Archiv 2013

Hochschul-Zertifikatskurs an der DS Shanghai EuroCampus


Anfang Oktober 2013 wurde erstmals an einer Deutschen Auslandsschule der Hochschul-Zertifikatskurs „Betriebswirtschaft“ umgesetzt. 29 Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule Shanghai EuroCampus nahmen daran teil.

Der Kurs ist Bestandteil des Bildungsangebotes „Economist Pass – University Further Education“, das von einem Netzwerk deutscher Wissenschaftler und Wirtschaftspraktiker getragen wird, dem die Universität Duisburg-Essen, die Fachhochschule Köln und die Westfälische Wilhelms-Universität Münster angehören.

Wie sollte ein Unternehmen idealerweise aufgebaut und organisiert sein? Welche Rolle spielen Businesspläne für den unternehmerischen Erfolg? Und was verbirgt sich hinter Begriffen wie Jahresabschluss oder Bilanzierung? 29 Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler der DS Shanghai EuroCampus haben sich in den Herbstferien 2013 intensiv mit betriebswirtschaftlichen Themen beschäftigt – auf Universitätsniveau. Angeleitet von Professor Dr. Erich Hölter, Professor für Management und Controlling an der Fachhochschule Köln, und Kathrin Neunteufel, Diplom-Wirtschaftssinologin und Projektmanagerin, erarbeiteten sie sich an fünf Tagen betriebswirtschaftliches Verständnis.

Wirtschaftswissen schon vor dem Studium vermitteln

„Wir möchten das Interesse an Wirtschaftsthemen und damit verbundenen Berufsbildern wecken und Jugendliche dabei unterstützen, Wirtschaft zu verstehen“, sagt Professor Dr. Hölter. Deshalb ist das Lehrangebot, das Dozenten der Fachhochschule Köln mit der Universität Duisburg-Essen entwickelt haben, für teilnehmende Schülerinnen und Schüler kostenlos und wird von Sponsoren aus der freien Wirtschaft finanziell unterstützt. Der zertifizierte Hochschulkurs ist eines von drei kombinierbaren Studienmodulen des Abschlusses „Economist Pass – University Further Education“. Pro Modul werden nach erfolgreicher Prüfung jeweils fünf Leistungspunkte (Credits) vergeben, die später auf Studiengänge angerechnet werden können. Insgesamt umfasst der „Economist Pass“ 15 Credits und neben Betriebswirtschaft die Themenbereiche Volkswirtschaft und Wissenschaftstheorie.

Schüler lernen kompakt und praxisorientiert


Wie gut das Bildungsangebot bei den Schülerinnen und Schülern ankommt, zeigte sich in den Herbstferien auf dem EuroCampus: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten konzentriert den Vorträgen und erarbeiteten sich Kursinhalte in Gruppen. „Trotz des Umfangs konnten wir uns den Stoff merken“, sagt Julia Zhang aus der 12a. „Besonders hat mir gefallen, dass wir die Theorie auf eigene Firmenideen wie zum Beispiel ein Unternehmen, das Wunderpillen gegen Muskelkater produziert, anwenden konnten.“

Der stellvertretende Schulleiter Marc Vehlow, der die Organisatoren auf der Bildungsmesse didacta kennengelernt hat, hält den „Economist Pass“ für eine wertvolle Ergänzung zu den Aktivitäten, die im Rahmen der Studien- und Berufsberatung am EuroCampus laufen. „Die Jugendlichen sind intensiv in die Uniwelt eingetaucht, haben fachbezogen gelernt und sich wissenschaftliche Arbeitstechniken angeeignet.“

Auch aus der Sicht des Studien- und Berufsberaters Ludger Sobkowiak ist der Kurs ein Einsatz mit Gewinngarantie: „Bei vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist das wirtschaftliche Interesse und damit der entsprechende Studienwunsch geweckt oder verstärkt worden – und die anderen wissen jetzt genauer, dass sie etwas anderes studieren wollen.“

Während die Schülerinnen und Schüler auf die Ergebnisse ihrer Abschlussprüfung warten, die noch in Deutschland beurteilt wird, überlegen die Organisatoren schon, wann in Shanghai das zweite Studienmodul umgesetzt werden könnte. Denn um den Erfolg des Projektes zu ermitteln, braucht es keine aufwendige betriebswirtschaftliche Berechnung.

Die Deutsche Schule Shanghai EuroCampus gehört zu den mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 21.10.2013
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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