus. Sie seien, zum Teil in politisch nicht einfachen Gebieten, für das Bundesverwaltungsamt tätig und stellten sich dabei erfolgreich immer komplexeren Aufgaben. Dem schloss sich Joachim Lauer, Leiter der ZfA, an und resümierte: „Die Fachberater und Fachschaftsberater nehmen für die ZfA mit dem DSD eine ganz zentrale Aufgabe wahr. Kompliment, was aus dem Deutschen Sprachdiplom in über 40 Jahren geworden ist. Das ist Ihre Erfolgsgeschichte!“

Dorothée Bauni, Ländervorsitzende des Bund-Länder-Ausschusses für schulische Arbeit im Ausland, betonte, dass es im DSD-Programm neben der Vermittlung von Sprachkompetenzen auch um Verständnis für Deutschland, seine Kultur und Literatur und seine Gesellschaft gehe. Sie ergänzte, dass das Erfahrungswissen, die Weitsicht und der Perspektivwechsel der Fach(schafts)beraterinnen und Fach(schafts)berater auch im Inland dringend benötigt würden.

Vermittlung von Wertesystemen

Ob Ungarn, Vietnam oder Mecklenburg-Vorpommern: Zwei Pädagoginnen und ein Pädagoge gaben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern detaillierte Einblicke in die facettenreiche Welt des DSD-Programms, das trotz gleicher testmethodischer Vorgaben regional stets unterschiedlich umgesetzt werden muss. In Ungarn sei das DSD mit 38 akkreditierten und zehn weiteren Schulen in Vorbereitung bereits so etabliert, dass einige Schulleiterinnen und Schulleiter selbst damit beginnen, über DSD-erfahrene Ortslehrkräfte das Programm an ihre Schulen zu holen, berichtete Heinrich Heinrichsen, Fachberater in Budapest. Außerdem gebe es in Ungarn bereits jetzt eine starke Nachfrage nach der 2017 in Polen erstmalig durchzuführenden Berufsschulprüfung DSD I PRO.

Fachberaterin Andrea Kunze aus Hanoi gab einen Einblick in das DSD-Programm in Vietnam, das sich noch im Aufbau befindet. Das Interesse im Land sei groß, so die Fachberaterin. Die Aussicht auf ein Studium in Deutschland sei für viele Schülerinnen und Schüler ein starker Anreiz. Für einheimische Lehrkräfte bedeute das DSD nicht nur die Vermittlung der deutschen Sprache, sondern auch eines neuen Wertesystems. Dazu gehöre auch ein modernes Frauenbild.

Dr. Margit Maronde-Heyl, DSD-Programmleiterin in Mecklenburg-Vorpommern, gab einen Einblick in die DSD-Prüfungen in ihrem Bundesland. Eine besondere Herausforderung sieht sie in den unterschiedlichen Bildungsniveaus und Vorkenntnissen der Schülerinnen und Schüler in den Willkommensklassen für Migrantenkinder, die sie auf die DSD-I-Prüfung und den Einstieg in den Regelunterricht vorbereiten.

Fachberaterinnen und Fachberater stärken

Pädagogisches Hauptthema der Tagung war in diesem Jahr die Methodik von Fortbildungen und ihr Einsatz im DSD-Programm. Aktuelle Schwerpunkte der Arbeit standen im besonderen Fokus: Studien- und Berufsorientierung und damit verbunden das neue Prüfungsformat im berufsbildenden Bereich DSD I PRO (A2/B1), schulinterne Arbeitspläne und DaF-Instrumente. Kooperation der Kulturmittler vor Ort, Themen der Administration und Personalführung sowie Praxisbeispiele einzelner Länder ergänzten das Programm.

Wichtig waren auch Gesprächsmöglichkeiten mit den Vertreterinnen und Vertretern der Bundesländer, die Kooperation mit anderen Partnern der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik sowie der Austausch mit den Ansprechpartnern innerhalb der ZfA. „Mit einer intensiveren Vernetzung möchten wir die Rolle der Fachberater und Fachschaftsberater stärken“, betonte Heike Toledo, die als Fachbereichsleiterin Deutsches Sprachdiplom/Deutsch als Fremdsprache für die Tagung verantwortlich zeichnet.

Datum: 03.03.2016
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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