Archiv 2014

Austausch- und Begegnungstage im Rheinland


36 Schülerinnen und Schüler verschiedener Sprachdiplomschulen in der Ukraine, Georgien, Moldau und Belarus waren vom 17. bis 21. November auf Einladung der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Deutschland.

Der Austausch war Teil des Projekts „Ausbau der Zivilgesellschaften in den Ländern Ukraine, Georgien, Moldau und Belarus“ und wurde aus Mitteln des Auswärtigen Amts gefördert. Für viele der jungen Deutschlernenden im Alter von 14 bis 16 Jahren, die kurz vor den Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz Stufe I stehen, war es der erste Besuch in Deutschland. Untereinander war der Kontakt schnell hergestellt und sie tauschten sich über Unterschiede und Gemeinsamkeiten ihrer Heimatländer aus – natürlich auf Deutsch.

„Es war uns ein zentrales Anliegen, die jungen Leute miteinander zu vernetzen und Diskussionen über Themen wie die Entwicklung Europas und die Bedeutung von Demokratie anzuregen", so Heike Toledo, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Deutsches Sprachdiplom / Deutsch als Fremdsprache in der ZfA. „Genauso wichtig war der Austausch mit Schülerinnen und Schülern aus Deutschland. Daher haben wir einen ganzen Vormittag lang Workshops zum Demokratieverständnis im schulischen Alltag in einem deutschen Gymnasium durchgeführt“.

Eine Stadtführung durch Köln, ein Besuch im Haus der Geschichte in Bonn und des NS-Dokumentationszentrums in Köln – das Programm bot den jungen Deutschlernenden vielfältige Möglichkeiten, sich mit Kultur und Geschichte Deutschlands auseinanderzusetzen. Auch ein Besuch des Schokoladenmuseums stand auf dem Programm. „Das Gruppengefühl wurde vor allem beim gemeinsamen Klettern in einer Kletterhalle gestärkt“, so Dieter Jaeschke, ZfA-Fachberater in Bukarest, der die Gruppe gemeinsam mit Ortslehrkräften verschiedener DSD-Schulen sowie mit ZfA-Mitarbeiterinnen und -MItarbeitern die gesamte Woche lang begleitete.

Workshop-Tag in deutschem Gymnasium


Ein Höhepunkt der Austausch- und Begegnungstage war der Workshop-Tag am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Hürth am 18. November. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 9e arbeiteten die DSD-Schülerinnen und -Schüler in insgesamt sechs Workshops zu Themen wie Schülervertretung und eigenverantwortliche Schülerinitiativen.

Dr. Katrin Shimizu begrüßte die Schülerinnen und Schüler im Namen des Auswärtigen Amts und forderte sie auf, miteinander ins Gespräch zu kommen, Ideen auszutauschen und gemeinsam Lösungen zu finden. „Warum wir euch eingeladen haben? Weil ihr Teil unserer großen Familie seid, unserer Familie der PASCH-Schulen, das heißt Partnerschulen“, so Shimizu. „Wir freuen uns, dass ihr euch für Deutschland interessiert. Für deutsche Kultur, für deutsche Musik, vielleicht auch für deutsche Autos und Fußball. Aber es geht bei PASCH um mehr. Es geht darum, dass wir alle miteinander sprechen, einander zuhören und uns gemeinsam verstehen. Was an Deutschland interessiert euch? Was bedeutet für euch Europa?“.

Hört nicht auf zu fragen!

Georg Fischer, Schulleiter des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, betonte ebenfalls die große Bedeutung von Austausch und Kommunikation: „Der Friedensbeitrag fängt da an, wenn man sich als Jugendliche gut versteht und die anderen Kulturen kennenlernt“, so der Schulleiter. „Hört nicht auf zu fragen!“ Diese Wünsche und Hoffnungen deckten sich nur zu gut mit den Vorstellungen der jungen Deutschlernenden und ihrer Gastgeber aus Hürth. „Wir wollen neue Leute kennenlernen, die Kultur von Deutschland und anderen Ländern erleben", so eine DSD-Schülerin aus der Ukraine. Eine deutsche Schülerin gab offen zu: „Ich weiß eigentlich fast gar nichts über Belarus, aber ich möchte sehr gerne etwas lernen.“

Nachdem die DSD-Schülerinnen und -Schüler ihre Länder und die Schülerinnen und Schüler der 9e ihre Schule in kurzen Präsentationen vorgestellt hatten, ging es in die Workshops, in denen eifrig diskutiert wurde. Neben der inhaltlichen Arbeit ging es hier auch immer um ein persönliches Kennenlernen. Das Fazit einer Schülerin aus Hürth: „Die Zusammenarbeit hat sehr gut geklappt und ich hätte nicht gedacht, dass man in so kurzer Zeit Kontakte knüpfen kann.“ Eine Möglichkeit zum näheren Kennenlernen der Schülerinnen und Schüler bot sich am Donnerstagabend bei einer gemeinsamen Feier.

Treffen mit Abgeordneter Müntefering


Gleich zu Beginn des Austauschs fand ein Treffen mit Michelle Müntefering (SPD), Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB), statt. Die Abgeordnete besuchte am 17. November das Bundesverwaltungsamt in Köln. Sie ist unter anderem Mitglied des Unterausschusses Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) sowie stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuss. Vor dem offiziellen Besuchstermin begrüßten Müntefering und BVA-Präsident Christoph Verenkotte gemeinsam die DSD-Schülerinnen und Schüler. Als Mitglied des Unterausschusses Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik interessierte sich Müntefering sehr für das Projekt und trat mit den Schülerinnen und Schülern in einen regen Dialog.

„Solche Austausch- und Begegnungsprojekte sollten öfter stattfinden, damit wir mehr Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bieten können, Deutschland kennenzulernen und sich mit deutschen Schülerinnen und Schülern, aber auch DSD-Schülerinnen und -Schülern anderer Länder, auszutauschen. Sie sind alle Teil einer DSD-Familie, das wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines solchen Projektes sehr bewusst und eröffnet ihnen neue Perspektiven", so das Fazit von Heike Toledo.

Datum: 26.11.2014
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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