Archiv 2015

Deutsche Schule Pretoria: Sensibilisieren und integrieren


Den zweiten Platz des Wettbewerbs „DAS – Gemeinsam lernen und leben – Inklusion an Deutschen Auslandsschulen“ des Auswärtigen Amts belegte die Deutsche Schule Pretoria (DSP) mit ihrem Projekt „Gemeinsam auf dem Weg“.

Damit Freya und Meya konzentriert am Unterricht teilnehmen können, dürfen möglichst keine störenden Geräusche von außen in den Klassenraum dringen. Die beiden sind hörgeschädigt und besuchen die Vorschule der Deutschen Schule Pretoria (DSP). Unterrichtsräume wurden schalldämmend ausgestattet, um den beiden das Hören anhand ihrer Hilfsmittel zu erleichtern. Mitschülerinnen und Mitschüler klärte die Klassenlehrerin spielerisch auf, um sie für die besondere Situation der Mädchen zu sensibilisieren.

„Unsere Schulgemeinschaft bewertet ihre kulturelle und soziale Vielfalt sowie die Heterogenität unserer Schülerinnen und Schüler als Bereicherung und fördert die Integration durch inklusive Maßnahmen auf inner- und außerschulischer Ebene“, so das Leitbild der Deutschen Schule in Südafrika. Ein Leitbild, das die DSP infrastrukturell wie auch im Schulalltag umsetzt. Insgesamt besuchen 880 Kinder und Jugendliche die Einrichtung – davon 80 mit Förderbedarf. Das Engagement der DSP wurde beim diesjährigen Wettbewerb des Auswärtigen Amts mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro belohnt.

Ein gemeinsames Ziel

Viele Schulgebäude sind bereits barrierefrei – für andere bestehen konkrete Umbaupläne. Neben geeigneten Räumlichkeiten bemüht sich die DSP auch im personellen Bereich um fachliche Unterstützung: Eine Sonderpädagogin, ein Schulsozialarbeiter, eine Lernbegleiterin und mehrere Praktikantinnen stehen Kindern mit Beeinträchtigung während der Schulstunden und zwischen den Unterrichtseinheiten zur Seite. „Durch das inklusive Konzept wollen wir das Miteinander von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Bedarf verbessern“, so Schulleiter Norbert Klevenz.

Im Fall von Julian wurden Mitschülerinnen und Mitschüler, deren Eltern und Lehrkräfte im Vorfeld auf Veränderungen im Schulalltag vorbereitet: Der Zwölfjährige ist der erste Schüler mit Down-Syndrom an der DSP. Damit er den Schulalltag meistern kann, benötigt er in den Hauptfächern Unterstützung durch eine Lernbegleiterin. Mit ihr lernt er seinem Niveau entsprechend Mathematik, Deutsch und Englisch. In den Nebenfächern nimmt Julian am Regelunterricht seiner Klasse teil. Einmal im Quartal treffen sich seine Eltern, Lehrkräfte und externe Therapeuten, um individuelle Lernziele festzulegen. Die Inklusion an der DSP funktioniert deshalb so gut, weil man an einem Strang zieht, so der Tenor aller Beteiligten.

Die Deutsche Schule Pretoria gehört zu den mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 22.01.2015
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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