Archiv 2014

Deutsches Sprachdiplom in Skandinavien


Zum ersten Mal, seitdem das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz in Skandinavien angeboten wird, gab es eine zentrale Fortbildungsveranstaltung der DSD-Lehrkräfte Finnlands und Schwedens im November in Stockholm.

Gemeinsam mit Helga Fiechtner, Fachberaterin der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Helsinki, machten sich Vertreterinnen und Vertreter der 14 finnischen DSD-Schulen am 7. November auf den Weg nach Stockholm. Dort trafen sie am 8. November in den Räumen des Goethe-Instituts mit ihren schwedischen Kolleginnen und Kollegen zusammen. Ebenfalls dabei war eine Lehrerin der Deutschen Schule Kopenhagen, die das DSD am Gymnasium in Tönder betreut.

„Die Idee zu dieser Fortbildung kam uns, nachdem wir an mehreren Ostseelehrerkonferenzen teilgenommen haben, an denen Deutschlehrkräfte aus den Ostseeanrainerstaaten zusammen kamen“, erzählen Fachberaterin Fiechtner und Gerhard Austrup, Fachberater der ZfA in Stockholm. „Jedes Mal war es ein fruchtbarer Meinungsaustausch, aber jedes Mal zeigte sich auch, dass die skandinavischen Länder mehr Gemeinsamkeiten untereinander haben als mit den Ländern östlich und südlich der Ostsee. So bot es sich an, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser beiden Länder, die auch traditionell enge Beziehungen zueinander pflegen, genauer zu beleuchten und dabei voneinander zu lernen“.

Schwedisch-finnische Arbeitsgruppen

Zu Beginn der Fortbildung erfolgte ein Rückblick auf die Ergebnisse der vergangenen DSD-I- und DSD-II-Prüfungen in den beiden Ländern und der Vergleich mit den Ergebnissen weltweit. Schon hier zeigten sich Unterschiede zwischen Schweden und Finnland, wie zum Beispiel stärkere Leistungen schwedischer Jugendlicher in der mündlichen Kommunikation gegenüber deutlich besseren schriftlichen Ergebnissen finnischer Lernender.

Im Zentrum des Tages stand die Beschäftigung mit der schriftlichen und mündlichen Kommunikation im DSD. In schwedisch-finnisch gemischten Arbeitsgruppen werteten die Kolleginnen und Kollegen Aufsätze aus und verglichen ihre Ergebnisse. Auch die Bewertung einer mündlichen Prüfung, die alle gemeinsam ansahen, wurde in Gruppen lebhaft diskutiert. In diesen Gesprächen wurden die unterschiedlichen Sichtweisen der Kolleginnen und Kollegen auf die Prüfungsleistung der Schülerinnen und Schüler deutlich. Trotzdem zeigte es sich, dass man bei den Ergebnissen nah beieinander lag.

Deutsch wieder „in Mode“

Im Plenum wurde über die Situation des Deutschunterrichts in Schweden und Finnland gesprochen. „In beiden Ländern verlieren die Fremdsprachen zunehmend an Bedeutung; Englisch ist unangefochten die Fremdsprache Nummer eins. Als Fremdsprache Nummer zwei ist Spanisch attraktiver geworden und Deutsch hat an Akzeptanz verloren", stellen die Fachberaterin und der Fachberater fest. „Trotzdem gibt es Signale, dass dies kein Trend auf Dauer sein muss. Eine schwedische Kollegin berichtete, dass an einigen Schulen Deutsch schon wieder „in Mode“ komme. Und in Finnland sind es zumindest die Sprachdiplomschulen, die auch in Zukunft für Deutschlernende attraktiv bleiben“.

PASCH-net vorgestellt

Am Nachmittag berichtete eine Lehrerin aus dem finnischen Tampere ausführlich vom ZfA-Landeskundeseminar im Sommer 2014. Sie stellte unter anderem die vielfältigen Möglichkeiten vor, wie Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler sich über die Website PASCH-net austauschen und wie Lehrkräfte sich für ihren Unterricht mit Materialien versorgen können.

„Die Lehrkräfte zeigten großes Interesse daran, sich auch in Zukunft auszutauschen. Geplant ist nun ein viertägiges Seminar für schwedische und finnische DSD-Lehrkräfte als länderübergreifendes PASCH-Projekt im kommenden Jahr in Lübeck. Auf diesem Weg kann die begonnene Zusammenarbeit fortgesetzt und vertieft werden“, so das Fazit der Fachberaterin und des Fachberaters.

In Schweden und Finnland gibt es insgesamt 29 DSD-Schulen und zwei Deutsche Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt eine qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 14.11.2014
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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