Archiv 2014

„Meine Stadt“ – ein deutsch-palästinensisches Geschichtsprojekt in Jerusalem


Die Schülerinnen der Schmidt-Schule in Ost-Jerusalem haben sich vom 13. bis 28. März mit der Geschichte ihrer Stadt auseinandergesetzt.

Gemeinsam mit Archäologen und Historikern des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (DEI) gingen die Jugendlichen auf Entdeckungsreise. In dem zweiwöchigen, von der Auslandsvertretung initiierten Pilot-Projekt „Meine Stadt“ besuchte die Klasse 10b unter der Leitung von Geschichtslehrer Dr. Klaus Schmitz das DEI auf dem Ölberg. Unter der Anleitung der DEI-Mitarbeiter Katja Soennecken und Marcel Serr bekamen die Schülerinnen einen ersten Eindruck vom wissenschaftlichen Arbeiten in einer Bibliothek sowie dem Umgang mit historischen Karten und Quellen.

Grundlage des Projekts war das Kinderbuch „Abenteuer Jerusalem“ des DEI-Direktors Prof. Dieter Vieweger. Das reich illustrierte Buch ermöglichte einen altersgerechten Zugang zur Geschichte der Stadt. Die Schülerinnen bearbeiteten in kleinen Gruppen je eine Epoche: von den biblischen Anfängen des israelitischen Jerusalem, über die Zeit des Herodes und der Römer bis hin zur frühen islamischen Epoche unter den Umayyaden und schließlich den Kreuzfahrern und Saladin. Begleitet wurde das Programm von Exkursionen in den archäologischen Park des DEI unter der Erlöserkirche und in ein Museum über die Stadtgeschichte.

Ideologiefreier Zugang zur Geschichte von Jerusalem

Den Abschluss des Projekts bildeten die Vorträge der Schülerinnen vor historischen Gebäuden ihrer Zeit. Im Schatten des Felsendoms berichteten zwei Schülerinnen in Form eines Rollenspiels über die Geschichte und die religiöse Bedeutung des Berges Morija für die drei abrahamitischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam. Eine zweite Gruppe erklärte vor den Huldah-Toren den Aufbau des gigantischen herodianischen Tempels und fragte anschließend die Klasse direkt in einem Quiz ab. Zwei Schülerinnen, die die biblischen Anfänge Jerusalems vorstellten, stiegen mit dem Song „By the Rivers of Babylon“ von Boney M. in ihre Präsentation ein. Die „Kreuzritter-Gruppe“ führte die Klasse schließlich in die wechselvolle Geschichte und die Mysterien der christlichen Grabeskirche ein.

„Jenseits von politisch aufgeladenen Geschichts-Narrativen gelang es durch dieses Projekt, den Schülerinnen einen spannenden, kreativen und v.a. ideologiefreien Zugang zu der Geschichte ihrer Stadt zu vermitteln“, sagt Rüdiger Hocke, Leiter der Schmidt-Schule.

Die Schmidt-Schule in Ost-Jerusalem gehört zu den mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.
Datum: 22.04.2014
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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