Archiv 2014

Deutsch-Usbekischer Schüleraustausch geht erfolgreich weiter


Im Rahmen des Austauschprojekts begegneten sich nicht nur Lernende der Liebigschule in Gießen und des Lyzeums Nr. 2 in Urgentsch, sondern auch die zwei Satirefiguren Hodscha Nasreddin und Till Eulenspiegel.

Seit einem Jahr besteht eine Schulpartnerschaft zwischen der Liebigschule Gießen und dem vom Goethe-Institut Taschkent betreuten PASCH-Lyzeum Nr. 2 in Urgentsch, Usbekistan. Das Schüleraustauschprojekt wurde vom Pädagogischen Austauschdienst gefördert und fand unter dem Motto „Till Eulenspiegel trifft Hodscha Nasreddin“ statt. Im Juni war die usbekische Schülergruppe bereits in Gießen – nun folgte der Rückbesuch von zwölf Gießener Schülerinnen und Schüler und zwei Lehrkräften in Urgench.

Usbekische Gastfreundschaft pur

Bereits am Flughafen deutete sich die usbekische Gastfreundschaft an. Die PASCH-Schülerinnen und -Schüler des Lyzeums Nr. 2 warteten auf die Besucher aus Deutschland mit Brot, Salz und Blumen. Der sehnsüchtig erwartete Gegenbesuch des Projektes „Nasreddin Hodscha trifft Till Eulenspiegel“ wurde Wirklichkeit. Der Empfang vor dem Lyzeum 2 in Urgentsch erfolgte mit Pauken und Trompeten, natürlich auf usbekische Weise. Die deutschen Lehrkräfte wurden in Ehrenkleider gehüllt, die erforderlichen Grußadressen und Willkommensgrüße folgten. Der Empfang in den Familien war für alle Beteiligten einfach nur überwältigend.


Erzählungen wurden lebendig

Am Folgetag wurde die Projektarbeit wieder aufgenommen. Einige Schülerinnen und Schüler hospitierten im Fremdsprachenunterricht, die anderen besprachen die Details der Projektplanung unter örtlichen Gegebenheiten. Schon in Deutschland hatten die Schülerinnen und Schüler das Bedürfnis Hodscha Nasreddin in seinem Heimatland näher kennen zu lernen. Deshalb wurde das Programm soweit verändert, dass die Reise von Till Eulenspiegel nach Usbekistan in den Vordergrund rückte. Und in der Tat wurden beim Besuch der berühmten Stadt Chiwa die Erzählungen von Nasreddin lebendig. Das Lokalkolorit in den Nasreddin-Episoden lieferte immer wieder Schlüssel für das Detailverständnis, wie beispielsweise den Gegensatz von Arm und Reich.

Durch gemeinsame Experimente in der Bäckerei und Erkundungen in der Holzwerkstatt sowie der Seidenweberei tauchte man in die alte Handwerkskunst ein. Zur praktischen Umsetzung kamen die Erkenntnisse bei einem Picknick am Salzsee Kalajik.

Vorhang auf für deutsch-usbekisches Zusammenspiel

Zur Umsetzung und Darbietung der einzelnen Geschichten zog man sich in das Jurtenlager an der Festung Ayaz Kala zurück. Dort probte die usbekische Gruppe mit historischen Kostümen für einen Fotoroman, die deutsche Gruppe versuchte sich an der Umsetzung einer Geschichte mit einem Schattenspiel. Dazu war der Taptschan vor Ort der ideale Rahmen und die abendliche Wüstensonne lieferte die passende Beleuchtung. Till Eulenspiegel „heilte“ Kranke und Nasreddin mit seinen Kaninchen überlistete wieder einmal den reichen Bei.


Nasreddin hat nicht nur Till, Till hat auch Nasreddin gefunden

Wie auch schon in Deutschland erleichterte die hohe Sprachkompetenz der usbekischen Schülergruppe sowohl die Kommunikation im Projekt, als auch im usbekischen Alltag, den die deutsche Schülergruppe aus erster Hand erfahren durfte. Am Abschlussabend wurden die Ergebnisse in großer Runde präsentiert und erläutert und die usbekische Gastfreundschaft noch einmal richtig genossen.

Datum: 19.09.2014
Quelle: Tamara Fatum und Johannes Hoffmann, Liebigschule Gießen

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