Archiv 2013

Deutsch und Fußball – eine tolle Kombination!


Zehn junge Fußballerinnen und Fußballer aus Ägypten nahmen am zweiten PASCH-Kickerclub in Kleinaspach in Deutschland teil – tägliches intensives Fußballtraining und ein Deutschkurs.

Die drei Schülerinnen und sieben Schüler hatten sich im Vorfeld nicht nur mit fortgeschrittenen Deutschkenntnissen, einer schriftlichen Bewerbung und Nachweis von fußballerischem Talent qualifiziert, sondern gehörten auch noch zu den besten im PASCH-Assessment-Center.

Schon vor Beginn der Reise sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgeregt: „Wer nimmt denn noch an dem Camp teil?“ „Wie viele Stunden täglich trainieren wir?“ „Wie gut spielen die anderen Teilnehmer Fußball?“ – dies sind nur einige der Fragen, mit denen die Schülerinnen und Schüler das PASCH-Team kontaktieren. Leider können wir sie manchmal auch nur vertrösten – bald werden sie vor Ort sein und es wissen.

Als es Ende Juni endlich losgeht, fahren die Jugendlichen dennoch mit gemischten Gefühlen – allerdings aus ganz anderen Gründen: die politische Situation und die angekündigten Demonstrationen in Ägypten beschäftigen eben nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die kommende Generation.

Am Kursort, einem kleinen Dorf auf der Schwäbischen Alb treffen Maggie, Aly, Mostafa und die anderen auf die weiteren Fußballerinnen und Fußballer aus den Niederlanden, Finnland, Schottland, Dänemark, Island, England, Schweden und der Türkei. Da fallen schon ein paar sportlich-kritische Blicke!

Intensives Training und Deutschunterricht

Die anfängliche Skepsis ist aber schnell verflogen, als es zum Einstufungstest und zum ersten Unterricht geht, der den Jugendlichen großen Spaß macht, geht es doch auch hier um Fußball. „Torwart“, „Abseits“ oder „Mittelfeld“ – solche Vokabeln lernen die jungen Spielerinnen und Spieler gerne. Trotzdem: dem ersten Training wird entgegengefiebert. Jörg Amthor, Trainer der Deutschen Fußball-Akademie, macht gleich zu Beginn klar, wer auf dem Feld das Sagen hat: er und seine beiden Co-Trainer: „Erst zuhören, dann fragen!“ Und dann werden die Mädchen und Jungen ganz schön gefordert. Jörg erklärt sein Konzept: „Wir haben hier ein paar sehr fitte Spieler und einige, die offensichtlich noch sehr wenig Spielerfahrung haben. Daher teilen wir die Jugendlichen in drei Gruppen ein, von sehr intensivem Training für Fortgeschrittene bis zu – nicht weniger intensivem – eher spielerischem ersten Umgang mit dem Ball.“ Schnell wird klar, dass diese Einteilung nichts mit dem Geschlecht zu tun hat: „Wir haben zwei oder drei Mädchen dabei, die sehr stark sind und zu Hause fünfmal in der Woche trainieren. Die können locker mit den Jungen mithalten,“ grinst der Trainer.

Und, wie ist das Fazit des ersten Tages? „Ich bin so k.o.!“ stöhnt Nereen aus Kairo.

Im Laufe der Woche wird dem internationalen Team so einiges geboten: die Schülerinnen und Schüler interviewen den Bürgermeister des Dorfes und stehen selbst einem Journalisten Rede und Antwort. Außerdem gibt es einen Ausflug ins Hoffenheimer Fußballstadion und ein Freundschaftsspiel mit einer örtlichen Fußballmannschaft – leider verloren.

Und wie hat es den jungen ägyptischen Spielerinnen und Spielern gefallen? Moutaz fasst den Eindruck der Gruppe zusammen: „Es war viel zu kurz – wir wollen noch nicht wieder zurück!“

Datum: 18.07.2013
Quelle: Goethe-Institut Ägypten

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