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Nationale Deutscholympiade Shanghai 2014


Eine Deutscholympiade? Was soll das sein? Dazu gehört all das, was bei einer Olympiade dabei sein muss: Spiele, Wettbewerbe und interessante Begegnungen.

7. März 2014, um 13 Uhr beginnt der Ansturm: Gespannt, aufgeregt und erschöpft drängeln sich dicht an dicht knapp hundert Deutschlernende aus 49 PASCH-Schulen, 50 Deutschlehrende, zahlreiche Helfer, Gäste und Organisatoren in der Lobby der Shanghai World Foreign Language Middle School (WFLMS) (上海市世界外国语中学). Die Nationale Deutscholympiade 2014 geht los.

Auf dem Programm standen zwischen dem 7. und 9. März nicht nur die Wettbewerbe auf den Sprachniveaus A2, B1 und C1, sondern auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Workshops, interessanten Gästen und Vorträgen.

Interessant fing es schon am Freitag an. Nach den Einstufungstests konnten die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerkräfte Workshops zu den Formaten Rollenspiele, Talkshows und Theaterstücke besuchen. Vorbei mit langweiligen Frontal-Vorträgen und abgenutzten PowerPoint-Präsentationen. Aufmerksam und mit viel Motivation machten alle mit -– auch weil die Schülerinnen und Schüler diese Formate am nächsten Tag in ihrer mündlichen Prüfung umsetzen mussten.

Nach dem Abendessen folgte die offizielle Begrüßung durch die Veranstalter, dem Goethe-Institut China, vertreten durch Karin Benkelmann-Zhang, und der ZfA vertreten durch Gundula Meyer-Oehring. Dr. Claus Heimes richtete im Namen der Abteilung für Kultur und Bildung am Generalkonsulat Shanghai ein Grußwort an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, betonte dabei die wichtigen und sich stetig verbessernden Beziehungen zwischen China und Deutschland. Zuletzt hielt Luo Peiming von der WFLMS eine Rede. Zwischen allen Reden sorgten tolle Tanz-, Musik- und Gedichtvorträge für Auflockerung.

Ein erster anstrengender und spannender Tag war vorbei. Der zweite konnte beginnen.

Am Samstag ging es mit den Vorrunden und weiteren Workshops für Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte weiter. Die Theaterworkshops machten den Schülerinnen und Schülern sichtlich Spaß und ließen die Anspannung zeitweise vergessen. Vielleicht waren auch deshalb im Anschluss die mündlichen Prüfungen so kreativ und unterhaltsam. Nach einstündiger Vorbereitungszeit in einer zufällig zusammengesetzten Gruppe mit einem zufällig ausgewählten Thema (zum Beispiel neue Medien oder bester Freund/beste Freundin) präsentierten die Teilnehmenden die Themen. Die Entscheidung fiel den Prüfenden sichtlich schwer. Am Abend gab es verschiedenste Vorträge zum Thema Deutsch lernen in Deutschland. Ob Schüleraustausch oder Studium, für jeden war etwas dabei.

Der dritte und letzte Tag brach an, die Sonne schien und tat somit ihr Bestes, um diesen Tag zu etwas Besonderem zu machen.

Die Finalistinnen und Finalisten standen fest, die Finalrunden konnten beginnen. Vier Gruppen auf Sprachniveau A2, drei auf B1 und zwei auf C1 stellten erneut ihre Deutschkenntnisse unter Beweis. Viele schauten sich die Finalrunden an – es hat sich wirklich gelohnt. Mit viel Witz und Können behandelten sie kontroverse Themen, wie Konflikte zwischen den Generationen oder auch Homosexualität. Am Ende mussten, so schwer es auch fiel, Gewinnerinnen und Gewinner ausgemacht werden, die an der Internationalen Deutscholympiade in Frankfurt teilnehmen werden oder Stipendien für Sprachkurse in Deutschland gewannen. Doch niemand ging leer aus. Parallel zu den Finalrunden lief ein Spiele-Workshop, bei dem man ebenfalls viele Preise gewinnen konnte. Zusätzlich erhielt jeder Teilnehmende eine PASCH-Tasche, randgefüllt mit tollen Dingen, die auch in der Zukunft den Spaß am Deutsch lernen erhalten werden.

Vor der Siegerehrung wurden noch feierlich drei weitere Schulen ins PASCH-Netzwerk aufgenommen. Die Plaketten überreichte der Länderdirektor des Goethe-Instituts China, Herr Peter Anders. Somit werden an der nächsten Deutscholympiade noch weitere talentierte Schülerinnen und Schüler teilnehmen können.

So ging ein ereignisreiches Wochenende zu Ende. Und damit nicht nur ein Wettbewerb, sondern auch ein Kulturaustausch innerhalb Chinas mit Begegnungen von Deutschlernenden aus Städten zwischen Ürümqi und Xiamen, Shenyang und Shenzhen: Neue Freundschaften wurden geschlossen, kreative und intelligente Auseinandersetzungen geführt, Eigenes und Fremdes reflektiert und präsentiert. All das war die 6. Nationale Deutscholympiade 2014 – all das nahmen die Teilnehmenden und Mitwirkenden mit nach Hause.

Datum: 20.03.2014
Quelle: Goethe-Institut China
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