Archiv 2015

Schulleiter von PASCH-Schulen aus Belarus zu Besuch in Deutschland


Im November besuchten 21 Schulleiter und Schulleiterinnen der belarussischen PASCH-Schulen sowie zwei Vertreter der Bildungsbehörden Minsk und Gomel auf Einladung der ZfA die Bundesrepublik Deutschland.

Die Reise vom 15. bis 20. November, finanziert aus Mitteln des Sonderprogramms zum „Ausbau der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft in den Ländern der Östlichen Partnerschaft“, die vom Deutschen Bundestag über das Auswärtige Amt zur Verfügung gestellt werden, hatte zwei Schwerpunkte: anschauliche Informationen über das deutsche Schulsystem zu vermitteln und anschließend im Auswärtigen Amt über die Ziele der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik zu sprechen.

Die Reise führte zunächst in die hessische Stadt Fulda. Für einige Schulleiterinnen und Schulleiter war es der erste Besuch in Deutschland, aber für alle war es das erste Mal, dass sie eine deutsche Schule von innen erlebten. Erleben – das trifft genau auf die Schulbesuche zu, die in der Stadt und im Landkreis Fulda auf dem Programm standen. Die Konrad-Adenauer-Schule in Petersberg gewährte Einblicke in ihren Schulalltag, indem sie Hospitationen in fünf verschiedenen Klassen ermöglichte – nicht alltäglich. „Ich bin beeindruckt von der Offenheit, der Vielfalt des Schullebens hier an dieser Realschule“, so einer der Teilnehmer. Im Hinblick auf das geplante DSD I pro für den berufsbildenden Bereich war es aufschlussreich, am Beispiel der Richard-Müller-Schule in Fulda einmal zu sehen, wie im kaufmännischen Bereich berufliche Schulformen in Vollzeit und in Teilzeit funktionieren. Unter den Gymnasien präsentierte sich die traditionsreiche Winfriedschule – zwar mit dem Dom nebenan immer im Blickfeld, aber im Selbstverständnis eher eine MINT-Schule.


Empfang im Auswärtigen Amt

Ein Höhepunkt des Besuchsprogramms war der Empfang im Auswärtigen Amt. Die belarussische Delegation wurde von Michael Reiffenstuel, Beauftragter für Auswärtige Kulturpolitik, Auslandsschulen und Netzwerk Deutsch, und dem Gesandten der Belarussischen Botschaft in Berlin, Sergei Malinovsky im Auswärtigen Amt begrüßt.

Michael Reiffenstuel betonte, dass dem Auswärtigen Amt der zivilgesellschaftliche Austausch mit Belarus wichtig sei und er eine breite Palette an Themen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit sähe. Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik wolle dauerhafte Brücken des Dialogs schlagen. Hierfür wolle man in die Köpfe investieren, insbesondere der jungen Generation, um Klischees und Vorurteile zu überwinden. Der Einsatz der Schulleiterinnen und Schulleiter für einen engeren Austausch und eine bessere Verständigung sei daher eine wichtige Investition in die Zukunft der deutsch-belarussischen Beziehungen.


Die Bundestagsabgeordnete Dr. Ute Finckh-Krämer, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und in der deutsch-belarussischen Parlamentariergruppe, betonte den humanitären Aspekt aller Bildungsbemühungen in einer Region, die immer noch an den Folgen des Reaktorunfalls von Tschernobyl leidet. Anschaulich und überzeugend waren die Beiträge von drei Alumni, die in Berlin studieren. Sie machten anhand ihrer eigenen Erfahrungen klar, dass Deutsch nicht ein beziehungsloses akademisches Schulfach, sondern Rüstzeug für ihr Wirtschaftswissenschaften- beziehungsweise Innenarchitekturstudium war. Die Vertreterin des Bildungsministeriums Minsk, Ala Kaziuchyts, betonte neben dem Sprachunterricht auch die Relevanz der anderen Schulfächer wie zum Beispiel Mathematik und Geometrie. „Die Schulleiterinnen und Schulleiter unserer PASCH-Schulen können jetzt noch besser beraten, wenn Eltern und Schülerinnen und Schüler nach dem Nutzen von Deutsch als Fremdsprache fragen", so Werner Lieberknecht, Fachberater in Belarus nach den ausführlichen Gesprächen in Deutschland.

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes betreut im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder die 140 Deutschen Auslandsschulen und die rund 1100 Sprachdiplomschulen personell, finanziell und pädagogisch. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 09.12.2015
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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