Archiv 2015

„Pampa Blues“-Autor an russischen DSD-Schulen


Der 16-jährige Ben, Held des Jugendromans „Pampa Blues“ von Rolf Lappert, muss Probleme meistern, die das Erwachsenwerden und die erste Liebe mit sich bringen. Eine Lesereise führte den Autor vom 13. bis 21. April im Rahmen des „Jahres der Deutschen Sprache und Literatur“ durch die Weiten Russlands, wo er auf junge Deutschlernende traf.

Die Tournee des preisgekrönten Schweizer Schriftstellers wurde von den vier Fachberaterinnen und Fachberatern der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Russland und dem Goethe-Institut organisiert. Die Fachberaterinnen und Fachberater betreuen die insgesamt über 90 Schulen in Russland, die das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz anbieten. Mit ihren Aktionen unterstützen sie das „Jahr der Deutschen Sprache und Literatur 2014/2015“ in Russland. Dessen Projektträger sind das Auswärtiges Amt und das Goethe-Institut.

Diskussion mit dem Autor

In St. Petersburg, Moskau, Jekaterinburg, Nishnij Tagil und Nowosibirsk traf Rolf Lappert auf begeisterte DSD-Schülerinnen und -Schüler. Im Anschluss an die Lesungen aus seinem ersten Jugendroman „Pampa Blues“ richteten sie viele Fragen an den Autor und diskutierten lebhaft in deutscher Sprache mit ihm. In St. Petersburg wollten die jungen Deutschlernenden beispielsweise von dem Schriftsteller wissen: „Wie beurteilen Sie die derzeitige politische Situation?“, „Warum darf man keine Tiere essen?“ (Autor ist Veganer), „Macht es für einen Autor einen Unterschied, wenn er ein Jugendbuch oder ein Erwachsenenbuch schreibt?“

Während seiner Tournee las Lappert in Bibliotheken, Universitäten und im Goethe-Institut, aber auch direkt an einigen DSD-Schulen, zum Beispiel in der Schule Nr. 37 in Jekaterinburg, der Schule Nr. 32 in Nishnij Tagil und am Gymnasium Nr. 1 in Nowosibirsk. Hier hatten die Schülerinnen und Schüler eine Wandzeitung zum Autor und zu „Pampa Blues“ erstellt.


Lesefrühling in Russland

„Die Begegnungen und Gespräche mit dem Autor waren ein echtes Highlight für Lehrer und Schüler, eine Inspiration, sich weiter mit deutschsprachigen Büchern zu beschäftigen“, resümiert Gerd Fennefrohn, ZfA-Fachberater in St. Petersburg. „Man merkt: Auch wenn die Natur noch recht grau und die Straßen im Moment noch schlammig sind: Es wird Frühling in Russland – Lesefrühling!“

Der Lesefrühling ist auch an den Sprachdiplomschulen angekommen, denn momentan werden durch die ZfA-Fachberaterinnen und -Fachberater die deutschsprachigen Jugendbücher für den nächsten ZfA-Lesewettbewerb „Lesefüchse“ an den teilnehmenden DSD-Schulen verteilt. Literaturbegeisterte Schülerinnen und Schüler lesen dazu jeweils vier Jugendbücher und diskutieren über diese auf Schul-, Regional- bzw. Landesebene. Lapperts „Pampa Blues“ gehört zu den vier Werken des diesjährigen Wettbewerbs. In der Uralregion, in St. Petersburg wie auch in Nowosibirsk wählten die Jugendlichen den Roman als bestes deutschsprachiges Jugendbuch 2015.

Der in zehn Ländern durchgeführte Wettbewerb bereichert den Deutschunterricht. Höhepunkt wird im September der Auftritt aller russischen Regionalsieger beim Internationalen Literaturfestival in Berlin sein.

Jahr der Deutschen Sprache und Literatur

Ziel des Projektes „Jahr der Deutschen Sprache und Literatur 2014/2015“ in Russland ist es, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern in den Bereichen Bildung und Kultur zu stärken und auszubauen. Dabei wird die Sprache Deutsch als wichtiger Baustein für die kulturelle Bildung und die berufliche Entwicklung beworben.

Das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern. Die Prüfungssätze werden von der ZfA in Köln erstellt. Hier findet auch die Auswertung der Ergebnisse statt. Alle Regularien des DSD werden im Zentralen Ausschuss behandelt. Die Sprachdiplomprüfung ist mehr als eine bloße Sprachfeststellungsprüfung. Sie hat darüber hinaus Auswirkungen auf den Deutschunterricht in vielen Ländern und ermöglicht eine weltweite Vergleichbarkeit der Leistungen, weil sie am Europäischen Referenzrahmen für Sprachen orientiert ist.

Datum: 25.04.2015
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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