Archiv 2014

Erstmals DSD-I-Diplome in Israel


Erstmalig wurden am 30. Oktober DSD-Diplome an Deutschlernende in Israel im Beisein der Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland in Eilat, Barbara Pfeffer, und der Fachberaterin für Deutsch der ZfA, Heike Juras-Bremer, überreicht.

Acht Schülerinnen und Schüler der Rabin High School hatten im März an den Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz – Erste Stufe (DSD I) teilgenommen und dabei hervorragende Ergebnisse erzielt. „Eure Leistungen verdienen höchste Anerkennung und unseren Respekt“, so Honorarkonsulin Pfeffer in ihrem Grußwort an die DSD-Absolventinnen und -Absolventen. „Mit viel Engagement und persönlichem Einsatz habt ihr das zusätzliche Angebot eurer Schule genutzt, Deutsch zu lernen. Und unser Dank gilt auch eurer Deutschlehrerin, Petra Tänzer, die es schafft, euch immer wieder zu motivieren und fürs Deutschlernen zu begeistern.“

Fachberaterin Juras-Bremer wies auf die historische Dimension dieser DSD-Diplomübergabe hin: „Nun gehören auch ihr und eure Schule zur großen DSD-Familie, zu einem Netzwerk von rund 1.100 Schulen in 67 Ländern. Ihr seid die ersten Schülerinnen und Schüler in Israel, die erfolgreich an einer DSD-Prüfung teilnahmen. Eure ausgezeichneten Kompetenzen in der deutschen Sprache und eure hervorragenden Leistungen bei der DSD I-Prüfung sind beispielgebend für alle Deutschlernenden an israelischen Schulen.“

Deutsch als Wahlfach

Mit dem Schuljahr 2014/15 wurde an fünf israelischen Schulen Deutsch als Wahlfach eingeführt. Damit hat Deutsch im schulischen Bereich nun denselben Status wie andere Wahl-Fremdsprachen. Ab dem kommenden Schuljahr wird Israel eine eigene Bagrutprüfung (Abitur) in Deutsch einführen. Ein erfolgreich abgelegtes DSD I soll dann als Äquivalent zum Bagrut in Deutsch anerkannt werden. Bei der Einführung von Deutsch als Wahlfach arbeiten das israelische Erziehungsministerium, die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) und die Kultusministerkonferenz der Länder eng zusammen. Eine entsprechende gemeinsame Absichtserklärung steht kurz vor der Unterzeichnung.

Die stellvertretende Schulleiterin Betty Manole betonte in ihrem Grußwort, wie wichtig neben einem guten Deutschunterricht regelmäßige Austauschprogramme und gemeinsame Projekte mit Schulen in Deutschland sind. Sie dankte Deutschlehrerin Tänzer für ihre engagierte Arbeit und der deutschen Seite für ihre Unterstützung des Deutschprogramms an der Rabinschule.

Feierliche Diplomübergabe

Zahlreich waren Eltern und Geschwister der DSD-Absolventinnen und -Absolventen, aber auch Deutschlernende jüngerer Jahrgangsstufen der gemeinsamen Einladung der Rabin High School und der ZfA-Fachberatung zur feierlichen Diplomübergabe gefolgt. Schülerinnen und Schüler führten in Deutsch und Hebräisch durchs Programm und trugen mit ihren beeindruckenden musikalischen Beiträgen zum Gelingen der Feierstunde bei. Den Abschluss bot ein Empfang, zu dem die deutsche Botschaft in Tel Aviv eingeladen hatte.

„Es war eine rundum gelungene Zeremonie“, so Fachberaterin Juras-Bremer. „Ich hoffe, dass die Schülerinnen und Schüler weiter ihr Deutsch pflegen werden, dass sie ihre Sprachkenntnisse nutzen: für ein Studium, für ihr späteres Berufsleben oder einfach nur zum Reisen und um neuen Freundschaften zu schließen. Eine Familie berichtete mir vom gemeinsamen Familienurlaub: Mutter, Vater und vier Kinder verbrachten im vergangenen Sommer eine Woche in Berlin. Die Eltern erzählten davon, wie ihr Sohn, der nun sein DSD I in den Händen hält, eine Woche lang als Fremdenführer und Dolmetscher für seine Familie agierte. Lernen fürs Leben – so etwas zu hören freut eine Fremdsprachenlehrerin natürlich ganz besonders! Und der zweitälteste Sohn wird übrigens in einem Jahr an der DSD-Prüfung teilnehmen.“

Die Rabin High School in Eilat gehört zu den rund 1.100 Sprachdiplomschulen und den mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 03.11.2014
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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