Archiv 2013

PASCH-Jugendkurse in Deutschland: eine Tür zu neuen Träumen


Seit das Goethe-Institut 2008 im Rahmen der PASCH-Initiative ein Stipendienprogramm ins Leben rief, haben mehr als 7.100 Lernende ihren Traum wahrgemacht: den Besuch eines Sprachkurses in Deutschland.

„Einmal nach Deutschland zu reisen war schon immer ein Traum für mich. Als ich in der sechsten Klasse war, sagte ich: „Ich möchte unbedingt nach Deutschland gehen, aber zuerst muss ich die Sprache lernen.“ Ich fragte mich: „Wie gut werde ich da Deutsch sprechen müssen?“. Seit diesem Moment habe ich daran gearbeitet. Und wie meine Mutter sagt: „Wenn du arbeitest, bekommst du Früchte!“. Und genau das ist passiert.“
(Natalia Sarrazola Castano)

Wie Natalia haben viele Stipendiatinnen und Stipendiaten lange und konsequent auf das Stipendium hingearbeitet, das Ihnen während eines dreiwöchigen Sprachkurses die direkte Deutschlanderfahrung ermöglicht. Sie sind Schülerinnen und Schüler von Fit-Schulen: von Schulen, die das Goethe-Institut im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) betreut. Dabei handelt es sich um rund 530 Schulen in 115 Ländern, an denen Deutsch einen besonders hohen Stellenwert hat. An mehr als zwei Drittel der Fit-Schulen wird Deutsch als zweite Fremdsprache unterrichtet und eine Vielzahl der Schulen hat eine naturwissenschaftlich-technische Ausrichtung.

Vielfalt der Schulen im PASCH-Netzwerk

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Jugendkurses in Duderstadt besuchen unter anderem folgende Schulen:

  • Das Nationale Gymnasium für Informatik Nr. 5 in Bischkek, der Hauptstadt Kirgisistans. Diese Schule ist das einzige Gymnasium in Kirgisistan mit dem Schwerpunktfach Informatik. Das Fach Informatik wird hier schon ab der 2. Klasse unterrichtet.
  • Das Colégio Anchieta in Salvador de Bahía, Brasilien. Das Colégio Anchieta – eine Schule mit über 3.000 Schülerinnen und Schülern – legt besonderen Wert auf eine humanistische Ausbildung.
  • Das St. Margarets College, Girls‘ Junior Lyceum in Malta. Die Schule gehört seit 2013 zum Partnerschulnetzwerk. Dort gibt es unter anderem das Unterrichtsfach Europäische Studien.
  • Das Gymnasium in Ropica Polska, im Süden Polens. Die Schule legt besonderen Wert auf interkulturellen Austausch und auf das Erlernen von Fremdsprachen. Sie wurde mit dem internationalen Sprachsigel, dem European Language Label für innovative Initiativen und neue Techniken im Bereich der Fremdsprachenlehre ausgezeichnet.

Erlebnis Jugendkurs

Neben dem Sprachunterricht, der in den Jugendkursen im Mittelpunkt steht, wird in projektbezogenen Unterrichtseinheiten auch auf Themen wie Umwelt, Mobilität oder Stadtentwicklung eingegangen. So konnten die Jugendlichen in Duderstadt in diesem Jahr am Projekttag eigenhändig Experimente zu alternativen Energien durchführen, die ihnen in einem mobilen Forschungslabor, der Solarakademie on Tour, bereitstanden. In Freiburg erstellte eine Projektgruppe eine einstündige Radiosendung, die auf Radio Dreyeckland gesendet wurde. An mehreren Kursorten gab es außerdem Projekttage und andere gemeinsame Veranstaltungen mit deutschen Schulen.


„Das beste für mich war (…) das Projekt in der Wöhlerschule, wo wir den ganzen Tag mit einem Partner oder einer Partnerin arbeiten mussten, um bei verschiedenen Projekte mitzumachen: Kunst, Geschichte und Sport, oder Theater und Ökologie. Mit der Geschichteklasse haben wir auch einen kleinen Ausflug gemacht, einen zur Paulskirche und den anderen zum Geldmuseum, ich bin zur Paulskirche gefahren, das war sehr schön und interessant, da ist in Deutschland die Demokratie geboren. Zurück in der Schule haben wir unsere Partner in die Jugendherberge eingeladen, weil wir eine Party mit ihnen machen wollten. Viele sind gekommen und es hat viel Spaβ gemacht, und wir haben viel mehr Deutsch gelernt.“
(José Miguel Fernandez)

Durch Ausflüge und Exkursionen lernen die Stipendiatinnen und Stipendiaten deutsche Städte, Museen, Unternehmen und Hochschulen kennen.

Auch gleichaltrige deutsche Schülerinnen und Schüler nehmen im Rahmen eines Praktikums an den PASCH-Sommerjugendkursen teil. Sie unterstützen die Jugendlichen aus aller Welt beim Deutschlernen und tauschen sich mit ihnen über Alltagsthemen aus. So erhalten die Stipendiatinnen und Stipendiaten einen authentischen Blick auf das junge Deutschland. Dabei engagieren sich auch Stipendiatinnen und Stipendiaten der START-Stiftung, die engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund fördert.

Internationale Begegnung

Die größte Besonderheit der Kurse ist aber wohl ihre Internationalität. Bis zu 21 Nationen waren 2013 in einem Kurs vertreten.

„Natürlich habe ich sehr viel Deutsch gelernt und dieses Stipendium hat mir gezeigt, dass die Beschäftigung mit der Kultur die beste Weise ist, eine Sprache zu lernen. Aber ich habe noch mehr Sachen erlebt als nur Deutschlernen, zum Beispiel etwas über die Unterschiede der ganzen Welt erfahren.“
(Julissa Rodriguez Jimenez.)

Nach dem Kurs bleiben die Alumni oft jahrelang über die sozialen Medien und PASCH-net miteinander in Kontakt. Viele äußern nach dem Kurs den Wunsch in Deutschland zu studieren. Andere möchten in Zukunft gerne selbst Deutsch unterrichten.

„Ich bin sehr dankbar für das Projekt PASCH und es erleben zu können. Ich denke, Varenholz war eine sehr wichtige Erfahrung für mich und meine Zukunft und eine Tür für neue Träume. Mein Ziel ist, mithilfe eines Stipendiums an einer Pädagogischen Hochschule in Deutschland zu studieren.“
(Sindy Melissa Metaute Arango)

Datum: 07.11.2013
Quelle: Lena Schwerdtner, Goethe-Institut München
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