Archiv 2015

DSD-Sprachcamp in Argentinien: 50 Prozent Unterricht, 100 Prozent Spaß


In Verónica, Buenos Aires, bereiteten sich im Februar 50 argentinische Jugendliche aus Sprachdiplomschulen auf die DSD-I-Prüfung vor - mit kreativen Workshops und viel Spaß am Lernen.

Stephanie Weiser, Fachberaterin für Deutsch der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Argentinien, und sieben Lehrkräfte aus dem ganzen Land förderten die Schülerinnen und Schüler in den dortigen Sommerferien vom 16. bis 21. Februar eine Woche lang in den verschiedenen Kompetenzbereichen des DSD und betreuten kreative Workshops.

Schüchternheit abbauen und Spannung erzeugen

Die 16-jährige Dulce von der Cangallo-Schule Buenos Aires hat den Workshop „Szenisches Spiel“ gewählt: „Man kann sich frei ausdrücken und seine Schüchternheit verlieren.“ Sie macht mit ihrer Gruppe Übungen, um Mimik, Gestik und Aussprache zu verbessern. Später schreiben die Schülerinnen und Schüler ein eigenes kleines Stück. Wie man eine Handlung um einen Konflikt herum aufbaut und einen Spannungsbogen erzeugt, haben sie bereits mit ihren Trainerinnen Andrea Petermann und Anja Carstens besprochen.

Auch im Kurzfilm-Workshop dreht sich alles um das Thema „Mündliche Präsentation“. Mit Witz und Ironie setzen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Projekt um. So wird beispielsweise eine fiktive Präsidentin bei einem öffentlichen Auftritt ausgebuht, weil sie die Tipps ihrer Beraterinnen und Berater bezüglich Haltung, Stimme und Kontakt zum Publikum nicht beherzigt. Neben den Präsentationstechniken wurden sie von ihren beiden Lehrerinnen Kristina Plähn und Luciana Iaconianni auch mit der Filmsprache vertraut gemacht. Davon zeugen die vier Kurzfilme, die am letzten Abend allen vorgeführt wurden.

Wortschatz und Strukturen inklusive


Im Workshop „Musikparodien“ wird ebenfalls für die Abschlussaufführung geprobt. Nachdem die Jugendlichen verschiedene Videos analysiert haben, um die Kennzeichen einer Parodie herauszufinden, wählen sie einen bekannten Song als Vorlage und verfassen dazu ihren eigenen Text. „Mit den diversen Liedertexten kann jeweils ein großer Bereich des Spektrums relevanter Themen für das DSD I behandelt werden, wie etwa in unserem Fall der Themenbereich Familie, Freunde, Schule, Hobbys“, erklärt Oliver Stelzig und seine Kollegin Verena Ernst ergänzt: „Einige sprachliche Strukturen, die unseren Schülerinnen und Schülern normalerweise schwer fallen, kommen ganz selbstverständlich in diesem Lied vor, und die Schülerinnen und Schüler singen sie den ganzen Tag.“

Darüber freut sich auch die Fachberaterin Stephanie Weiser, denn so ist die Projektarbeit angelegt: „Die Schülerinnen und Schüler sollen interessengeleitet arbeiten und wie nebenbei Deutsch lernen. Deshalb brauchen wir für jeden Geschmack und für jede Persönlichkeit etwas.“ Zusammen mit ihrer Kollegin Carolina Kohler bietet sie den Workshop „Journalismus“ an. Dort lernen die DSD-Schülerinnen und Schüler, wie man Reportagen und Interviews aufbaut, bevor sie eigenständig recherchieren, Umfragen durchführen und schließlich ihre Texte verfassen. Am Ende der Woche bekommen die Teilnehmenden eine Zeitung über den Aufenthalt in Verónica: Sprachcamp Zeitung.


Geläufigkeit im Deutschen

Vormittags muss jeder verschiedene Module zu den Fertigkeiten Leseverstehen, Hörverstehen und Textproduktion durchlaufen. „Dieses Camp kann natürlich nur eine Initialzündung sein, damit die Schülerinnen und Schüler Strategien und Strukturen kennen lernen, die sie dann das ganze Jahr über anwenden“, sagt Weiser und betont: „Was unsere Jugendlichen brauchen, sind Motivation, Selbstvertrauen und Geläufigkeit in der deutschen Sprache.“ Dabei sind sie in den fünf Tagen einen großen Schritt in diese Richtung gegangen. Kein Wunder: Sieben Stunden Deutschunterricht haben die Sprachcamp-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer täglich, oft arbeiten sie auch noch in den Pausen an ihren Projekten, und mit den Lehrkräften müssen sie ohnehin die ganze Zeit Deutsch sprechen. Am Ende sind sie stolz auf die Ergebnisse, die sie am Projektabend präsentieren.

Die beteiligten Lehrkräfte planen derweil schon weiter. Denn alle möchten auch 2016 wieder mitfahren, wenn es ein DSD-I-Sprachcamp gibt. Für die Schülerinnen und Schüler ist es jedoch unwahrscheinlich: Wer dieses Jahr dabei war, hat sehr gute Chancen, die Prüfung zu bestehen.

Datum: 13.03.2015
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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