Archiv 2013

Deutschlandjahr in Brasilien: Workshop mit deutschem Autor


Die Studierenden des IFPLA, dem brasilianischen Ausbildungsinstitut für Deutschlehrkräfte, hatten im November Gelegenheit, ihre Lektürekenntnisse moderner deutscher Literatur und deren Vermittlung im Unterricht anzuwenden und zu erweitern: in einem Workshop mit dem deutschen Autor Ingo Schulze und einer anschließenden Lesung.

Im Deutschland-Brasilien-Jahr 2013 war Brasilien das Gastland auf der Frankfurter Buchmesse und im Gegenzug waren deutsche Autoren zu Gast in Brasilien, so auch auf der Buchmesse in Porto Alegre im November. Auf Einladung des Goethe-Instituts, das deutsche Autoren für vier Wochen als Stadtschreiber in verschiedene brasilianische Städte einlud, kam Ingo Schulze nach Brasilien. Als Kooperationsveranstaltung bot Gabriele Metz-Klein, Fachberaterin der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Porto Alegre, für die IFPLA-Studierenden und die Schülerinnen und Schüler der Sprachdiplomschule Instituto de Educação Ivoti eine Autorenlesung mit dem Schriftsteller an.

Zuvor durften die zukünftigen Deutschlehrkräfte an einem Workshop mit Ingo Schulze teilnehmen. Die IFPLA-Studenten hatten sich im Vorfeld gründlich mit einigen seiner Werke befasst, konkrete Didaktisierungsvorschläge erarbeitet und kreative Gestaltungsaufgaben erstellt, die sie in dem Workshop präsentierten. Schulzes Roman „Adam und Evelyn“ war 2008 für den Deutschen Buchpreis nominiert worden.

Interkulturelles Lernen und interkultureller Austausch

„Die Möglichkeit, die Werke eines gegenwärtigen Autors zu lesen, zu besprechen, und dann noch mit dem Autor darüber zu sprechen und ihm zeigen zu können, wie wir seine Werke gelesen haben, dies war einmalig. Es war ein fantastisches Zusammensein, das die Studierenden so schnell nicht vergessen werden“, beschreibt Merlinde Piening Kohl, Dozentin an der IFPLA, den Workshop.

Interkulturelles Lernen und interkultureller Austausch – auch das war eine wichtige Komponente des Workshops und der Lesung, die von vielen hervorgehoben wurde. IFPLA-Studentin Patrícia Altenhofen sagt dazu beispielsweise: „Ich fand den Workshop bei Ingo Schulze sehr interessant, weil wir als Gruppe mit ihm interagieren konnten. Nicht jeden Tag hat man die Gelegenheit, an so einer Veranstaltung teilzunehmen. Deswegen war es eine besondere Erfahrung. Wertvoll ist es auch, dass man ein bisschen von der deutschen Kultur erfahren konnte: Ich war nie auf einer Lesung, aber ich weiß, dass es in Deutschland etwas ganz Normales ist, wenn der Autor vorliest.“

Positiv für alle Beteiligten

Ein kurzer Rückblick von Ingo Schulze selbst bestätigt, dass diese Veranstaltung für alle Beteiligten ausgesprochen positiv war: „Ich war auf das Angenehmste überrascht, nicht nur, wie gut die Studierenden vorbereitet waren, sondern wie intelligent und anregend ihre Beiträge waren. Ich staunte auch, dass die zahlreichen falschen Vorstellungen – 'Was wollte der Dichter uns damit sagen' – hier nie vorkamen."

„Es wäre jedem Deutschlerner und vor allem jedem zukünftigen Deutschlehrer zu wünschen, durch eine persönliche Begegnung mit dem Autor Zugang zu moderner deutscher Literatur zu finden. Darüber hinaus an einem Workshop mit einem deutschen Autor teilzunehmen, ist noch einmal etwas ganz Besonderes, erst recht, wenn man im – nur räumlich – weit entfernten Brasilien lebt“, so das Fazit der Fachberaterin Gabriele Metz-Klein.

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes betreut im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder derzeit mehr als 140 Deutsche Auslandsschulen und rund 1.000 Sprachdiplomschulen in finanzieller, personeller und pädagogischer Hinsicht. Die ZfA verstärkt eine qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 30.12.2013
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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