Archiv 2013

Zweite PASCH-Sommerschule des DAAD in Tadschikistan


Zum zweiten Mal organisierte der DAAD mit vollem Erfolg eine Sommerschule in Tadschikistan. Das bunte Programm wird den 36 Schülerinnen und Schülern, die an dem zweiwöchigen Camp teilnahmen, lange im Gedächtnis bleiben.

Wurden Sie jemals von einem Arzt der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ unterrichtet?
Haben Sie jemals einem Österreicher oder einer Schweizerin die Hand geschüttelt?
Haben Sie sich jemals in den Bergen den Bauch mit Melone vollgestopft?
Durften Sie jemals eine Landmine anschauen und alles darüber lernen?
Haben Sie jemals ein Mobile zum Thema „Wasser und Dürre“ gebaut?
Waren Sie jemals in einem Fünf-Sterne-Hotel zum Teetrinken?
Saßen Sie jemals im Cockpit eines nagelneuen Fliegers?
Haben Sie jemals selbst Honig gewonnen?

All das und noch vieles mehr erlebten die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler während der Sommerschule in Tadschikistan! 14 deutschsprachige Referentinnen und Referenten gestalteten zwei Wochen lang spannenden Unterricht. Tutorinnen und Tutoren organisierten unglaubliche Ausflüge und eine Fotosafari – und alle gemeinsam übten sich in deutscher Kochkunst.

Lehrreich war diese Zeit allemal, und das nicht nur aufgrund der Vielfalt an Fragestellungen und Themen, die die Referentinnen und Referenten mit den Teilnehmenden auf Deutsch erarbeiteten. Thematisch ging es von Bienenzucht über Tuberkulose bin hin zu Mathematik, Wirtschaft, Medien und Präsentationstechniken. Auch die Möglichkeit Deutsch zu hören, zu singen, zu schreiben und sprechen, entfaltete ihr Wirkung und blieb nicht auf den Klassenraum begrenzt. Schon nach wenigen Tagen ertönte Applaus, Applaus der Sportfreunde Stiller in Dauerschleife auf dem Korridor und zu jeder passenden Gelegenheit zitierten die Schülerinnen und Schüler einen Vers aus Schillers Die Teilung der Welt oder ein neu gelerntes Sprichwort.


So wurden Kinder von vier verschiedenen PASCH-Schulen in Khudjand und Duschanbe zusammengebracht, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen: noch besser Deutsch lernen und eines Tages in Deutschland studieren können.

Warum nicht das Thema Umwelt in der freien Natur, neben einem kühlen rauschenden Bach und unter Bäumen entdecken? „Unterricht zum Anfassen und das Erlernte erleben, nennen wir unser Konzept.“, sagten sich die engagierten Tutorinnen und Tutoren Tatjana Wachtel, Hasan Rakhimov, Kyara Klausmann und Rustam Seyidov, setzten die Kinder in Minibusse und fuhren Richtung Varzob. Wandern, spielen, speisen und lernen während direkt daneben die Kühe grasen und mit Brennholz beladene Esel vorbeitrotten.

Die Highlights waren ohne Frage die Ausflüge. Zum Planschen im Pool und Schaschlik-Essen ging es in eine Freizeitanlage nach Romit. Bei der tadschikischen Fluggesellschaft Somon Air servierten uns in einer modernen Boeing Flugbegleiterinnen Getränke und die Augen der Schülerinnen und Schüler strahlten, als sie im Cockpit die Piloten mit Fragen löchern durften. Im Hyatt-Hotel stürmten die Teilnehmenden nach einem spannenden Vortrag und einer sensationellen Kaffeepause die Präsidenten-Suite.


Nachdem die Schulkantine der Schule Nr. 89, die sich freundlicherweise als Durchführungsort für unsere Sommerschule angeboten hatte, alle Beteiligten täglich mit vorzüglichem tadschikischen Essen versorgt hatte, mussten die Schülerinnen und Schüler am letzten Tag nochmal selbst ran: Jetzt wurde deutsch gekocht, und zwar kein Schnitzel mit Sauerkraut, sondern Frankfurter Grüne Soße mit Pellkartoffeln und zum Nachtisch Apfelkuchen. Was auf den ersten Blick ungewohnt war, wurde mit Begeisterung verputzt, obwohl viele auf das frische tadschikische Brot als Beilage dann doch nicht verzichtet haben.

Jetzt spazieren 36 stolze T-Shirts mit der Aufschrift „DAAD-PASCH-Sommerschule Duschanbe 2013“ durch Tadschikistan – und nach den Berichten der Schülerinnen und Schüler wird es an Bewerbungen für die Sommerschule im nächsten Jahr mit Sicherheit nicht mangeln.

Wir danken herzlich der Schule Nr. 89, Nr. 15, Nr. 28 und dem Goethe-Gymnasium, dass sie täglich Ihre Schülerinnen und Schüler für die deutsche Sprache begeistern. Frau Achmedowa danken wir für ihre selbstlose Unterstützung des Projekts und dafür, dass sie den Kindern beibringt, die deutsche Sprache zu lieben.

Besonderer Dank gilt auch den fleißigen Referentinnen und Referenten, die ihre Arbeit bei den unterschiedlichen internationalen Organisationen für unsere Deutschlernenden haben fallen lassen – und großer Dank dem DAAD, dem Goethe-Institut und der ZfA für die finanzielle Unterstützung unserer einzigartigen Sommerschule für die Großen von morgen.

Datum: 11.07.2013
Quelle: Arthur Rapp, Leiter des DAAD-Informationszentrums Duschanbe

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