Archiv 2013

Weite Klassenfahrt ins Studentenparadies


Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule in Quito besuchten die Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) im Rahmen einer Probestudienwoche.

„Jena ist eine sehr interessante Mischung aus Großstadt und Dorf“, sagt Kamilia Armijos. Das 15-jährige Mädchen stammt aus Quito, in der Hauptstadt von Ecuador leben rund 1,4 Millionen Menschen. Sie und ihre sechs Mitschülerinnen und Mitschüler von der Deutschen Schule in Quito schwärmen „von den sehr netten Menschen“ in Jena, die sie bei ihrem Besuch kennenlernen konnten. Die sieben Schülerinnen und Schüler verbrachten mit ihrer Lehrerin Zita Adamíková eine Probestudienwoche an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU). Ermöglicht wurde ihnen die Reise nach Deutschland durch eine Förderung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) im Rahmen der Betreuungsinitiative Deutsche Auslands- und Partnerschulen sowie eine finanzielle Unterstützung durch die Universität.

Ideale Voraussetzungen für ein Studium in Deutschland

„Die Schüler legen in ihrem Heimatland das deutsche oder das internationale Abitur ab, sprechen perfekt Deutsch und haben damit ideale Voraussetzungen für ein Studium in Deutschland“, sagte Prof. Dr. Eva Schmitt-Rodermund. „Mit der Probestudienwoche möchten wir sie für ein Studium in Jena motivieren“, nannte die Studiendezernentin der Uni Jena den Anlass für die weite „Klassenfahrt“. Schmitt-Rodermund hatte vor vier Jahren eine Messe an der Deutschen Schule in Quito – die mit 1.600 Schülern eine der weltweit größten Deutschen Auslandsschulen ist – besucht und den Austausch angeregt. Die neue Kooperation hat sie gemeinsam mit der Zentralen Studienberatung und dem Internationalen Büro der FSU initiiert. Dessen Leiter Dr. Jürgen Hendrich freute sich, die erste Schülergruppe aus Lateinamerika an der Universität begrüßen zu können.


Auch Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke nahm sich die Zeit, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und fühlte sich sichtlich wohl. Vorausgegangen war ein Wettbewerb, bei dem Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule in Quito ab der 10. Klasse Aufsätze oder Filme zum Thema „Die Welle“ einreichen konnten. „Jena ist bekannt für seine Forschungen in den Bereichen Optik und Photonik, aber der Begriff ist nicht nur als Lichtwelle, sondern auch im übertragenen Sinn als Bewegung oder Wandel zu verstehen", erklärte die Leiterin des Studienplatzmarketings, Dr. Beate Grat, den Hintergrund des Themas. Eine Jury bewertete die eingereichten Arbeiten und kürte schließlich die Siegerinnen und Sieger.

Klassenfahrt mit straffem Programm

Dass es sich um keine Klassenfahrt handelte, sondern auf sie ein straffes Programm wartete, war den Jugendlichen bewusst: „Wir wollen ja die Universität kennenlernen", sagte Andrés Widmer, der wie vier Mitschülerinnen bereits Deutschlanderfahrung hat. Doch schon nach kurzem Aufenthalt konnten sich alle „vorstellen, in Jena zu studieren“, wie der 18-Jährige betont. Es gefiel den Südamerikanern. Sie besuchten Jenaer Sehenswürdigkeiten wie Planetarium und Optisches Museum und erkundeten die Umgebung bei einer Wanderung. Einblicke in den Uni-Alltag erhielten sie ebenso wie Gelegenheit zum Feiern: beim Sommerfest der Graduiertenakademie.

Aber vor allem wurden die Schülerinnen und Schüler bei der Studienfachwahl unterstützt: In einem Kompetenztest wurden sie von Studienberatern über ihre Stärken und Schwächen aufgeklärt und während des Hochschulinformationstages konnten sie sich über das Studienangebot der FSU informieren. „Der Hochschulinformationstag war sozusagen der krönende Abschluss ihres einwöchigen Aufenthaltes in Jena, denn dort traten sie bei „Schlag den Prof“ gegen ein Professorenteam an", so Beate Gräf.

Warum man in Ecuador Deutsch lernt, hat oft etwas mit Familienbanden zu tun. Doch Nacia Álava bekennt zudem: „Deutsch öffnet viele Türen" – und so will sie auf jeden Fall in Deutschland studieren. Jena gehört dabei zu den favorisierten Orten.

Datum: 01.08.2013
Quelle: FSU Jena

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