Archiv 2016

„Deutsch (ist) lebendig“: Zweiter nationaler Wettbewerb in Chile

Preisträgerinnen und Preisträger der Kategorie „5. und 6. Klasse“
Warum und wo ist Deutsch in Chile lebendig? Diese Fragen beantworteten Schülerinnen und Schüler von ZfA-betreuten PASCH-Schulen aus ganz Chile im Rahmen des auf PASCH-net ausgeschriebenen Wettbewerbs „Deutsch ist lebendig“.


Josefa Hidalgo Gudenschweiger aus der zehnten Klasse der Deutschen Schule Temuco nennt in ihrem kreativen Videobeitrag acht gute Gründe: deutsche Musik verstehen, deutsche Literatur lesen, bessere Berufschancen haben, deutschsprachige Länder bereisen, die kognitiven Fähigkeiten stärken, Menschen miteinander verbinden, die eigenen Wurzeln besser verstehen und leichter weitere Sprachen lernen. Tomás Hernández von der Deutschen Auslandsschule Thomas Morus belegte den dritten Platz und kommt zu dem Schluss, deutsche Kultur sei überall in Santiago de Chile zu finden. Trinidad Durán von der Deutschen Schule San Felipe zeigt in ihrem Videobeitrag, dass auch an einer sehr kleinen Schule, fernab von den Zentren der deutschen Einwandererkulturen, im Aconcagua-Tal, deutsche Traditionen und deutsche Kultur sehr lebendig vermittelt werden. Jan Fischer von der Deutschen Schule Osorno überzeugte die Jury mit seinem gelungenen Beitrag, in dem er deutschen Spuren in Osorno nachgeht, deutsche Klischees kritisch hinterfragt und sein eigenes Deutschlandbild sehr lebendig darstellt. Diese Videobeiträge wurden im Rahmen des zweiten nationalen Wettbewerbs „Deutsch lebendig“, der am 10. und 11. November an der Deutschen Schule Temuco stattfand, präsentiert und ausgezeichnet.

Kreativ mit der deutschen Sprache umgehen

Zu dem Wettbewerb, der von Anna Hendrischk-Seewald, Fachberaterin der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Chile, auf der Website PASCH-net ausgeschrieben worden war, kamen über 45 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen fünf bis zehn nach Temuco. In seiner Rede erläuterte Carl Fingerhuth, Honorarkonsul von Temuco, die anhaltend lebendige Präsenz der deutschen Sprache und Kultur in einer Region, in der vor über 100 Jahren die deutschen Einwanderer mehr als 20 Schulen gegründet hätten. Die Schulleiterin der Deutschen Schule Temuco, Fernanda Martínez, hob die großartige Gelegenheit für Kinder und Jugendlichen hervor, „in diesen Wettbewerben mit der deutschen Sprache kreativ umzugehen“.

Carl Fingerhuth, Honorarkonsul von Temuco, überreicht Josefa Hidalgo von der Deutschen Schule Temuco den Sonderpreis

„'Deutsch lebendig' ist die Fortsetzung des langjährigen Vorlesewettbewerbs, denn wir wollten die Schülerinnen und Schüler motivieren, noch kreativer mit der deutschen Sprache umzugehen“, erklärt die Fachberaterin der ZfA. Daher gibt es nun zwei neue Kategorien: Die Deutschlerner der siebten und achten Klasse üben sich im dialogischen gestaltenden Lesen, indem sie einen bekannten und einen unbekannten Dialog sinnstiftend vorlesen. Neben dem Ziel der Förderung der Lesekompetenz spielt hier die Sozialkompetenz eine bedeutsame Rolle, denn gewinnen kann man nur im Team.

„Pecha-Kucha“-Präsentationen zum Thema „Heimat“

In der Kategorie für die neunte und zehnte Klasse gibt es die Aufgabe, innerhalb von 24 Stunden eine „Pecha Kucha“ zum Thema „Heimat“ vorzubereiten. „Pecha Kucha“ kommt aus dem Japanischen und bedeutet Plaudern. Die Schüler und Schülerinnen haben nach Bekanntgabe des Themas einen Tag Zeit, Fotos für die Präsentation zu erstellen und ihre Ideen und Gedanken so gut zu strukturieren, dass ein zusammenfassender freier Vortrag passend zu den alle 15 Sekunden wechselnden Bildern entsteht - ein Plaudern auf hohem Niveau. Kreativität und eine hohe Sprechkompetenz sind notwendig, um die inhaltliche Durchdringung des diesjährigen Themas „Heimat“ überzeugend unter Beweis zu stellen.

Höhepunkt des zweiten nationalen Wettbewerbs waren die „Pecha-Kucha“-Präsentationen der elf Finalistinnen und -Finalisten am Freitag. Für die Jurymitglieder Dorothee Löffler, Mitarbeiterin des Kulturreferats der Deutschen Botschaft Santiago, ZfA-Fachberaterin Anna Hendrischk-Seewald und Philipp Wagner, Programmlehrer der Deutschen Schule Temuco, war es keine leichte Aufgabe den besten „Pecha-Kucha“-Beitrag zu küren. Dabei wurden Inhalt und Kreativität der Gestaltung sowie Sprachrichtigkeit und Adressatenorientiertheit der Präsentation bewertet.

Vier Wochen Deutschland

Die glücklichen Gewinnerinnen und Gewinner

Die zwei Besten dieser Kategorie - Victoria Fuenzalida von der Deutschen Schule La Serena und Stefan Aguila von der Deutschen Schule Puerto Montt - waren die überglücklichen Gewinner und werden gemeinsam mit dem Gewinner des Videowettbewerbs Jan Fischer im Juli 2017 vier Wochen lang unterschiedlichste Aspekte von Deutschland kennenlernen. Neben dem Aufenthalt in Familien und dem Besuch einer Schule in Deutschland werden sie zusammen mit Jugendlichen aus allen Teilen der Welt Reisen nach Köln, München und Berlin sowie eine Vielzahl von Exkursionen unternehmen. Dabei sind die Jugendlichen nicht auf sich alleine gestellt: Die Preisträgerinnen und Preisträger werden von geschulten Begleiterinnen und Begleitern des PAD betreut.

Als die über 50 teilnehmenden Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte am Freitagnachmittag ihre Rückreise antraten, waren sich alle einig, dass sie sich im November 2017 in Santiago de Chile an der Deutschen Ursulinenschule wiedertreffen wollen, wenn es heißt „Deutsch (ist) lebendig“.
Datum: 01.12.2016
© Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)


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