Archiv 2015

Erste DSD-Sprachcamps in Südbrasilien


Im März versammelten sich in Gramado rund 100 Schülerinnen und Schüler verschiedener DSD-Schulen Brasiliens, um an von der ZfA finanzierten und südbrasilienweit erstmalig stattfindenden DSD-Sprachcamps teilzunehmen.

Die zusammen mit ihren Lehrkräften eingeladenen 32 Schülerinnen und Schüler aus Rio Grande do Sul und Santa Catarina, die im August die DSD-II-Prüfung absolvieren möchten, wurden vom 2. bis 4. März von erfahrenen DSD-II-Expertinnen und -Experten in die vier Prüfungsteile des Deutschen Sprachdiploms (DSD) der Kultusministerkonferenz eingeführt. Während des gesamten Sprachcamps durchliefen sie in gemischten Gruppen 90-minütige Arbeitsblöcke mit vielfältigen Übungsmöglichkeiten für die Prüfung.

Als Ausgleich zum intensiven DSD-Training enthielt das Rahmenprogramm auch viele Spaß- und Unterhaltungsmomente, in denen sich die jungen Deutschlernenden kennenlernen und austauschen konnten. Sie kamen aus insgesamt fünf DSD-II-Institutionen: Associação Educacional Luterana BOM JESUS/IELUSC (Joinville), Colégio Pastor Dohms (Porto Alegre), Colégio Sinodal Doutor Blumenau (Pomerode), IEI (Ivoti) und IFPLA (Ivoti).

„Der Integrationsgedanke und das Interesse am gegenseitigen Erfahrungsaustausch waren sowohl unter den Schülerinnen und Schülern als auch unter den Lehrkräften stets präsent und sorgten für eine motivierende Arbeitsatmosphäre und fruchtbares gemeinsames Lernen“, berichtet ZfA-Fachberaterin Gabriele Metz-Klein, die das Camp organisiert und geleitet hat.


Obwohl die diesjährigen DSD-II-Prüfungskandidatinnen und -Prüfungskandidaten zum Teil sehr weite Reisewege mit bis zu 15-stündigen Busfahrten auf sich nehmen mussten, spiegelte sich in ihrem Fazit große Zufriedenheit wider: „Es war interessant, weil wir jetzt wissen, dass wir alles schaffen können, wenn wir mit Lust lernen.“

Direkt im Anschluss fand vom 5. bis 7. März ein DSD-I-Sprachcamp statt, das ebenfalls von der ZfA-Fachberaterin Metz-Klein organisiert und geleitet wurde. Unterstützt wurde sie dabei von drei Ortslehrkräften sowie regionalen Fachbetreuerinnen. Insgesamt 65 Schülerinnen und Schüler von sieben Schulen nahmen teil. An allen Schulen wird die DSD-Prüfung in diesem Jahr das erste Mal angeboten.

Vernetzung der Schulen

„Die erste Gruppe traf bereits im Morgengrauen ein. Ihr Bus war am Vorabend um sieben Uhr losgefahren, hatte kurz nach Mitternacht die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer auf dem Weg liegenden Schule mitgenommen und alle um vier Uhr morgens am Jugendgästehaus in Gramado abgeliefert“, erzählt Fachberaterin Metz-Klein. In Brasilien ist man an weite Wege gewöhnt. Die beiden südlichen Bundesstaaten, aus denen die Schülerinnen und Schüler angereist waren, sind zusammen fast 20.000 Quadratkilometer größer als die Bundesrepublik Deutschland. Vor diesem Hintergrund bekommt auch eines der Lernziele des Sprachcamps besonderes Gewicht: die Vernetzung der beteiligten DSD-Schulen.


Die Schülerinnen und Schüler haben es genossen, Gleichaltrige anderer Schulen kennenzulernen, die sie allein aufgrund der weiten Entfernungen wohl nie getroffen hätten. Zeitgleich wurden die Deutschlehrkräfte der Schulen in einer dreitägigen intensiven Fortbildung geschult. Auch für sie bot das Sprachcamp Gelegenheit, sich auszutauschen, hilfreiche Tipps zu bekommen und weiterzugeben. Hier sind bereits feste Strukturen etabliert worden, um weiter kooperieren zu können.

Selbstbewusstsein und Vertrauen in eigene Fähigkeiten

„Die Schülerinnen und Schüler haben erfahren, dass das Deutsche Sprachdiplom eine sehr anspruchsvolle Prüfung ist, die intensive Vorbereitung und ausdauerndes Lernen erfordert. Gleichzeitig haben sie aber Selbstbewusstsein gewonnen und Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Das ist für sie als erste DSD-Gruppe an ihren Schulen besonders wichtig", fasst ZfA-Fachberaterin Metz-Klein die Erfolge des Sprachcamps zusammen.

Die Begeisterung über das Erlebte haben viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihre Schulen getragen. Sie berichteten ihren Schulleitungen von ihren Erfahrungen, präsentierten stolz Fotos und Teilnahmeurkunden und gaben Interviews für die Schulhomepages: „Die Kombination aus Lernen, Ausflügen und Freizeitaktivitäten machte das Sprachcamp zu einem tollen Erlebnis.“

Datum: 13.03.2015
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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