Archiv 2013

Russische Stipendiaten der Studienbrücke im Informatikcamp der Universität Passau


Vom 22. bis 26. Juli 2013 fand das 18. Informatikcamp der Universität Passau statt. Im Interview berichten die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienbrücke aus Russland von ihren Eindrücken.

Bei besten, hochsommerlichen Temperaturen fand vom 22. bis 26. Juli 2013 das internationale Informatiksommercamp der Universität Passau statt. Bereits zum 18. Mal richteten sich die Veranstalter damit an informatikinteressierte junge Leute, die demnächst ihr Studium aufnehmen wollen, z.B. Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe. Auf die insgesamt 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer warteten eine spannende Projektarbeit und interessante Vorlesungen zu Themen wie „Virtuelle Welten“ und „App-Entwicklungen“. Neben Informatikkenntnissen wurden jedoch auch Soft Skills wie Teamfähigkeit, Präsentationstechniken und effizientes Arbeiten vermittelt.

Auch vier Stipendiatinnen und Stipendiaten aus Russland konnten über das Förderprogramm „Studienbrücke“ und dank der Stipendienförderung der Universität Passau an dem Sommercamp teilnehmen. Die Studienbrücke richtet sich an exzellente und nachweislich an einem Studium in Deutschland interessierte Schülerinnen und Schüler der vom Goethe-Institut betreuten PASCH-Schulen. Im Interview für PASCH-net berichten Anna (16), Natalia (18) und Alexandr (18) von ihren Eindrücken.

In Russland steht ihr kurz vor eurem Schulabschluss oder studiert bereits Fächer wie Angewandte Mathematik, Physik und Informatik. Was motiviert euch, Deutsch zu lernen?

Natalia: Ab Herbst 2013 möchte ich Informatik in Deutschland studieren. In diesem Jahr werde ich hierzu das Studienkolleg besuchen.
Anna: Mein Studienwunsch: Wirtschaftsinformatik in Deutschland. Ich habe noch ein Jahr Schule und dann habe ich vor, nach Deutschland zu fahren.

Seid ihr zum ersten Mal in Deutschland?

Alle im Chor: Nein.
Natalia: Das ist schon mein fünftes Mal in Deutschland und mein zweites Mal in Passau. Ich habe bereits einen Deutschkurs am Goethe-Institut besucht. Im Februar habe ich eine Studienreise gemacht. Wir waren in München und haben auch andere Städte besichtigt.

Was ist dir an Deutschland aufgefallen?

Alexandr: Ordnung! Hier ist alles sehr ordentlich (lacht).

Warum möchtet ihr in Deutschland studieren?

Anna: Ich glaube, dass die Ausbildung an deutschen Universitäten sehr gut ist. Das haben auch verschiedene Ratings gezeigt. Auch wenn ich später in Russland als Informatikerin arbeiten wollen würde, wäre eine Ausbildung in Deutschland sehr hilfreich.

Was glaubt ihr, welche Herausforderungen wird es geben?

Anna: Alles zu verstehen, was in den Vorlesungen gesagt wird, wird bestimmt schwierig. Im Moment haben wir Sprachkenntnisse auf dem Niveau B2, für das Studium brauchen wir aber C1.

Welcher Programmpunkt hat dir in dieser Woche besonders gefallen? Was habt ihr hier gelernt?

Natalia: Das Informatikprojekt selbst. Wir waren alle in der derselben Projektgruppe und die Lehrer haben uns bei sprachlichen und inhaltlichen Verständnisproblemen geholfen. Es war schwer, aber sehr interessant.

Hat dich die Reise und das Informatikercamp in deiner Studienwahl/Studienplanung bestärkt?

Anna: Ja, vor allem hat es mich darin bestärkt, hier in Deutschland studieren zu wollen. Ich denke aber, dass ich eher Wirtschaftsinformatik studieren möchte, und nicht z.B. Physik und Informatik. An welcher Universität genau, weiß ich aber noch nicht.

Kommentare zum Informatiksommercamp 2013 an der Universität Passau:

Alexandr Libermann: „Die Organisierung des Camps war prima. Als wir nach Passau in der Nacht gefahren sind, wurden wir von einem jungen Studenten getroffen. Die Registrierung war sehr schnell und die Mitarbeiter waren sehr freundlich. Prof. Dr. Dirk Beyer hat sehr interessant die Vorlesungen gehalten, aber es war ein kleines Problem, dass er so schnell geschrieben hat. Aus diesem Grund haben wir nicht alles verstanden. Die Arbeit in Gruppen war spannend, weil unsere Betreuer waren klug und lustig. Sie haben sehr oft ungewöhnliche Ideen vorgeschlagen. Am besten hat mir der KLETTERPARK gefallen. Das hat uns mit positiven Emotionen aufgeladen und half uns an einem Strang ziehen. Ich habe sehr viel Informationen über das Studium im Passau bekommen. Ich möchte weiter mit dieser Universität arbeiten.“

Anna Seliverstowa: „Ich freue mich sehr, dass ich die Möglichkeit hatte, die Universität Passau zu besuchen. Es war sehr schön! Was mir besonders gefallen hat? Natürlich die Projektgruppen, in denen wir gearbeitet haben, z. B. meine Gruppe „JRobots“ und die Vorlesungen in der Universität. Es war auch toll, so viel Zeit mit den deutschen Studenten und Schülern der Oberstufe zu verbringen. Wir haben die Unterschiede gesehen, die die deutschen Schüler und Studenten von den russischen unterscheiden. Und wir haben eine Vorstellung bekommen, wie die Vorlesungen in den deutschen Universitäten aussehen. Also, ich habe sehr viel neue und nützliche Information bekommen. Ob ich später Informatik in der Universität Passau studieren werde, bin ich jetzt nicht sicher, weil ich auch Überblick über die anderen Universitäten haben möchte. Aber wahrscheinlich, kann ich mich für die Uni Passau entscheiden. Noch einmal danke für eine solche schöne Reise.“

Natalia Krylowa: „Vor einem Monat kam ich aus Passau zurück, aber ich bin immer noch erfüllt von den Eindrücken. Früher nahm ich an verschiedenen Sommercamps teil, aber eine solche Veranstaltung in Deutschland besuchte ich zum ersten Mal. Am meisten prägten sich Vorlesungen und Projektarbeit ein. Sie halfen mir, mir eine Vorstellung über die Bildung in deutschen Universitäten zu machen und mich für einige Zeit wie eine Studentin zu fühlen. Dadurch verstand ich, dass ich eine richtige Wahl machte, nicht nur in Deutschland zu studieren, sondern auch ein Studienkolleg zu besuchen. Ein Grund dafür ist, dass nicht alles, was der Professor sagte oder schrieb, für mich verständlich war, weil meine Fachsprachkenntnisse mangelhaft waren. Obwohl wir eine Sprachbarriere hatten, waren alle Professoren immer bereit, uns zu helfen und auf unsere Fragen zu antworten. Deshalb im Lauf der Stunden verbesserte ich meine Kenntnisse im Bereich Informatik und besonders in der Programmierungssprache Java. Die Universität Passau besuchte ich schon zum zweiten Mal und blieb bei der positiven Meinung über diese Hochschule. Sehr informativ fand ich eine der Vorlesungen, in der die Bachelor- und Master-Studenten und Professoren etappenweise über den Lernprozess und die Arbeit an der Universität erzählten. Einen großen Eindruck machte Passau auf mich. Diese Stadt auf drei Flüssen erweist sich als erstaunlich schön, und wir gingen abends auf der Uferstraße gern spazieren. Ich bedanke mich bei Goethe-Institut und Universität Passau für die Möglichkeit, an dem Informatiksommercamp teilzunehmen.“

Julia Elsner, Expertin für Unterricht der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH): „Natalia Krylowa hat die Aufnahmeprüfung ins Studienkolleg Karlsruhe geschafft und beginnt ihr Studium dort ab Oktober! “

Im Februar besuchten die Stipendiaten der „Studienbrücke“ im Rahmen der Schnuppertour „Studieren an Bayerischen Universitäten“ insgesamt fünf Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern. Nach dem Besuch der Universität Passau ergab sich für Stipendiatinnen und Stipendiaten außerdem die Möglichkeit, sich um einen Stipendienplatz beim Informatiksommercamp an dieser Universität zu bewerben. Vier Stipendiatinnen und Stipendiaten aus Russland haben es geschafft und wurden zum Uni-Camp im Juli eingeladen. In ihrem Reisetagebuch (PDF, 180kB) erfahrt ihr mehr darüber, wie es ihnen ergangen ist.
Datum: 07.08.2013
Quelle: Miriam Irle, Goethe-Institut München und Julia Elsner, Goethe-Institut Moskau
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