Archiv 2016

PLATIN: Blended-Learning-Fortbildung für Deutsche Auslandsschulen


Die Regionale Fortbildung an den 140 Deutschen Auslandsschulen weltweit kann zukünftig durch den Einsatz von Blended-Learning-Angeboten noch wirksamer werden. Dazu entwickelte die ZfA das neue Fortbildungsangebot PLATIN. Nun hat die Testphase begonnen.

Die 16 Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleiter der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) erarbeiteten neun Online-Kursangebote, die Lehrkräfte in den Schulen intensiver fortbilden, in ihrer Praxis begleiten und die Präsenzphasen vorentlasten können. Nach einer ersten Pilotphase befindet sich das Projekt nun bis Sommer 2016 in der Testphase. PLATIN ((PLATtform gestützte Fortbildung im INternet) beinhaltet Kursräume zum Themenfeld Schulentwicklung und Qualitätsmanagement.

PLATIN wird auf der PASCH-Lernplattform auf www.pasch-net.de umgesetzt, wobei durch die Materialien und kooperativen Aufgaben unter anderem Wissen und Kompetenzen vermittelt werden, die Lehrkräfte für Schulentwicklungsaufgaben nutzen können. Neben dieser Professionalisierung finden Vernetzung und Austausch mit Lehrkräften anderer Schulen statt, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Testphase begonnen

In der Onlinephase ist eine Differenzierung nach Fundamentum und Additum mit einem wöchentlichen Zeitaufwand von eineinhalb bis drei Stunden für die Lernenden möglich. Dabei werden die Fortbildungsteilnehmer von Tutorinnen und Tutoren - anfangs sind dies Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleiter - unterstützt. In der Präsenzphase sichern Planspiele, Trainings- und Reflexionseinheiten den Lernerfolg.

Den Auftakt der Testphase machten Stefan Marien, Prozessbegleiter der Region Subsahara, und Janine Regel-Zachmann, Prozessbegleiterin Region Türkei und Naher Osten, mit dem PLATIN-Online-Kursangebot „Projektmanagement“ in Kapstadt. Nach einer mehrwöchigen Online-Phase kamen die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen acht Schulen der Region Subsahara vom 18. bis 20. Februar zum Präsenzseminar. Das Seminar war als Planspiel angelegt. Die Gruppe durchlief exemplarisch das Projekt „Einführung von Tablets in den Unterricht, um zu differenzieren und individualisieren“. In Reflexionsphasen fand ein Transfer auf das eigene Projekt statt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stehen an ihren eigenen Schulen vor großen Herausforderungen, wie beispielsweise der Einführung von „Lehrerunterrichtszimmern/Teacher Rooms“ oder „Coaching-Gesprächen“. Dabei konnte das Seminar konkrete Unterstützung leisten. „Durch die Präsenzphase und insbesondere durch das Planspiel mit den Rollenspielen konnte man das theoretisch erlernte Wissen anwenden und gut reflektieren“, resümierte Jan van Wyk, stellvertretender Schulleiter der Deutschen Internationalen Schule Johannesburg.

Informativ und praxisorientiert

Die Lehrkräfte bestätigten, dass durch die Vorentlastung in der Online-Phase eine umso intensivere Präsenzphase durchgeführt werden konnte. Die dargebotenen Materialien wurden als attraktiv, gewinnbringend und motivierend empfunden. „Die Kolleginnen und Kollegen sprachen von einer informativen und praxisorientierten Fortbildung, die besonders in der Planungsphase von Projekten hilft“, erläuterte Michael Kowalsky, Koordinator für schulinterne Fortbildung der Deutschen Schule Pretoria.

Neben den technischen Herausforderungen verwiesen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch auf das an den Schulen bekannte Problem, ausreichende Zeitressourcen zur Verfügung zu haben. Hier nahmen die Referentin und der Referent den Auftrag mit, den erforderlichen Zeitaufwand des Blended-Learning-Kursangebote zu überdenken. Verena Quentin, pädagogische Leiterin der Deutschen Internationalen Schule Kapstadt, fasst zusammen: „Wenn der Kursraum von Teilnehmerbeiträgen belebt ist, kann man durch die Äußerungen der Kolleginnen und Kollegen viel mitnehmen und es macht sehr viel Spaß.“

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes betreut im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder die 140 Deutschen Auslandsschulen und die rund 1.100 Sprachdiplomschulen personell, finanziell und pädagogisch. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 03.03.2016
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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