Archiv 2014

DSD-Sprachcamp in Bolivien


Bolivien ist immer wieder ein Abenteuer – auch für Einheimische. Das durften 30 Schülerinnen und Schüler der DSD-Schulen aus Sucre und Oruro erfahren, die ausgewählt worden waren, um an einem viertägigen Vorbereitungskurs zum DSD I vom 30. Juli bis zum 3. August teilzunehmen.

Organisiert und geleitet wurde das Sprachcamp von Helmut Raffel, ZfA-Fachschaftsberater in Bolivien, und Katja Wostradowski, Bundesprogrammlehrkraft und Fachleiterin für DaF am Colégio Humbodt in Sucre. In Coroico, einem kleinen Ausflugsort in der Nähe von La Paz, hatten die beiden ein schönes und preiswertes Quartier in eindrucksvoller Regenwaldumgebung gefunden, in dem man ungestört lernen und leben konnte. Jeden Tag gab es zwei umfangreiche Arbeitsblöcke zum DSD I. Neben der intensiven Arbeit stand unter anderem eine Exkursion zu einer Tierauffangstation auf dem Programm, in der Tiere des Regenwaldes gepflegt werden.

Spektakuläre Reise

Für fast alle Teilnehmer war allein die Reise nach Coroico schon ein Erlebnis, da sie ihr eigenes Land kaum kennen und bereits die Fahrt von La Paz in den 120 km von La Paz entfernten Naherholungsort spektakulär ist"", berichtet Raffel. Ging es doch von La Paz aus, das schon auf einer Höhe von 3.400 Metern liegt, nach der Überquerung eines schneebedeckten Passes auf 4.500 Meter Höhe in etwa zwei Stunden durch eine eindrucksvolle Berglandschaft in ein grünes und fruchtbares Regenwaldgebiet.

Der überwiegende Teil der Schüler hatte noch nie Schnee gesehen und auch noch nie den bolivianischen Regenwald in den Yungas besucht. Auch für einige der engagierten Begleiterinnen waren die Yungas und deren überwältigende Flora und Fauna Neuland. Nach der Passüberquerung gehörten aber deutsche Wörter wie Schneeballschlacht und Schlittern sehr schnell zum Alltagsvokabular aller Beteiligten.

Vortrag von Schülern aus La Paz

Das Sprachcamp hat allen Teilnehmern viel Spaß gemacht, und die sehr engagierte Schülergruppe wusste den Einsatz und die Unterstützung durch die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Schule La Paz, die alle elektronischen Medien großzügig zur Verfügung gestellt hatte, wirklich zu schätzen"", so das Fazit von Fachschaftsberater Raffel. Alle beteiligten Organisatoren hoffen, dass Deutschland für die Teilnehmer aus dem Inneren Boliviens dank des Sprachcamps etwas konkreter geworden ist. Dazu beigetragen hat auch ein Vortrag von Schülern aus La Paz, die extra die umständliche Fahrt nach Coroico auf sich genommen hatten und zur Dualen Ausbildung an der Deutschen Schule La Paz und den daraus resultierenden Möglichkeiten in Deutschland und Bolivien referierten.

"Alle Beteiligten wünschen sich, dass sich auch in diesem Jahr die Ergebnisse zum DSD in Sucre und Oruro weiter verbessern werden und ein solches Projekt keine Eintagsfliege bleibt, sondern wiederholt werden kann und in der Andenrepublik zu einer ständigen Einrichtung wird"", fasst Raffel zusammen. Das Sprachcamp wurde von der Zentralstelle für das Auslandschulwesen zum überwiegenden Teil finanziell getragen, da für die meisten Schüler aus dem Inneren des Landes Schulausflüge und Exkursionen unerschwinglich sind.

In Bolivien gibt es drei DSD-Schulen und zwei Deutsche Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt eine qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 22.08.2014
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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