Archiv 2015

Deutsche Schule Dublin: Heterogenität als Lebenswirklichkeit


Am Wettbewerb „DAS – Gemeinsam lernen und leben – Inklusion an Deutschen Auslandsschulen“ des Auswärtigen Amts nahm auch die St. Kilian’s Deutsche Schule Dublin teil.

Für die meisten Kinder und Jugendlichen bedeutet Schule nicht nur zu lernen, sondern mit Mitschülerinnen und Mitschülern zu spielen und zu lachen. Für Coleen ist dieser Schulalltag vor allem eins: anstrengend. Die Neuntklässlerin ist Autistin und deswegen besonders nähe- und lärmempfindlich. Sie und andere Schülerinnen und Schüler in den normalen Unterricht zu integrieren, ist Ziel der St. Kilian’s Deutschen Schule Dublin.

Um den Inklusionsgedanken praktisch umzusetzen, legt die Schule Wert auf räumliche, personelle und außerunterrichtliche Angebote. Zwei Klassenräume sind den Belangen förderbedürftiger Kinder und Jugendlicher entsprechend ausgestattet. Unterrichtsstoff kann dort vor- oder nachbereitet werden. Falls Schülerinnen und Schüler Ruhe brauchen, dienen sie als Rückzugsorte.

Persönliche Stärken hervorheben


Zur Entwicklung individueller Lehrpläne für Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigung arbeiten zwei Lehrkräfte ausschließlich im Förderunterricht. Reguläre Lehrkräfte werden durch Praktikantinnen und Praktikanten unterstützt, die die Kinder in den Schulstunden begleiten. Außerhalb des Unterrichts bietet die Schule sportliche, kreative oder kognitive Aktivitäten, wie beispielsweise einen Schachclub, die Schülerinnen und Schüler mit und ohne besondere Lernvoraussetzungen gleichermaßen wahrnehmen. Je nach persönlichen Stärken und Vorlieben ermöglichen die Angebote, das Gefühl der Zugehörigkeit zu stärken und Anerkennung zu erfahren.

Die Zusatzangebote der St. Kilian’s Deutschen Schule Dublin nutzt auch Coleen mittlerweile intensiv. Eine große Entwicklung, bedenkt man, dass die Neuntklässlerin aufgrund ihres Autismus früher eher eine Einzelgängerin war. In wöchentlichen Förderstunden lernte sie den Umgang mit Mitschülerinnen und Mitschülern sowie die Teilnahme an Gruppenveranstaltungen. Im Projekt „Grüne Schule“, das sich dem Umweltschutz widmet, begann Coleen sich in Kleingruppen zu integrieren und vor ihren Mitschülerinnen und Mitschülern zu sprechen. Es stellte sich heraus, dass das Mädchen eine gewandte Rednerin ist. Bis heute hat sie ein „Jugend forscht“-Team bei einer Nationalausstellung in Dublin repräsentiert, nimmt an diversen Debattierwettbewerben teil und hält Vorträge über Umweltschutzthemen in Grundschulklassen. Durch Fördermaßnahmen und dem Engagement von Lehrkräften, Eltern und ihr selbst ist sie zu einem selbstbewussten Mitglied der Schulgemeinschaft geworden.

Die St. Kilian’s Deutsche Schule Dublin gehört zu den mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 27.01.2015
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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