Archiv 2014

Anastasija Minitš aus Estland gewinnt Jugend debattiert international


Nach einer spannenden Finalwoche gewinnt die Sprachdiplomschülerin Anastasija Minitš aus Estland am 17. Oktober das Internationale Finale von „Jugend debattiert international“.

„Sollen extremistische Parteien verboten werden?“ Eine Frage, die seit Jahren viele Länder Europas beschäftigt. Auch die vier besten jungen Debattiertalente Mittel- und Osteuropas lieferten sich zu diesem Thema eine spannende Debatte beim Internationalen Finale des deutschsprachigen Schülerwettbewerbs „Jugend debattiert international“ in Warschau. Nach einer einwöchigen Turnierwoche ging die 16-jährige Anastasija Minitš aus Estland als internationale Siegerin hervor. Sie besucht die Sprachdiplomschule Deutsches Gymnasium Tallinn. Den zweiten Platz belegte Regina Bartha von der Sprachdiplomschule Karinthy Gymnasium in Budapest.

Vier Schülerinnen, eine Streitfrage, zwei Pro-Meinungen, zwei Kontra-Positionen, 24 Minuten Dauer – im Saal des Konferenzzentrums Muranów im Museum der Geschichte der polnischen Juden verfolgten knapp 200 Zuhörerinnen und Zuhörer die aufregende Finaldebatte. Anastasija Minitš überzeugte die Jury mit ihren rhetorischen Fähigkeiten und sprach sich in der Debatte für das Verbot von extremistischen Parteien aus.

Gutes Zuhören und sachliche Argumentation


„Ich hätte nie gedacht, dass ich heute den Sieg davontrage, da ich nur für jemanden eingesprungen bin und eigentlich gar nicht teilnehmen sollte. Daher bin ich umso begeisterter, dass ich heute hier gewonnen habe“, kommentierte Anastasija Minitš ihren Sieg. Um bis in die Finaldebatte von „Jugend debattiert international“ zu kommen, mussten sie und die anderen 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Finalwoche nicht nur gutes Zuhören und genaue und sachliche Argumentation lernen, sondern sich auch bei den Regionalausscheidungen und auf nationaler Ebene durchsetzen.

Der Weg ist das Ziel: Auch wenn alle im Wettbewerb siegen wollen, ist doch die Teilnahme selbst das, was den Schülerinnen und Schülern am meisten bringt. „Jugend debattiert international“ will Jugendliche vor allem dazu anregen, sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen kritisch auseinanderzusetzen. Beim Debattieren auf Deutsch können sie außerdem ihre Fremdsprachenkenntnisse zum Einsatz bringen und verbessern. „Dieser Wettbewerb der Ideen und Argumente, dieser produktive Streit macht für mich den Kern einer demokratischen Willensbildung und Lösungsfindung aus und ist genau das Faszinosum, das eine Demokratie anzubieten hat, um die Menschen zu begeistern und zu überzeugen“, würdigte Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, das Projekt in ihrem Grußwort beim Finale.


„Jugend debattiert international – Länderwettbewerb in Mittel- und Osteuropa“ ist ein Projekt des Goethe-Instituts, der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen. Das Projekt findet seit 2005 statt und insgesamt haben bereits mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler aus acht Ländern teilgenommen.

Das VIII. Internationale Finale wurde ermöglicht aus den Mitteln der Bildungsoffensive Deutsche Sprache des Auswärtigen Amtes. Medienpartner waren „fluter – Das Jugendmagazin der Bundeszentrale für politische Bildung“, das Bildungsportal für Schüler der Tageszeitung „Gazeta Wyborcza edulandia.pl“ und die Zeitschrift für Schüler „Cogito“. In Polen wird das Projekt unterstützt von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und dem polnischen Alumni-Verein des Internationalen Parlamentsstipendiums.

Die Finalistinnen und Finalisten des VIII. Internationalen Finales:

  • 1. Platz: Anastasija Minitš (Estland)
  • 2. Platz: Regina Bartha (Ungarn)
  • 3. Platz: Júlia Pőcze (Ungarn)
  • 4. Platz: Ivan Michňa (Tschechien)
  • Datum: 21.10.2014
    Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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