Archiv 2014

Erster Landeswettbewerb „Jugend debattiert“ in Brasilien


Im Rahmen des Deutsch-Brasilianischen Jahres organisierte das Colégio Humboldt in São Paulo im April den ersten landesweiten Wettbewerb „Jugend debattiert“. Teilnehmen konnten alle PASCH-Schulen in Brasilien.

Seit 2011 sind auch in Brasilien mittlerweile 79 Lehrkräfte aus elf Schulen von der DaF-Fachleiterin des Colégios Humboldt Pamela Beetz und dem „Jugend debattiert“-Lehrer-Trainer Harry Beetz zu „Jugend debattiert”-Lehrkräften ausgebildet worden. Seit dem Schuljahr 2012 wurde das Projekt im DaF-Unterricht der brasilianischen Oberstufe erprobt. Es wurden Klassen- beziehungsweise Schul- und zwei Regionalwettbewerbe durchgeführt.

Zum ersten Landeswettbewerb in Brasilien traten 20 Schülerinnen und Schüler aus zehn Schulen an. Am ersten Tag wurden die Schülerinnen und Schüler in einem Siegerseminar und die Lehrerinnen und Lehrer in einer Jurorenschulung auf die beiden Qualifikationsrunden und das Landesfinale vorbereitet. Wilhelm Krüsemann, zuständiger Referent bei der ZfA für den Wettbewerb „Jugend debattiert International“, unterstützte die Seminarleiterinnen und -leiter tatkräftig.

Am Abend wurden die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte in der Privatresidenz des deutschen Generalkonsuls von São Paulo empfangen, wo vier Schülerinnen und Schüler in einer Spaßdebatte zum Thema „Sollen auch Männer Stöckelschuhe tragen?“ ihre Debattierfähigkeiten demonstrieren konnten. Am nächsten Tag wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die erste Qualifikationsrunde für das Landesfinale vorbereitet, die am Nachmittag stattfand. Sie debattierten über das Thema „Sollen die Atomkraftwerke abgeschaltet werden?“. Alle Themen des Wettbewerbes waren zuvor in einem demokratischen Abstimmungsverfahren von den DaF-Fachleiterinnen und DaF-Fachleitern der teilnehmenden Schulen bestimmt worden.

Hoher Stellenwert für den DaF-Unterricht


Am 25. April fanden die zweite Qualifikationsrunde und das erste Landesfinale im Theater des Colégios Humboldt vor 300 Zuhörerinnen und Zuhörern statt. Die Band der Schweizerschule sorgte mit ihren Musikbeiträgen für gute Stimmung im Saal. Als Ehrengäste konnten Generalkonsul Däuble, Claudio Struck, der Leiter des Deutsch-Brasilianischen Jahres, Eckart Pohl von der Industrie- und Handelskammer in São Paulo sowie der Fachberater und die Fachberaterin der ZfA für Brasilien, Wolfgang Theis und Gabriele Metz-Klein, begrüßt werden.

In seiner Eröffnungsrede verdeutlichte Wilhelm Krüsemann den hohen Stellenwert des Wettbewerbs für den DaF-Unterricht und wünschte sich für die Zukunft einen ersten südamerikanischen Wettbewerb „Jugend debattiert“. Die Hertie-Stiftung betonte in einem Grußwort die besondere Bedeutung Brasiliens als größtes Land Südamerikas und war erfreut, dass „Jugend debattiert“ nun auch hier Einzug gehalten hat.

Acht Schülerinnen und Schüler debattierten anschließend in der zweiten Qualifikationsrunde das Thema „Sollen in den Unterrichtsräumen Videokameras installiert werden?“. Vor dem Landesfinale lobte Generalkonsul Däuble in seiner Ansprache die guten Fremdsprachenkenntnisse der Schülerinnen und Schüler und deren Bereitschaft, sich mit aktuellen politischen Themen in Brasilien auseinanderzusetzen. Dies wurde besonders im Landesfinale deutlich, als die vier Finalistinnen und Finalisten das Thema „Soll in einem Land mit vielen sozialen Problemen die Weltmeisterschaft stattfinden?“ debattierten.

Als Landessiegerin aus der spannenden Debatte ging Beatriz Verol von der Escola Alemãn Corcovado aus Rio de Janeiro hervor, den zweiten Platz belegte Pedro Rosso von der Schweizerschule São Paulo, den dritten Platz Carina Cipriano vom Colégio Humboldt. Die beiden besten Schülerinnen und Schüler sowie der Deutschlehrer der Siegerin fliegen auf Einladung der ZfA zum Weltkongress Anfang Juni nach Berlin, was sicherlich für beide ein unvergessliches Erlebnis werden wird.

Datum: 05.05.2014
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
Links zum Thema

PASCH-net und Social Media