Archiv 2015

Staatsgymnasium Valmiera: Mittler zwischen Theorie und Berufspraxis


Zu den zehn Besten im Wettbewerb „Beruf macht Schule“ des Auswärtigen Amts gehört auch das Staatsgymnasium Valmiera in Lettland mit seinem Konzept für berufsorientierende Bildung.

Rund 50 Oberstufenschülerinnen und -schüler des lettischen Staatsgymnasiums (SG) Valmiera, das als Sprachdiplomschule von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) gefördert wird, hatten im Schuljahr 2013/2014 auch außerhalb des Unterrichts viel zu tun. Sie gingen nicht nur in den normalen Unterricht, sondern zusätzlich etwa einmal im Monat zur „Schule für junge Biologen und Mediziner“ – einer Arbeitsgruppe, die interessierten Jugendlichen die Wissenschafts- und Berufswelt der Biologie und Medizin praktisch nahebringt. Die Schülerinnen und Schüler der Sprachdiplomschule trafen sich mit Fachärztinnen und -ärzten eines örtlichen Krankenhauses, hospitierten auf verschiedenen Stationen oder übten beim Besuch eines medizintechnischen Ausbildungszentrums an lebensgroßen Puppen, einen Ultraschalluntersuchung durchzuführen. Am Studienzentrum der biologischen Fakultät der Universität Lettlands erkundeten sie Flora und Fauna. „Die Schülerinnen und Schüler sind sehr interessiert und aktiv“, so die heißt es seitens der Schule. „Diese Veranstaltungen helfen, eine Vorstellung von verschiedenen Berufsfeldern zu entwickeln.“

Astronomie, Recht oder Biologie


In Zusammenarbeit mit Hochschulen und Unternehmen organisiert das SG Valmiera mehrere solcher „Schulen“ oder Arbeitsgemeinschaften zu so unterschiedlichen Fächern wie Mathematik, Recht oder Astronomie. Die Schülerinnen und Schüler können bei Vorlesungen, Forschungsprojekten oder Betriebsbesichtigungen ihre Fähigkeiten erproben, Wissen vertiefen und Berufe kennenlernen. Wer erfolgreich ist, hat je nach Fach die Chance auf ein Studienstipendium. Einblicke in die Berufspraxis bekommen die Jugendlichen außerdem während der sogenannten Schattentage. Dabei begleiten sie berufserfahrene Mentorinnen und Mentoren im Arbeitsalltag. Auch Schul-AGs wie der Debattierclub, die Schulzeitung oder die Robotik-AG legen wichtige Grundlagen für das spätere Berufsleben.

Bei der schulübergreifend organisierten Karrierewoche werden die Schülerinnen und Schüler angeleitet, ihre Interessen und Fähigkeiten zu analysieren. An die Berufs- und Studienwahl herangeführt werden sie bereits ab der siebten Klasse. Im Rahmen des Unterrichts behandeln sie Themen wie Selbsterfahrung, Arbeitsmarkt und Berufsplanung sowie Bildungsangebote in Lettland und im Ausland. Ein Schulpsychologe steht beratend zur Seite und bietet diagnostische Tests zur Karriereplanung an.

Zwischen Jugendlichen, Unternehmen und Hochschulen vermitteln


Durch seine enge Vernetzung mit Hochschulen, Unternehmen, Stadtverwaltung und anderen Schulen der Region nimmt das SG Valmiera eine Mittlerrolle ein – nicht nur für die eigenen Schülerinnen und Schüler, sondern für die gesamte Region. Sie ist zudem dabei, ein regionales Karriere- und Berufszentrum einzurichten. Hier erhalten Jugendliche Informationen zur Berufsorientierung und können mit der bereitgestellten Lernsoftware beispielsweise für das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz trainieren. Mit seinen Angeboten zur Berufsorientierung möchte das SG Valmiera nicht nur eine zielgerichtete Berufswahl unterstützen, sondern auch Verständnis für die Rolle der Bildung im Leben fördern.

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes betreut im Auftrag des Auswärtigen Amtes und unter Mitwirkung der Länder die mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen und die rund 1.100 Sprachdiplomschulen personell, finanziell und pädagogisch. Neben den allgemeinbildenden Schulen, an denen Projekte zur Berufs- und Studienorientierung angeboten werden, betreut die ZfA acht Berufsbildungszentren und drei Fachoberschulen an Deutschen Auslandsschulen, sowie zwei selbstständige Berufsschulen.

Datum: 10.02.2015
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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