Archiv 2013

Deutsches Sprachdiplom nun auch in Israel


Die Rabin High School in Eilat bietet als erste Schule in Israel ihren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich im Deutschunterricht auf die Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz (KMK) vorzubereiten.

Damit gehört die Rabin High School zu den über 1000 von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) geförderten Sprachdiplomschulen weltweit.

Vielleicht steht der Namensgeber der Schule in gewisser Weise Pate. Vielleicht strahlt das Wirken Yitzhak Rabins, der insbesondere in seiner Amtszeit als israelischer Ministerpräsident um Frieden, Dialog und Annäherung bemüht war, noch heute auf das Schulleben aus. Es ist die Rabin High School in Eilat, die als erste israelische Schule einen Antrag auf Genehmigung zur Durchführung von Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom der KMK – Erste Stufe gestellt hat. Auf seiner Sitzung im September hat der Zentrale Ausschuss des DSD der KMK zugestimmt, so dass im März 2014 erstmalig Schüler einer israelischen Schule an der DSD I-Prüfung teilnehmen werden.

Bedeutsame Entwicklung

„Ich freue mich“, so der deutsche Botschafter Andreas Michaelis in Israel, „dass die Rabin High School Eilat das DSD I einführt. Junge Israelis sind neugierig auf Deutschland, auf deutsche Kultur und die deutsche Sprache. Vor dem Hintergrund unserer gemeinsamen Geschichte und den Grauen der Shoah ist dies eine bedeutsame Entwicklung. Wenn sich heute junge Israelis dafür begeistern, Deutsch zu lernen, zeigt dies auch, wie sich die Beziehungen zwischen unseren beiden Länder gewandelt haben.“


„Und dabei sind die Bedingungen für den Deutschunterricht an der Schule nicht einfach: Volle Stundentafeln stellen die Deutschlehrerin Petra Tänzer und die Schüler, die Deutsch fakultativ als dritte Fremdsprache gewählt haben, vor organisatorische Herausforderungen“, berichtet Heike Juras-Bremer, Fachberaterin der ZfA für Deutsch in Israel. Aber aufgrund des Engagements von Tänzer, der Unterstützung von Schulleitung und Fachberatung und vor allem aufgrund des Interesses der Schülerinnen und Schüler, die deutsche Sprache zu erlernen und dabei der Kultur Deutschlands und der anderen deutschsprachigen Länder zu begegnen, werden auch diese Schwierigkeiten gemeistert.

Die Motive der Jugendlichen, Deutsch zu lernen, sind ganz unterschiedlich: bei einigen ist es der Wunsch, später in Deutschland zu studieren, denn die deutschen Universitäten genießen in Israel einen guten Ruf. Eine Reihe von Schülern hat Deutschland bereits besucht, z.B. im Rahmen von Austauschprogrammen, und möchte nun die Sprache erlernen. Andere haben dort Verwandte. „Und manchmal ist es auch einfach der Wunsch, ins hippe Berlin zu reisen“, ergänzt Juras-Bremer.

DSD – hohe Akzeptanz bei Schülern und Eltern

“Die Tatsache, dass es sich bei der DSD-Prüfung um ein weltweit anerkanntes Diplom in Deutsch als Fremdsprache handelt, erhöht die Akzeptanz bei Eltern und Schülern“, so Deutschlehrerin Tänzer. Fachberaterin Juras-Bremer betont: „Die erfolgreiche Einführung der DSD-Prüfung kann ein wichtiges Signal für die weitere Entwicklung des Deutschunterrichts an israelischen Schulen sein und die Stellung des Faches Deutsch insgesamt stärken.“

Das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern. Die Prüfungssätze werden von der ZfA in Köln erstellt. Hier findet auch die Auswertung der Ergebnisse statt. Alle Regularien des DSD werden im Zentralen Ausschuss behandelt. Die Sprachdiplomprüfung ist mehr als eine bloße Sprachfeststellungsprüfung. Sie hat darüber hinaus Auswirkungen auf den Deutschunterricht in vielen Ländern und ermöglicht eine weltweite Vergleichbarkeit der Leistungen, weil sie am Europäischen Referenzrahmen für Sprachen orientiert ist.

Die Rabin High School in Eilat gehört nun zu den mehr als 1.000 Sprachdiplomschulen und den 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 17.10.2013
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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