Archiv 2013

Deutsche und russische Schüler diskutieren die Zukunft


20 deutsche und russische Schülerinnen und Schüler tauschten sich im September in Hamburg und Sankt Petersburg zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen aus.

Organisiert wurde das deutsch-russische Schüleraustauschprojekt von der Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg in Kooperation mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) und dem Bildungskomitee der Stadt Sankt Petersburg. Das Austauschprojekt der beiden Partnerstädte beinhaltete zwei aufeinander aufbauende Seminarphasen, die vom 6. bis 9. September in Sankt Petersburg und vom 20. bis 24. September in Hamburg stattfanden. Das Thema lautete „Zukunft, … wie kann ich sie gestalten?“

Als zentrale Moderationsmethode wurde die sogenannte „Zukunftswerkstatt“ eingesetzt, eine von den Zukunftsforschern Robert Jungk, Rüdiger Lutz und Norbert R. Müllert erarbeitete Methode. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit verschiedenen Themen, zum Beispiel Datenschutz und Migration, und starteten mit einer Bestandsaufnahme. In was für einer Welt leben junge Menschen heute? Sie „träumten“ von Visionen für ein friedliches Zusammenleben und entwickelten schließlich persönliche Ideen für die Gestaltung einer besseren Zukunft. Ziel war es, ein Gefühl für die Zukunft und ein Vertrauen in die eigene Kraft zu erlangen sowie Ängste vor der Zukunft abzubauen.


„Die vorgegebenen sowie auch selbstgewählten Themen, wie etwa die Frage von Freiheiten und Verboten im Internet, boten einen komplexen Rahmen, der den jungen Menschen half, gesellschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und Eigenverantwortung für sich selbst entwickeln zu können“, resümiert ZfA-Fachberater Gerd Fennefrohn, der im Raum Sankt Petersburg das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (DSD) betreut.

Mit Muttersprachlern im Gespräch

Zehn Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 10 und 11 von vier DSD-Schulen in Sankt Petersburg erhielten die Gelegenheit, neben der Auseinandersetzung mit den Themen, ihre Deutschkenntnisse in einer schwierigen Gesprächssituation mit deutschen Muttersprachlern zu erproben und Fähigkeiten in der konkreten Diskussion zu erwerben. Gesprochen wurde nämlich ausschließlich auf Deutsch.

Die Seminare wurden in beiden Phasen von deutschen Jungmoderatoren geleitet. Dadurch wurde eine Distanz, die häufig ein Lehrer-Schüler-Verhältnis prägt, aufgehoben. „Dieser entspannte Rahmen animierte die russischen DSD-Schülerinnen und -schüler zum freien Sprechen, denn trotz jahrelangem Deutschunterricht haben viele immer noch Hemmungen im mündlichen Sprachgebrauch", so Fennefrohn, der zusammen mit Barbara Beutner, einer Projektleiterin des Auslandsreferates der Hamburger Schulbehörde, dieses Projekt realisiert hat.

Die vier beteiligten Schulen in Sankt Petersburg gehören zu den rund 1000 Sprachdiplomschulen in aller Welt, die von der ZfA betreut werden und die ihre Schülerinnen und Schüler auf das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz vorbereiten. Das DSD ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern. Die Prüfungssätze werden von der ZfA in Köln erstellt. Hier findet auch die Auswertung der Ergebnisse statt. Alle Regularien des DSD werden im Zentralen Ausschuss behandelt. Die Sprachdiplomprüfung ist mehr als eine bloße Sprachfeststellungsprüfung. Sie hat darüber hinaus Auswirkungen auf den Deutschunterricht in vielen Ländern und ermöglicht eine weltweite Vergleichbarkeit der Leistungen, weil sie am Europäischen Referenzrahmen für Sprachen orientiert ist.

Datum: 30.09.2013
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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