Archiv 2015

DS Rio de Janeiro: Positive Erfahrungen in Deutschland machen


Am Wettbewerb „Beruf macht Schule“ des Auswärtigen Amts beteiligte sich auch die Deutsche Schule Rio de Janeiro mit ihrem Konzept der Studien- und Berufsorientierung.

Bevor die intensive Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen beginnt, steht für die Jugendlichen an der Deutschen Schule Rio de Janeiro (DS Rio) in der zehnten Klasse das Thema Berufsorientierung im Mittelpunkt. In dieser Zeit bereiten sie sich umfassend auf das Berufspraktikum vor, mit dem das Schuljahr abschließt. Im Fach Gesellschaftslehre reflektieren sie unter anderem individuelle Neigungen und Fähigkeiten und wägen Gehaltshöhe und Karrierechancen verschiedener Berufe ab.

Im Rahmen einer „Woche der Studien- und Berufsorientierung“ können sich Schülerinnen und Schüler der zehnten bis zwölften Klassen in Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops über verschiedene Berufsbilder und Ausbildungswege informieren. Auf einer Universitätsmesse präsentieren sich lokale, aber auch deutsche und andere ausländische Hochschulen. Zum Abschluss geben Absolventinnen und Absolventen sowie Eltern Einblick in ihre beruflichen Werdegänge. Eine sinnvolle Maßnahme, so die Schule: „Gerade die Beispiele von nicht immer ganz geradlinig verlaufenden beruflichen Biografien führen den Schülerinnen und Schülern vor Augen, wie sehr die Berufswahl in der heutigen Zeit individuellen Entscheidungen unterliegt, was die Berufswahl aufregender, aber nicht einfacher macht.“

Drei Viertel machen ein Praktikum in Deutschland

Am Ende des ersten Schulhalbjahrs treffen die Zehntklässlerinnen und Zehntklässler eine erste Berufswahl. Die Berufs- und Studienberater der Schule organisieren einen passenden Praktikumsplatz, für den die Jugendlichen ein Bewerbungsanschreiben und einen Lebenslauf verfassen. Knapp drei Viertel von ihnen entscheiden sich für ein einwöchiges Praktikum bei einem der deutschen Unternehmen in Braunschweig und Hannover, zu denen die DS Rio gute Kontakte unterhält. Dort leben sie in Gastfamilien und lernen den deutschen Alltag aus nächster Nähe kennen.


Während des insgesamt dreiwöchigen Deutschlandaufenthalts am Ende des zehnten Schuljahrs besuchen die Jugendlichen darüber hinaus unterschiedliche Hochschulen und Betriebe im ganzen Land: von der Technischen Universität bis zur Kunsthochschule, vom Stahlkonzern bis zum Flugzeughersteller. Die Praktikums- und Studienwochen werden durch ein kulturelles Programm ergänzt und schließen mit einem gemeinsamen Skiurlaub ab. „Ziel ist es, Deutschland aus den unterschiedlichsten Perspektiven zu betrachten“, sagt die Portugiesischlehrerin Elisabeth Fleckner, die die Schülerinnen und Schüler begleitet. „Denn nur wer bereits direkte positive Erfahrungen mit Land, Leuten und Ausbildungsmöglichkeiten gemacht sowie mit Vorurteilen aufgeräumt hat, wird sich nach Abschluss des Abiturs wirklich für einen Studienaufenthalt in Deutschland entscheiden.“

Erfahrungen reflektieren

Zu Beginn der elften Klasse schreiben die Teilnehmenden einen Praktikumsbericht und blicken auf ihre Erfahrungen zurück. Bis zu ihrem Abschluss haben sie noch die Möglichkeit, ihr unternehmerisches Potenzial im Projekt „Junior Achievement“ zu erproben. Trotz des hohen Lernpensums ein lohnenswerter Schritt: Die Jugendlichen, die am erfolgreichsten eine Firma gründen und dazu ein Produkt erschaffen und vermarkten, werden ausgezeichnet.

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes betreut im Auftrag des Auswärtigen Amtes und unter Mitwirkung der Länder die mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen und die rund 1.100 Sprachdiplomschulen personell, finanziell und pädagogisch. Neben den allgemeinbildenden Schulen, an denen Projekte zur Berufs- und Studienorientierung angeboten werden, betreut die ZfA acht Berufsbildungszentren und drei Fachoberschulen an Deutschen Auslandsschulen, sowie zwei selbstständige Berufsschulen.

Datum: 27.01.2015
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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