Archiv 2015

Erster PASCH-Schüleraustausch zwischen Serbien und Japan


Ein vierjähriger Online-Austausch zwischen einer serbischen und vier japanischen PASCH-Schulen führt zu einer Schülerbegegnung in Tokyo mit gemeinsamer Projektarbeit.

Alles begann mit einer Postkartenaktion, in welcher die serbischen PASCH-Schülerinnen und -Schüler in Reaktion auf die Erdbeben-, Tsunami- und Nuklearkatastrophe in Japan im März 2011 den japanischen PASCH-Schülerinnen und -Schülern ihr Mitgefühl ausdrückten. Hieraus entwickelte sich schnell ein reger Austausch, in dessen Verlauf mehrere Gastartikel auf den jeweiligen Schülerzeitungs-Blogs veröffentlicht wurden. Während des Online-Austauschs wuchs das Interesse an einer realen Begegnung, welches durch den Besuch eines japanischen PASCH-Schülers in Serbien noch verstärkt wurde. Nach einer intensiven Vorbereitung mit Videowettbewerb und Kennenlernphase über PASCH-net wurden schließlich Stipendiatinnen und Stipendiaten für das erste serbisch-japanische PASCH-Projekt ausgewählt: Vom 22. August bis zum 4. September 2015 besuchten fünf Schülerinnen und Schüler der serbischen PASCH-Schule „Gymnasium Uros Predic“ aus Pancevo in Begleitung ihrer Lehrerin Radmila Nikolic die japanische Hauptstadt.

Video-Workshop zum Thema Ökologie

In den ersten Tagen nahmen die japanischen Schülerinnen und Schüler ihre Gäste mit auf eine selbst entwickelte Entdeckungstour durch die „größte Metropole der Welt“. Anschließend ging es mit Spaß an die Arbeit: Im Rahmen eines Video-Workshops beschäftigten sich zwölf Schülerinnen und Schüler unter Anleitung von Kamerafrau Justyna Feicht mit dem Thema, welches 2011 den Anlass für diesen Austausch gegeben hatte: „Ökologie – Wie gehen wir mit unserer Umwelt um?“ Ihre Video-Ideen setzten die Jugendlichen selbstständig um, sie führten Aufnahmen und Interviews durch und bearbeiteten anschließend Bild und Ton. In gemischten Gruppen besuchten sie verschiedene interessante Drehorte. So wurde im Rahmen des Projekts unter anderem an einer der größten Kläranlagen der Welt, einer Tankstelle für das Wasserstoffauto „Mirai“ und dem „Ginza Mitsubachi Project“, einer Bienenzucht inmitten von Tokyo, gefilmt.

Deutsch verbindet Kulturen


Während des Videokurses mussten die Schülerinnen und Schüler oft miteinander auf Deutsch diskutieren, was nicht immer einfach war. Durch den kommunikativen Austausch hatten am Schluss aber alle Teilnehmenden ihre Deutschkenntnisse verbessert, was sich auch in den vier Kurzfilmen, die entstanden sind, erkennen lässt. Mithilfe der deutschen Sprache haben sich die Jugendlichen aus zwei kulturell und sprachlich sehr unterschiedlichen Ländern besser kennengelernt und viel über die Kultur des jeweils anderen gelernt.

Die Zeit bis zu ihrer Abreise verbrachten die serbischen Jugendlichen in Gastfamilien oder im Schulwohnheim der Partnerschule Kisarazu. Es wurden auch die PASCH-Schulen sowie die Deutsche und die Serbische Botschaft in Tokyo besucht. Die Teilnehmenden freuen sich nun auf den Rückbesuch der japanischen PASCH-Schülerinnen und -Schüler in Serbien, welcher im Frühling 2016 geplant ist.

Datum: 13.10.2015
Quelle: Jakob Konrath, Experte für Unterricht, Goethe-Institut Belgrad
Katrin Endres, Trainee Sprache, Goethe-Institut Tokyo
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