Archiv 2016

„Jugend debattiert“: Taxometer in Lima?


Was auf den ersten Blick als verkehrspolitisches Seminar anmutet, war eine von Teilnehmerinnen und Teilnehmern formulierte Debattenfrage im Rahmen der Multiplikatorenfortbildung zum Wettbewerb „Jugend debattiert" in Peru.

So trafen sich am 28. und 29. April 2016 Lehrkräfte von deutsch-bolivianischen und deutsch-peruanischen Schulen an der Deutschen Schule Alexander von Humboldt in Lima zum gemeinsamen Diskutieren, Argumentieren und Debattieren – oder vielmehr zum Erlernen des korrekten Debattierens. Fortbildner war kein geringerer als der Leiter und Initiator des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ in Deutschland: Ansgar Kemmann.

Erfolgsformat „Jugend debattiert“

„Jugend debattiert“ ist ein in Deutschland seit 2001 bestehender Wettbewerb an Schulen, bei denen zwei Parteien mit je zwei Schülerinnen und Schülern eine Entscheidungsfrage debattieren und versuchen, kraft ihrer Argumente die beteiligten Personen (Gegenpartei und Publikum) für ihre Seite zu gewinnen. Die Debatten sind nach dem Schema Eröffnungsrunde, freie Aussprache und Schlussrunde aufgebaut, wobei alle Debattierenden eine festgelegte Redezeit haben. Eine Regelung, die durchaus als Vorbild für die ein oder andere politische Diskussionsrunde dienen könnte.


In Deutschland sind die mit diesem Konzept erreichten Zahlen wahrlich imposant. So nehmen jährlich rund 200.000 Schülerinnen und Schüler sowie 7.800 Lehrkräfte an etwa 1.200 Schulen teil. Auch in anderen Ländern, insbesondere in Osteuropa, nehmen unter dem Format "Jugend debattiert international" mittlerweile viele Jugendliche teil. Um Leistungsanreize zu bieten, gibt es für Schülergruppen auch die Möglichkeit, an Wettbewerben teilzunehmen. Diese können auf Klassen- oder Schulebene, Regionalebene, Landesebene sowie länderübergreifend auf internationaler Ebene stattfinden.

„Jugend debattiert“ als Vorbereitung auf das DSD

Was aber macht „Jugend debattiert“ für die Schulen in Peru und Bolivien so interessant? Zunächst ist das Debattierformat des überlegten Argumentierens eine ideale Vorbereitung für die Erfordernisse des Deutschen Sprachdiploms der Kulturministerkonferenz (DSD), denn sowohl bei der Schriftlichen als auch bei der Mündlichen Kommunikation sind Belege, Beispiele und Begründungen zu erbringen. Das Veranstalten einer Debatte ist eine ideale Möglichkeit, die Deutschkenntnisse zu verbessern und – bei Debatten vor Publikum - Lampenfieber vor Prüfungssituationen abzubauen. Zum anderen trägt die Verbreitung einer Debatten- und Diskussionskultur zur Schärfung der Kritikfähigkeit und somit auch zur Persönlichkeitsbildung bei. Denn Themen wie Verkehrssituation, Umweltschutz oder Selbstverantwortung regen zum Nachdenken und Debattieren an – und wer weiß, ob dann nicht tatsächlich irgendwann Taxometer in Peru eingeführt werden?

Ein herzlicher Dank gilt Herrn Kemmann für ein sehr interessantes und produktives Seminar.

Datum: 13.05.2016
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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