Archiv 2016

Kreatives Lernen: Tensegrity-Workshops in Usbekistan

Schüler aus Taschkent bauen aus Knete und Zahnstochern Tensegrity-Strukturen| © Goethe-Institut Taschkent/Matthias Richter
Sprachlerner und Naturwissenschaftlerinnen lernen von- und miteinander. Ungewöhnliche geometrische Firguren bauen und dabei Deutsch und Mathematik verbinden. Darum ging es bei den Tensegrity-Workshops an PASCH-Schulen in Usbekistan.


Vom 19.–29. April organisierte das Goethe-Institut im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ am Goethe-Institut Taschkent eine Workshopreihe mit dem Spielzeugdesigner und freien Dozenten Matthias Richter.

Zuerst führte er Workshops für Mathematiklehrkräfte der PASCH-Schulen durch. Dabei lernten die Lehrerinnen und Lehrer, wie man mit Hilfe von Tensegrity mathematische und physikalische Zusammenhänge anschaulich vermitteln kann. Tensegrity bezeichnet ein stabiles Stabwerk, in dem sich die Stäbe untereinander nicht berühren, lediglich durch Zugelemente (zum Beispiel Seile) miteinander verbunden sind.

Tensegrity war auch das Thema der anschließenden Schülerworkshops in sechs PASCH-Lyzeen. Aufbauend auf der Geometrie der Polyeder gestalteten die Schülerinnen und Schüler selbst dreidimensionale Tensegrity-Strukturen. Einige der Jugendlichen bauten hochkomplexe Tensegrity-Strukturen, die über die vom Referenten vorgestellten Strukturen weit hinaus gingen.

Der Workshop demonstrierte den Lernenden, wie der Modellbau es ermöglicht, komplexe Sachverhalte leichter zu verstehen. Er schärfte das räumliche Vorstellungsvermögen und zeigte, dass sich auch kompliziert aussehende Gebilde sprachlich einfach beschreiben lassen. Das Besondere an diesem Workshop war, dass erstmals Schülerinnen und Schüler der sprachlichen und naturwissenschaftlichen Zweige der Lyzeen gemeinsam an einem Workshop teilnahmen. So konnten die Naturwissenschaftler von den Sprachlernern und die Sprachlerner von den Naturwissenschaftlern profitieren und ihren eigenen Horizont erweitern.

Besonders Spaß machte sowohl den Jugendlichen als auch den Lehrkräften eine Gruppenarbeit, bei der sie mit Spaghetti, ein bisschen Klebeband und einem Marshmallow einen möglichst hohen Turm bauen sollten. „Kreativität ist die Währung der kommenden Jahrzehnte. Und sie lässt sich bereits sehr früh schulen“, so der Referent Matthias Richter, dem es auch bei seiner Arbeit als Spielzeugdesigner immer ein großes Anliegen ist, dass möglichst alle Sinne geschärft werden und Freiraum für Kreativität bleibt.

Die Lehrkräfte waren begeistert und nahmen sich vor, insbesondere in der Geometrie mehrere Elemente des Modellbaus aufzunehmen. Yulduzkhon Janibekova vom zweiten Akademischen Lyzeum in Urgench sagt: „Wir weinen nicht, dass der Workshop vorbei ist, sondern freuen uns darüber, dass wir ihn erleben durften. An dieser Stelle möchte ich mich auch im Namen meiner Mitschüler bei Herrn Richter und beim Goethe-Institut für den tollen Workshop bedanken. Wir sind stolz ,dass wir PASCH-Schüler sind.“

Datum: 28.04.2016

Quelle: Heinar Bernt, Experte für Unterricht am Goethe-Institut Taschkent


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