Archiv 2014

Aller guten Dinge sind drei


36 PASCH-Schülerinnen und -Schüler kamen bei der dritten PASCH-Sommerschule des DAAD in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe zusammen.

„Hinsetzen, hinsetzen, hinsetzen!“, tönt es über den Schulhof. 36 Schülerinnen und Schüler gehen in die Hocke. „Ohhh“ und „heyyy!“, sie springen nacheinander auf und eine perfekte La-Ola-Welle läuft durch die Gruppe. Es sind die letzten Minuten der PASCH-Sommerschule in Duschanbe.

Rückblick: Noch vor zwei Wochen sah dies ganz anders aus. Die Teilnehmenden aus der, von der Zentralstelle für das Auslandschulwesen (ZfA) betreuten, DSD-Schule Nr. 89. und der vom Goethe-Institut betreuten Schule Nr. 28 trafen aufeinander, neugierig und aufgeregt blickten sie den kommenden Tagen entgegen. Und die erste La-Ola-Welle ging gewaltig in die Hose, aber es blieb genügend Zeit diese ausgiebig zu üben. Vor ihnen lagen erlebnisreiche Tage.

Ein kleines Stück Deutschland

Torwandschießen, Zwiebelkuchen und Rote Grütze selbst kochen, Geschichtsunterricht zum „Deutschen Sonderweg“, deutsche Kühe in Stallungen der Molkerei Duschanbe, moderne Bands wie Mark Forster oder Cro aus den Lautsprechern, deutsche Technik im Maschinenraum eines Hotels und schwarz-rot-gold auf Flaggen und im Gesicht: Das alles stellt nur einen Ausschnitt aus der PASCH-Sommerschule 2014 dar. Mit dem vielfältigen Programm wurde ein kleines Stück Deutschland nach Tadschikistan gebracht.

Die Schülerinnen und Schüler nahmen zehn Tage lang an vielfältigen Aktivitäten zu spannenden Themen und Fragestellungen teil. Die eingeladenen Referentinnen und Referenten aus aller Welt sprachen dabei Deutsch und schufen so eine Plattform zum lebhaften Austausch. Die Unterrichtsthemen reichten von Architektur über Ingenieurswesen und Landwirtschaft bis Psychologie, von Journalismus bis zu Umwelt, sodass für jedes Mädchen und jeden Jungen etwas dabei war.

Selbst aktiv werden

Selbst entdecken und erfahren war dabei das Ziel der Einheiten, kein langweiliger Frontalunterricht. Die Lernenden gingen auf Exkursion in eine Molkerei und deren Viehbetrieb, hinter die Kulissen des Hyatt Regency Hotels, auf die Spuren der Diplomaten-Tätigkeit in der Deutschen Botschaft, hinter das Steuer im Cockpit eines Flugzeuges und erlebten eine aufregende Fotosafari auf den Straßen ihrer Heimatstadt. Wer wäre da nicht gern dabei gewesen?

Es boten sich Möglichkeiten vieles zum ersten Mal oder mit neuen Augen zu sehen. Sehen, zuhören, singen, sich unterhalten, schmecken und schreiben: Mit allen Sinnen konnte die Schülergruppe dabei sein, aktiv werden und selbst die Veranstalter überraschen. Zwei Wochen Lernen und Spaß haben und das alles selbstverständlich auf Deutsch!

Informationen zum Studium in Deutschland

Zusätzlich gab es gezielt Informationen zum Studienaufenthalt in Deutschland. Die Deutschlernenden machten Übungen zum TestAS, erfuhren Neues zu Studienmöglichkeiten und notierten fleißig nützliche Websites. Ein Leben in Deutschland könnten die Teilnehmenden nun in Zukunft meistern.

Als bei der Abschlussfeier am letzten Tag alle gemeinsam und ausgelassen zu tadschikischen Rhythmen und deutschen WM-Songs tanzen, wurde den Tutoren und Tutorinnen noch einmal bewusst, dass sich die Sommerschule mehr als gelohnt hat. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden sich Felix Thießen, Nilufar Ishandzhonova, Rustam Seyidov und Evelyn Fieguth dann von einer Spitzen-Mannschaft in weißen Trikots, die stolz die Logos der Sponsoren zeigen.

Unvergessliche Erfahrungen und Erlebnisse

Als Erinnerung bleiben jedoch nicht nur ein T-Shirt, eine Tasse und viele Fotos, sondern vielmehr die unvergesslichen Erfahrungen und Erlebnisse, deutsche Ohrwürmer, gemeinsame Wasserschlachten und neue Eindrücke und Perspektiven. Es ist die Begeisterung für die deutsche Sprache, die diese Kinder zusammengeführt hat und die sie teilen. Deshalb soll an dieser Stelle den PASCH-Schulen Nr. 28 und Nr. 89 herzlich gedankt werden, die dies den Kindern ermöglichen. Ganz besonders Frau Achmedova, die unglaublich engagiert mithalf und mit großem Herzen ihrer Aufgabe als Lehrerin nachgeht.

Dank gebührt auch den Referenten und Referentinnen, die die jungen Lernenden mit ihren Präsentationen und Workshops inspirieren konnten. Ein großes Dankeschön geht ebenfalls an den DAAD, das Goethe-Institut und die ZfA, ohne deren finanzielle Unterstützung so ein besonderes Projekt gar nicht möglich wäre. Parallel wurde dieses Jahr eine Sommerschule in Khudjand durchgeführt und somit konnten insgesamt über 60 tadschikische Kinder teilnehmen. Initiiert wurde das Projekt von Arthur Rapp, dem Leiter des DAAD Informationszentrums in Duschanbe.

Datum: 10.07.2014
Quelle: Evelyn Fieguth und Felix Thießen
Links zum Thema

PASCH-net und Social Media