Archiv 2016

„Wir sind schließlich ein Team!“


Zwanzig Jugendliche verbringen in Berlin ein gemeinsames Wochenende. Das Besondere daran: Es sind Schülerinnen und Schüler von DSD-Schulen aus Russland und der Ukraine, die sich zusammen auf das Wettbewerbsfinale von „Jugend debattiert international“ vorbereiten.

Als bekannt wurde, dass das Siegertraining für die besten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs „Jugend debattiert international“ (Jdi) für die russischen und die ukrainischen Schülerinnen und Schüler von DSD-Schulen gemeinsam stattfinden sollte, reagierten viele erstaunt und besorgt. Nach Sicherheitsmaßnahmen wurde gefragt und wer denn auf diese Idee gekommen sei.

„Es ist uns sehr wichtig, gerade die Jugendlichen der Länder, die verfeindet sind, an einen Tisch und zu einem Dialog zu bringen“, erklärt Pavel Bobek, Projektleiter von Jdi - einem Wettbewerb, bei dem die vier Projektpartner die demokratische Debattenkultur mit Sprachförderung und Schüleraustausch verbinden wollen. „Dieses Siegertraining ist der gelungene Versuch, wieder ein wenig Normalität zurückzubringen und einen kleinen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen auf beiden Seiten zu leisten“, ergänzt Wilhelm Krüsemann, der für die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) das russisch-ukrainische Siegertraining mitinitiiert hat.

Über Ländergrenzen hinweg diskutieren


Dass dies nicht nur im Unterricht klappt, sondern, dass die Schülerinnen und Schüler beider Länder Völkerverständigung tatsächlich verinnerlicht haben, zeigten die Tage vom 13. bis zum 18. Mai in Berlin. Die ukrainischen Deutschlernenden Valentyn Kholiavytskyi und Anton Douginets diskutierten mit den Russinnen Maja Shuman und Anna Morozowa eine halbe Stunde - so lang wie in einem regulären Jugend-debattiert-Wettbewerb - über das brisante Thema: „Sollten politische Beiträge beim Eurovision Song Contest verboten werden?“


Ihre Positionen vertraten sie in gemischten Teams. Es ging um Meinungsfreiheit, die Europäische Union und die Rolle der Kunst - alles heikle Themen für Menschen aus den Heimatländern der Jugendlichen. Am Ende der Veranstaltung lagen sich die vier schon in den Armen. „Wir sind schließlich ein Team“, resümiert Maja.

Datum: 01.06.2016
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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