Archiv 2014

Dritter PASCH-Vorlesewettbewerb in Bolivien


Am 27. und 28. Oktober traten die 37 besten Vorleserinnen und Vorleser der PASCH-Schulen in Bolivien zum Finale des nationalen DaF-Vorlesewettbewerbs an der Deutschen Schule „Colegio Mariscal Braun“ in La Paz an.

Vor der nationalen Endausscheidung hatten sich die Jugendlichen schon als Schul- oder Regionalsieger in den jeweiligen Vorrunden des Wettbewerbs durchgesetzt und so für die Endrunde qualifiziert. Die meisten Schülerinnen und Schüler waren aus Sucre, Oruro, Santa Cruz und Cochabamba angereist. In La Paz trafen sie in unterschiedlichen Niveau- und Altersgruppen auf die Qualifikanten des Colégio Ave Maria, eine Schule, die von Nonnen aus Bayern geleitet wird, und der Deutschen Schule La Paz. Die Kandidatinnen und Kandidaten hatten sich jeweils einen Text ausgesucht, den sie der Jury und den zahlreichen interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern mit einer kurzen Einleitung vorstellten.

„Teilweise wurde bis zur letzten Minute mit Eltern und Begleitlehrkräften an Intonation, Aussprache und am flüssigen Vortrag gefeilt“, erzählt Helmut Raffel, ZfA-Fachschaftsberater vor Ort. Alle Schülerinnen und Schüler mussten einen Auszug aus einem selbstgewählten Buch vorstellen und wurden zusätzlich mit einem unvorbereiteten Text konfrontiert, der ihrer Altersstufe und ihrem Leistungsvermögen entsprach. Für diesen Text bekamen sie zehn Minuten Vorbereitungszeit. Bewertet wurden die Kriterien Aussprache, Intonation, Flüssigkeit und Richtigkeit. Von den verschiedenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden Märchen, Gedichte und Szenen aus Jugendbüchern, aber auch schwierige landeskundliche und literarische Artikel vorgelesen.

Vertrauen in eigene Lesefähigkeit


Zusätzlich zu einigen Lehrkräften der Deutschen Schule La Paz saßen Stefan Schnepp, Kulturreferent der Deutschen Botschaft La Paz, Halina Hyzy, DaF-Fachleiterin im Goethe-Institut sowie Vertreterinnen und Vertreter der anderen beteiligten Schulen in den Bewertergremien. Stefan Schnepp als Vertreter des Deutschen Botschafters in La Paz und Mitglieder des Direktoriums der Deutschen Schule La Paz übergaben in einer feierlichen Zeremonie die Urkunden und Preise. Versüßt wurde die Aktion durch Goldbärchenpäckchen eines Süßwarenproduzenten aus Deutschland. Insgesamt wurden in diesem Jahr in neun Kategorien Gewinnerinnen und Gewinner auf nationaler Ebene ermittelt und zweite und dritte Plätze vergeben.

„Mit dieser landesweiten Aktion sollen Schülerinnen und Schüler angeregt werden, deutschsprachige Texte zu lesen, Vertrauen in die eigene Lesefähigkeit zu bekommen und ihre Aussprache, Lesefähigkeit und Lesegestaltung zu schulen. Also Ziele, die angesichts einer immer größer werdenden Medienberieselung gegenwärtig nicht mehr ganz selbstverständlich sind“, erklärt Raffel. „Und ganz nebenbei trägt diese Aktion auch zur Vernetzung der deutschen Schulen in Bolivien bei.“


Dass dieser Lesewettbewerb inzwischen auch bei vielen Familien in der Andenrepublik an Attraktivität gewonnen hat, konnte man daran erkennen, dass der überwiegende Teil der auswärtigen Schülerinnen und Schüler von einigen Familienmitgliedern begleitet wurde, die weder Strapazen noch Kosten für die zum Teil weiten Reisen gescheut hatten und auch viel Interesse für die Vorstellungen der anderen Schülerinnen und Schüler zeigten. Bei der Übergabe der Diplome waren mehr als 90 Personen anwesend.

Finanziell unterstützt wurde der Vorlesewettbewerb von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen in Deutschland und der Deutschen Kulturgemeinschaft und der Deutschen Schulgemeinschaft in La Paz, so dass erst dadurch die weite Anreise für viele der auswärtigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ein Rahmenprogramm und gemeinsame Mahlzeiten ermöglicht werden konnten. Attraktive Buchprämien wurden gestiftet von der Botschaft der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland, so dass fast alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Preisverleihung mit einem interessanten und altersangemessenen Buch ausgestattet werden konnte.

In Bolivien gibt es drei DSD-Schulen und zwei Deutsche Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt eine qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 12.11.2014
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
Links zum Thema

PASCH-net und Social Media