Archiv 2016

„Jugend debattiert“ in Chile unter Rekordverdacht


Vom 1. bis 3. Juni 2016 fand an der Deutschen Schule San Felipe in Chile der 1. Nationale Wettbewerb „Jugend debattiert“ statt, an dem Schülerinnen und Schüler aus PASCH-Schulen im ganzen Land teilnahmen.

Insgesamt debattierten 36 Schülerinnen und Schüler zu aktuellen Themen wie „Sollten Handys an Deutschen Schulen verboten werden?“ oder „Sollte das Rentenalter in Chile auf 70 Jahre erhöht werden?“. Weder der ungewöhnlich starke Regen, noch die Kälte konnten die großartige Stimmung der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte beeinträchtigen. Sogar ein Elternpaar aus dem 900 Kilometer entfernten Valdivia war angereist um zu sehen, wie sich ihre Tochter gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern anderer Deutscher Auslandsschulen und DSD-Schulen argumentativ auseinandersetzen würde.

Auf Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft kommt es an

Genau darum geht es beim Wettbewerb „Jugend debattiert“: Die Debattanten müssen ihre analytischen Fähigkeiten unter Beweis stellen und rhetorisch geschickt überzeugen. Die Schulleiterin der gastgebenden Deutschen Schule San Felipe, Sabine Petermann, war beeindruckt von dem großen Engagement, mit dem die 36 Schülerinnen und Schüler sich zwei Tage lang einen emotionalen Schlagabtausch lieferten. Besonders das Thema der finalen Debatte „Sollen Länder Einwanderungsquoten einrichten?“ wurde von den 16- und 17-jährigen Jugendlichen sehr kontrovers debattiert. Hier zeigte sich einmal mehr, dass Sprachrichtigkeit zwar ein Subkriterium ist, die Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft im Format der Debatte jedoch wesentlich wichtiger sind.


Am Morgen des Finaltages gab es noch einen kleinen Höhepunkt: Camilo Vergara und Sebastián Flores, zwei Vertreter der staatlichen Jungenschule Instituto Nacional, lieferten sich gemeinsam mit Victoria Cortés und Olga Mayorga, zwei Vertreterinnen der Deutschen Schule Sankt Thomas Morus, eine rhetorisch ausgefeilte Kontroverse zum Thema „Sollte der Zugang für Minderjährige zu sozialen Netzwerken eingeschränkt werden?“ in spanischer Sprache, die die Zuschauerinnen und Zuschauer gebannt verfolgten.

Im Rahmen der finalen Debatte, der Kathrin Herrmann, Mitarbeiterin des Kulturreferats der Deutschen Botschaft, und Anna Hendrischk-Seewald, Fachberaterin der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), beiwohnten, ging es um zwei Stipendien des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) der Kultusministerkonferenz für eine vierwöchige Studienreise nach Deutschland. Argumentativ durchsetzen konnten sich Antonia Vera (Deutsche Schule Valparaíso) und Valentina Concha (Deutsche Schule Osorno).

Erziehung zum kritisch denkenden Weltbürger

„Wir erleben hier mit der Implementierung von 'Jugend debattiert' in das schulinterne Curriculum eine Erziehung der Schülerinnen und Schüler hin zum kritisch denkenden Weltbürger“, erklärt Jorge Alvarez, Fachleiter der Deutschen Schule Chillán, der von Beginn an dabei gewesen war. Damit stellt „Jugend debattiert“ auch ein hervorragendes methodisches Beispiel für die effektive Vorbereitung auf das Deutsche Sprachdiplom (DSD) dar.

Nach zwei Tagen mit 28 Debatten standen auch die vier Vertreterinnen und Vertreter des internationalen Wettbewerbs fest, der vom 19. bis 21. Oktober 2016 an der Schweizer Schule Santiago und der Deutschen Botschaft stattfinden wird. Zum Abschluss lud die Deutsche Botschaft alle teilnehmenden Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte zu einem Getränk. Alle warten nun gespannt auf das internationale Finale zwischen Paraguay, Argentinien, Brasilien und Chile.

Datum: 13.06.2016
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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