Archiv 2015

DSD-Sprachcamp in Sucre, Bolivien


Bolivien ist immer wieder ein Abenteuer und voller neuer Eindrücke. Das durften der ZfA-Fachschaftsberater Helmut Raffel und 15 Schülerinnen und Schüler der bolivianischen Sprachdiplomschulen im Rahmen eines dreitägigen Vorbereitungskurses zum DSD II erfahren.

Organisiert und geleitet wurde das Sprachcamp, das vom 5. bis 7. Juni stattfand, von Helmut Raffel, der sich auf den theoretischen Teil konzentrierte, sowie von Katja Wostradowski, der Fachleiterin DaF am Colégio Humboldt in Sucre, der Hauptstadt und Touristenmetropole Boliviens. Katja Wostradowski hatte in der Nähe Sucres ein geeignetes Quartier gefunden, in dem die Jugendlichen ungestört arbeiten konnten und das auch Möglichkeiten zu Ausflügen bot.

Für die meisten Schülerinnen und Schüler war allein die Anfahrt schon ein Erlebnis. „Obwohl das Quartier nur elf Kilometer von der so genannten 'Weißen Stadt' und dem Weltkulturerbe Sucre entfernt liegt, kommt man sich vor wie in einer anderen Welt“, schildert Fachschaftsberater Raffel. „Aritumayu, eine Art Öko-Camp, ist nirgends ausgeschildert. Der Ort ist so unbekannt und abgelegen, dass selbst Taxifahrer auf die Indiosprache Quechua zurückgreifen müssen, um nach der richtigen Abzweigung zu fragen. Schon einige Kilometer außerhalb Sucres ist nämlich für viele einheimische Bewohner Spanisch eine Fremdsprache.“ Aritumayo ist abseits von einer Überlandstraße nur über eine Erdstraße und nach drei Flussdurchquerungen zu erreichen. Es gibt weder Internet- noch Stromanschluss und keine Handyverbindung. Falls ein Beamer oder ein Computer gebraucht wird, muss ein Dieselgenerator angeschaltet werden.


Intensive Vorbereitung auf das DSD II

In dieser Abgeschiedenheit stand jeden Tag intensive Arbeit auf dem Programm. Jeweils zwei Arbeitsblöcke zum DSD II mussten von den Schülerinnen und Schülern unter Anleitung der Lehkräfte absolviert werden. Daneben gab es Zeit, um die Umgebung kennenzulernen und die Abende mit Lagerfeuer und Stockbrotbacken ausklingen zu lassen.

„Das DSD-Sprachcamp hat allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Spaß gemacht und die sehr engagierte Schülergruppe wusste den Einsatz und die Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland sehr zu schätzen“, betont Raffel. „Die Kosten wurden zum überwiegenden Teil von der ZfA getragen, denn für die meisten Schülerinnen und Schüler aus dem Inneren Boliviens sind Schulausflüge und Exkursionen unerschwinglich. Wir hoffen, dass Deutschland etwas konkreter für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer geworden ist und wünschen uns, dass sich die Ergebnisse zum DSD II in Sucre und Oruro verbessern und einige erfolgreiche Kandidatinnen und Kandidaten die Chance nutzen werden, um in Deutschland zu studieren."


Weitere Projekte sind bereits geplant: Im August, also kurz vor den Prüfungen, findet ein DSD-I-Wochenendseminar mit mehr als dreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Dann aber in Coroico, einem kleinen Ort in den sogenannten Yungas, einem Regenwaldgebiet in der Nähe des Regierungssitzes La Paz.

In Bolivien gibt es drei DSD-Schulen und zwei Deutsche Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt eine qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 16.06.2015
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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