Archiv 2015

German European School Singapore: Schule für alle


Beim Wettbewerb „DAS – Gemeinsam lernen und leben – Inklusion an Deutschen Auslandsschulen“ des Auswärtigen Amts gehörte die German European School Singapore (GESS) zu den besten zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

„Ich habe doch gar kein Down-Syndrom mehr“, sagt Jasper, als er nach seinem dreijährigen Schulbesuch an der GESS in Deutschland erneut an einer Förderschule eingegliedert werden soll. In Singapur war der Junge dank des Inklusionskonzepts der Regelschule in den normalen Schulalltag integriert. Unterrichtsbegleitung und Förderunterricht halfen Jasper, ein gleichberechtigtes Mitglied der Klassengemeinschaft zu sein.

Individuelle Lernpläne

„Wir haben das Ziel, unseren Schülerinnen und Schülern die bestmögliche Erziehung und Bildung zukommen zu lassen und dabei die Leidenschaft zu wecken für Lernen, Leben und Verantwortung übernehmen“, heißt es in dem Leitbild der Schule. Die Unterstützung förderbedürftiger Schülerinnen und Schüler beinhaltet für die GESS deshalb Hilfe während und außerhalb des Unterrichts. Um den Ansprüchen der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden, erweitern Sonderschullehrkräfte, Sprachtherapeutinnen und Sprachtherapeuten, Krankenschwestern und eine Psychologin das reguläre Lehrerkollegium. In Einzelstunden und Kleingruppen wird jedes Kind auf Basis seines individuellen Lernplans gefördert.


Schüler mit besonderen Bedürfnissen

Derzeit sind drei Schüler der GESS förderbedürftig. Einer von ihnen ist Andreas. Der Zweitklässler hat Lernprobleme und ist verhaltensauffällig. Wöchentlich wird der Junge während 15 Schulstunden von einer Lernassistentin unterstützt, die ihm bei Bedarf Inhalte erklärt und Aufgaben mit ihm gemeinsam löst.

Ebenfalls in der zweiten Klasse ist Markus. Er ist Autist und benötigt vor allem Hilfe bei seiner verbalen Entwicklung. Im ersten Schuljahr begleitete ihn eine sogenannte Shadow-Lehrerin – eine Pädagogin, die nur für ihn zuständig ist und hilft, dass er dem Regelunterricht folgen kann. Aktuell erhält er 14 Stunden pro Woche Förderunterricht sowie zwei Stunden Sprachtherapie.

Drittklässler Julius kam 2013 mit einer massiven Rechenschwäche, sogenannte Dyskalkulie, und dem Verdacht auf Lese-Rechtschreibschwäche an die GESS. Der Schüler erhält Unterstützung im Fach Deutsch und trainiert mit einer Psychologin seine Mathematikfähigkeiten – Noten bekommt er in diesem Schulfach nicht, damit er sich auf seine individuellen Lernfortschritte konzentrieren kann.

Das inklusive Konzept der Schule kommt derweil nicht nur der Integration förderbedürftiger Schülerinnen und Schüler zugute: Eltern berichten, dass ihre Kinder durch den Umgang mit beeinträchtigen Mitschülerinnen und Mitschülern deutlich an sozialen Kompetenzen gewonnen haben.

Datum: 09.02.2015
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
Links zum Thema

PASCH-net und Social Media