Archiv 2015

DAISY kommt

Über 1.200 Schulen weltweit betreut die Zentralstelle für das Auslands­schulwesen (ZfA). Neben Know-how und Engagement der Beschäftigten ist dazu ein effizientes und zeitgemäßes Informations­system nötig, dessen Entwicklung jetzt begonnen hat. Die Kick-off-Veranstaltung für das neue System DAISY fand am 3. Februar im Bundesverwaltungsamt statt.

Das bisherige Informationssystem ISAS (Informationssystem Auslands­schulen) wurde zu Beginn der 90er Jahre entwickelt und 1998 in ersten Teilen eingesetzt. Bei stetiger Weiterentwicklung des Systems stößt es inzwischen an seine Grenzen, eine Überarbeitung ist aus technischen und fachlichen Gründen erforderlich. Nicht nur das Auslandsschulwesen hat sich inzwischen rasant verändert, die Technik hat es auch. Nun soll ein neues Informationssystem für die deutsche Auslandsschularbeit entwickelt werden, dass sowohl von der ZfA wie auch von den Deutschen Auslandsschulen und den Fachberatern/Koordinatoren genutzt werden wird. Bei der Kickoff-Veranstaltung gaben ZfA, die eigens eingerichtete Projektgruppe (PG) ISAS, die Bundesstelle für Informationstechnik (BIT) des Bundesverwaltungsamtes und die beiden beteiligten Softwareentwicklerfirmen gemeinsam den Startschuss.

Geburtsstunde von DAISY

Peter Dicke, ständiger Vertreter des Leiters der ZfA, stellte den Informatikern der Firmen und der BIT zunächst die verschiedenen Aufgabenfelder der ZfA vor.

„Rund zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler Deutscher Auslandsschulen kommen aus den Gastländern“, betonte Peter Dicke. „Viele besuchen nach dem Abitur deutsche Universitäten oder bleiben unserem Land beruflich verbunden. So entstehen Netzwerke, auf die sich Außenpolitik, Exportwirtschaft und Kultur stützen können“, so Dicke. Deshalb sei die Modernisierung von ISAS auch von herausragender Bedeutung. Er freue sich auf das kommende System.


Projektleiter Edgar Borchers läutete anschließend die Geburtsstunde von DAISY ein. So soll das neue System heißen: Deutsche Auslandsschularbeit-Informations-SYstem. Ein umfangreiches Redesign von ISAS ist geplant, um vor allem die fachliche Flexibilität zu erhöhen und um auch technisch zukunftsfähig zu sein. Dabei ist vorgesehen, ISAS schrittweise abzulösen. Gemeinsam haben die Projektgruppe, die ZfA, und die IT-Dienstleister bereits seit 2013 die bisherigen fachlichen Prozesse analysiert, und ein technisches Migrationskonzept erstellt. 2014 wurden im Wesentllichen die ersten fachlichen Anforderungen für DAISY aufgenommen, die Teil der europa­weiten Ausschreibung waren. Im November 2014 konnte der Zuschlag für die Softwarerealisierung an die Firmen msg / HP erteilt werden. Auf dieser Basis können nun die beiden Softwareentwicklerfirmen die technische Umgebung für DAISY planen und aufbauen. Dabei sollen die wesentlichen Inhalte bis Ende 2018 in dem neuen System verfügbar sein, schilderte Borchers.

Nutzerfreundliches Portal

Die langfristige Planung ist nötig, „denn DAISY soll möglichst viel können“, ergänzte Udo Schichel, Ansprechpartner für ZfA-Belange in der Projekt­gruppe, der das bisherige System aus langjähriger praktischer Erfahrung bestens kennt. Vom Stellenhaushalt, dem kompletten Bewerbungs- und Vermittlungsverfahren über sämtliche finanzielle Angelegenheiten bis hin zur Administration des Deutschen Sprachdiploms wird alles enthalten sein. Dabei wird DAISY über ein nutzerfreundliches Portal zugänglich sein. „Bei der Neuentwicklung ist uns auch die Beteiligung der Deutschen Auslandsschulen und der Fachberater wichtig, die ebenfalls mit DAISY arbeiten werden“, erklärt Schichel. Auf verschiedenen Tagungen haben die ZfA und die PG dazu erste Informationsveranstaltungen durchgeführt. Nun sind jedoch erstmal die beiden Programmierfirmen am Zuge, die bereits verschiedene Projekte im Bundesverwaltungsamt realisiert haben.

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungs­amtes betreut im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder mehr als 140 Deutsche Auslandsschulen und rund 1.100 Sprachdiplomschulen personell, finanziell und pädagogisch. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 07.02.2015
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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