Archiv 2014

Deutsche Schule Genf feiert 25 Jahre Mauerfall


Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule Genf beschäftigten sich anlässlich des 25. Jahrestags intensiv mit dem Fall der Berliner Mauer. Erfolgreich nahmen sie unter anderem an einem Essay-Wettbewerb der Deutschen Botschaft Bern teil.

Bereits am 9. Oktober lud die Deutsche Schule Genf (DSG) anlässlich des 25. Jahrestages der historischen Montagsdemonstration in Leipzig zu einem Politikabend ein. Uwe Brandt, Lehrer an der DS Genf, hatte selbst an den Demonstrationen in Leipzig von September bis November 1989 teilgenommen. Daher nahm er die Rolle des Zeitzeugen ein und schilderte anschaulich den Ablauf der dramatischen Vorgänge sowie die daraus resultierende Konfrontation mit dem Ministerium für Staatssicherheit.

Der Gedenk- und Politikabend wurde eingeleitet von einer Kunstinstallation zum Thema „Freiheit – Mauer“, kombiniert mit einer Vernissage zu einer Ausstellung von Plakaten, die die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 und 11 der DSG und des Genfer Collèges Claparède in einem gemeinsamen Projekt geschaffen hatten. Die Kunstinstallation – eine über die Breite des Schulhofes errichtete Mauer aus Schnüren – konnten die Gäste überwinden, indem sie die Frage nach der Bedeutung des Wortes Freiheit für ihr eigenes Leben beantworteten. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten ihre Plakate, erläuterten sie und beantworteten die Fragen der Besucherinnen und Besucher. Anschließend wurden Plakate und Kunstinstallation in die Deutsche Botschaft nach Bern gebracht, wo sie noch einige Wochen zu sehen sein werden.

Essay-Wettbewerb der Deutschen Botschaft Bern


Die Deutsche Botschaft in Bern hatte einen Essay-Wettbewerb zum Thema Mauerfall ausgeschrieben, an dem Schülerinnen und Schüler der Oberstufe teilnahmen. In ihren Beiträgen schlugen die Schülerinnen und Schüler einen Bogen von der Vergangenheit zur Gegenwart und beschäftigten sich mit der Rolle Deutschlands in der Welt sowie den Auswirkungen des Mauerfalls auf die politische Ordnung in Europa. Die besten sieben Beiträge sind auf der Website der Deutschen Botschaft nachzulesen.

Am 9. November, dem historischen Tag des Mauerfalls, waren Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte zur Prämierung der besten Essays und der gelungensten Plakate in die Deutsche Botschaft in Bern geladen. Die beiden Preisträgerinnen des Essaywettbewerbs, Makura Schaab und Kassandra Schmid, beide Klasse 12, trugen ihre Essays vor. Der deutsche Botschafter, Dr. Lampe, zeigte sich beeindruckt. Bei solch sorgfältig recherchierten Berichten zur Vergangenheit und der gedankliche Reife in der Auseinandersetzung mit der Gegenwart brauche man sich um die Zukunft Deutschlands keine Sorgen zu machen, lobte er die Vorträge und überreichte beiden Siegerinnen ihre Pokale. Auch die Zuhörerschaft zollte den jungen Autorinnen hohen Respekt für die erbrachte Leistung.

Pop-Art-Stil und Fluchtversuche


Auch die drei besten Plakate wurden mit je einem Pokal geehrt. Besonders gewürdigt wurde dabei die höchst unterschiedliche Verarbeitung der Deutschen Vergangenheit. Stellten die Preisträgerinnen und Preisträger ihrem Plakat im Pop-Art-Stil die Rolle bedeutender Persönlichkeiten dar, ging es den Zweitplatzierten darum, Einzelschicksale hervorzuheben, indem sie gelungene, spektakuläre Fluchtversuche darstellten. Die frankophonen Schülerinnen und Schüler des Genfer Collèges Claparède gewannen mit ihrem Plakat zum Checkpoint Charlie den dritten Preis, eine gelungene gemeinsame Projektarbeit.

Der Empfang in der Deutschen Botschaft endete mit einer Lichtshow des bekannten Schweizer Lichtkünstlers Gerry Hofstetter. Während die Seitenflügel des Botschaftsgebäudes in die deutsche Flagge gehüllt blieben, wanderten über die Fassade zu Klaviermusik von Ludovico Enaudi Bilder, die das Geschehen am 9. November 1989 und den nachfolgenden Wochen vergegenwärtigten. Die Schülerinnen und Schüler waren sich einig: Der Abend in Bern war zum Abschluss ihrer intensiven Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte auch eine schöne und wertschätzende Bestätigung ihrer Arbeit.

Datum: 17.11.2014
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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