Archiv 2013

Wettbewerb „Deutsch mit Herz und Verstand“ in Buenos Aires


Der Oktober stand in Buenos Aires ganz im Zeichen von Deutsch mit Herz und Verstand: Schülerinnen und Schüler geförderter Schulen aus Argentinien, Chile, Ecuador und Paraguay nahmen an Bandwettbewerben, Debattierwettbewerb und Poetry Slam teil.

Organisiert wurden alle Veranstaltungen von der Deutschen Schule Villa Ballester in Buenos Aires und der Fachberatung der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) für Argentinien und Paraguay.

Debattierwettbewerb

Insgesamt 700 Schülerinnen und Schüler aus 34 Schulen begannen im März mit den Vorbereitungen zum Debattierwettbewerb. Über Klassen-, Schul- und Landeswettbewerbe qualifizierten sich jeweils vier Deutschlernende aus Argentinien, Chile, Ecuador und Paraguay für das Finale in Buenos Aires. Ein langer Weg, doch er lohnt sich, meint Camila aus Osorno: „Ich bin so stolz, dass ich meine Schule und mein Land bei diesem Wettbewerb repräsentieren darf.“


Am Freitag, den 25. Oktober, begannen nach einem Workshop mit Schauspielerin und Coach Jule Richter die Vorrunden. „Soll der Führerschein mit 16 eingeführt werden?“ wurde in vier Gruppen debattiert. Jurymitglied Berenike Hoffmann-Nohl, ZfA-Fachschaftsberaterin in Paraguay, war beeindruckt: „Das Niveau im Vergleich zu letztem Jahr hat sich extrem gesteigert, sowohl sprachlich als auch inhaltlich.“ Die Entscheidungen für das Finale in der Deutschen Botschaft, die die Schirmherrschaft über die Wettbewerbe übernommen hatte, fielen knapp aus.

Dort stand dann am Samstag eine brandaktuelle Frage zur Debatte: „Soll die Inklusion an lateinamerikanischen Schulen obligatorisch sein?“ Die Finalisten setzten sich mit großem Fachwissen profund, kreativ und leidenschaftlich mit dem Thema auseinander. Schließlich lag Alejandro Potón von der Deutschen Schule Quito vorn. Mitstreiterin Debora Penner vom Colegio Loma Plata in Paraguay stellte fest: „Man lernt, sich von seiner eigenen, voreingenommenen Meinung zu lösen und sich auf Argumente zu stützen.“

Poetry Slam

Auch beim Poetry Slam trafen zum zweiten Mal Schülerinnen und Schüler aus Paraguay und Argentinien in Buenos Aires zusammen. Acht Finalisten hatten sich über Landeswettbewerbe der Deutschen Schulen qualifiziert. Jeder Teilnehmer hatte zwei selbst geschriebene Texte vorbereitet und präsentierte sie vor Jury und Publikum.


Den Texten der Slammer waren keine Grenzen gesetzt außer einer: Sie durften nicht langweilig sein. So kämpften sie mit Themen wie der verlorenen ersten Liebe, Frauen als Fußballspieler, einer stillen Begegnung mit dem Klavier oder einfach mit kleinen alltäglichen Begebenheiten, die sie virtuos auf der Bühne in Szene setzten.

Am Ende entschied sich die Jury für zwei erste Plätze: Zu den Siegerinnen wurden Araceli Weichselberger vom Colegio Volendam in Paraguay und Noelia Toews vom Colegio Loma Plata in Paraguay gekürt. Den dritten Platz erkämpfte sich Sebastián Blázquez der Deutschen Schule Villa Ballester.

Ein weiterer Schwerpunkt der Wettbewerbe war das gegenseitige Kennenlernen. Fast alle Schüler waren zum ersten Mal in Argentinien, die argentinischen Schüler kennen zum großen Teil ihre Nachbarländer nicht. „Gewinnen ist relativ. Den Wettkampf kann nur einer gewinnen, tolle Erfahrungen machen wir aber alle hier“, fasst Claudia von der Deutschen Schule Quito die Meinung vieler Teilnehmer zusammen.

Gemeinsame Aktivitäten und auch das Zusammenleben mit den Gastfamilien der Deutschen Schule Villa Ballester unterstreichen den Netzwerkgedanken der Initiative. „Das Ziel für die nächsten Jahre wird es sein, das Niveau stetig weiter zu erhöhen und die Debatte in allen Schulen der Region fest im Lehrplan zu verankern“, sagt Stephanie Weiser, ZfA-Fachberaterin für Deutsch in Argentinien und Paraguay.

Bandwettbewerb

Drei Wochen zuvor: Zum ersten Mal in ihrem Leben betreten die Mitglieder der Bands der Deutschen Schulen aus Lanús und Montecarlo ein professionelles Tonstudio. Sie sind die Gewinner des ersten Bandwettbewerbs, der im Rahmen von Deutsch mit Herz und Verstand in Argentinien ausgetragen wurde. Mehr als 1.000 Menschen haben bei der Ausscheidung auf Facebook für ihre Bands abgestimmt. Ihr Preis: Sie dürfen mit den Musikern von Gerrit Rüsken und Band ihre selbst komponierten deutschen Lieder aufnehmen.

Die Band von Gerrit Rüsken ist bereits zum zweiten Mal auf Einladung des Instituto Ballester in Argentinien. Die Mischung aus Lehrauftrag und musikalischer Darbietung ist ihr Erfolgsrezept, mit dem sie die Schüler erreichen.

Die genannten Schulen gehört zu den mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen und über 1.000 Sprachdiplomschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.
Datum: 18.11.2013
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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