Archiv 2014

Oktoberfest an der Deutschen Schule der Borromäerinnen in Kairo


Mehr als 700 Eltern, Lehrkräfte, Freunde der Schule und Schülerinnen hatten sich am 18. Oktober um 17 Uhr auf der „Wiesn“ eingefunden, um das erste Oktoberfest an der Deutschen Schule der Borromäerinnen in Kairo zu feiern.

Ungewöhnliche Klänge hörte man aus den Mauern der ehrwürdigen Deutschen Schule der Borromäerinnen (DSB) in Kairo weit in die Mohamed Mahmud Straße hinein. Der Schulhof leuchtete in weiß-blau, die bayerisch dekorierten Verkaufsbuden wurden von tausenden Lichtern angestrahlt und im Zentrum der Bühne wartete bereits das Fass auf den Bieranstich. So wurde dann auch unter Assistenz des Schulleiters Walter Ritter durch Ramesh de Silva, Kulturbeauftragter der Deutschen Botschaft Kairo, das Fest mit dem traditionellen „Ozapft is!“ eröffnet.

Fest der Begegnung

„An diesem warmen Oktoberabend wurde gefeiert in der DSB Kairo. Der Tanzboden war stets übervoll, die mal traditionelle, mal rockige Volksmusik verbreitete sofort Oktoberfeststimmung und ausgelassene gute Laune“, berichtet Schulleiter Ritter.


Die Entscheidung der Schulleitung, nach drei, durch die politischen Veränderungen im Land, sehr belasteten Jahre, ein fröhliches Fest zu feiern, war eher spontan. „Das Oktoberfest, ein traditionsreiches deutsches Fest und dazu das größte deutsche Volksfest - es könnte ein gutes Fest der Begegnung werden“, so seine Hoffnung. Dieser Wunsch bestätigte sich vollkommen. Deutsche, Ägypter, Muslime, Christen tanzten und sangen ausgelassen zusammen. Die Würstel mit Sauerkraut und die Brezeln schmeckten allen und man prostete sich mit Bier oder Limonade gleichermaßen zu. Manch einer schmückte seine Brust mit einem Kuchenherz. „Man spürte, dass das 'I mog di' darauf wirklich ernst gemeint war“, ist Ritter überzeugt.

Let´s go to Oktoberfest

Höhepunkte des Abends waren die Tanzeinlagen. 20 Viertklässlerinnen hüpften und klatschten ihren „Bergvagabunden-Tanz“ und übertrugen sofort ihre Begeisterung auf das Publikum. Folklore modern zeigten anschließend neun Schülerinnen der neunten Klasse mit ihrer Show „Let`s go to Oktoberfest“. In perfekten Dirndln, in Kairo genäht, präsentierten sie eine tolle Tanzshow mit allen Elementen des traditionellen und modernen Tanzes.


Für die meisten Gäste folgte eine Premiere besonderer Art: ein „Schuhplattler“. Dieser Männer-Volkstanz im Drei-Viertel-Takt wurde von Mitgliedern der Schulleitung und des Lehrerkollegiums überzeugend dargeboten. In echten Lederhosen und karierten Hemden absolvierten sie eine Folge von Sprüngen und Hüpfbewegungen nach dem Rhythmus der Musik. Dabei „plattelten“ (schlugen) sie sich selbst auf die Schenkel, die Knie und die Schuhsohlen und stampften mit den Füßen auf.

„Es war eine Freude, die vielen Menschen in hübschen Dirndl, Lederhosen oder traditioneller Trachtenkleidung auf dem Schulhof in Ägypten zu sehen und zu spüren, dass die Menschen sich verstehen und mit ungezwungener Fröhlichkeit zusammen feiern“, so Ritter. Insgesamt war man sich einig, dass dieses bayerische Oktoberfest in einer Nonnenschule mit ägyptischen Schülerinnen, die zum großen Teil muslimischen Glaubens sind, ein absolut gelungenes Beispiel für eine Begegnung zwischen den Kulturen war.

Die Deutsche Schule der Borromäerinnen in Kairo gehört zu den mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.
Datum: 27.10.2014
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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