Archiv 2014

DSD-Schüler interviewen deutsche Minderheit in Siebenbürgen


Viele Schülerinnen und Schüler lernen in Rumänien Deutsch. In einem Projekt der ZfA am Colegiul National Samuel von Brukenthal in Sibiu/Hermannstadt kamen Neuntklässler mit Menschen der deutschen Minderheit in Siebenbürgen ins Gespräch.

Vom 2. bis zum 5. Oktober fand in Vulcan/Wolkendorf im Kreis Brasov/Kronstadt ein mit Minderheitenmitteln der Bundesregierung finanziertes Projekt statt, das von Schulleiter Gerold Hermann, seiner Frau Adriana, der Klassenlehrerin Inge Sommer und der Fachberaterin der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) Birgit van der Leeden betreut wurde.

Dabei haben die Schülerinnen und Schüler, die sich alle auf das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz vorbereiten, Menschen, die zur dortigen deutschen Minderheit gehören, interviewt. Die Interviews, die alle auf Deutsch geführt wurden, haben den Jugendlichen Einblicke in das Leben der deutschen Minderheit gewährt. Die Neuntklässler fanden zum Beispiel heraus, dass die Kinder der beteiligten Wolkendorfer meist nach Deutschland ausgewandert sind, dass aber die Elterngeneration an ihrer Heimat hängt und in Siebenbürgen bleiben möchte.


Kultur der Deutschen in Siebernbürgen

Die älteren Dorfbewohnerinnen und -bewohner erzählten den Schülerinnen und Schülern von Bräuchen und Festen, manche auch von ihrer schweren Vergangenheit. Heute macht die deutsche Minderheit insgesamt weniger als zwei Prozent aus. Speziell in Wolkendorf gibt es aber noch eine Häufung von Siebenbürger Sachsen, für die die Kirchengemeinde eine große Rolle spielt, fanden die jungen Interviewerinnen und Interviewer heraus. „Durch die Interviews wurde eine aufschlussreiche Recherche zur Kultur und Entwicklung der deutschen Minderheit in Siebenbürgen erstellt“, resümiert van der Leeden. Die Schülerinnen und Schüler konnten so ihre deutschen Sprachkenntnisse in realen Gesprächssituationen erproben und gewannen Einblicke in einen ihnen bislang verborgenen Teil der Gesellschaft.

In Rumänien betreut die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen eine Deutsche Auslandsschule und mit drei Fachberatern 52 Sprachdiplomschulen. Allein in Siebenbürgen werden in diesem Winter 750 Schülerinnen und Schüler an der Prüfung zum Deutschen Sprachdiplom (DSD II) teilnehmen. Das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern. Die Prüfungssätze werden von der ZfA in Köln erstellt. Hier findet auch die Auswertung der Ergebnisse statt. Alle Regularien des DSD werden im Zentralen Ausschuss behandelt. Die Sprachdiplomprüfung ist mehr als eine bloße Sprachfeststellungsprüfung. Sie hat darüber hinaus Auswirkungen auf den Deutschunterricht in vielen Ländern und ermöglicht eine weltweite Vergleichbarkeit der Leistungen, weil sie am Europäischen Referenzrahmen für Sprachen orientiert ist.

Datum: 10.11.2014
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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