Archiv 2013

„Deutsch mit Herz und Verstand": drei Wettbewerbe unter einem Dach


Unter der Dachmarke „Deutsch mit Herz und Verstand" hat sich ein internationaler Wettbewerb südamerikanischer Auslandsschulen unter der Schirmherrschaft der Deutschen Botschaft Buenos Aires etabliert.

Am 28. und 29. Juni kamen insgesamt 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus elf geförderten Schulen in der Deutschen Schule Hurlingham zur nationalen Vorausscheidung in Argentinien zusammen. „Sollen alle Schulen zu Ganztagsschulen ausgebaut werden?“, lautete die Frage, die 20 Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Debattenrunden erörtern mussten. Das Beherrschen der Debattenkultur wurde dabei ebenso bewertet wie die Sachkenntnis über das deutsche Ganztagsschulkonzept. Inhaltlich gut vorbereitet konnten die Debattanten mal für und mal gegen die Ganztagsschule überzeugend Position beziehen. Das Thema diente gleichzeitig als Grundlage für die Prüfungen des kommenden Jahres.

Trennungsschmerz und rosa Elefanten

Freie Themenwahl gab es dagegen beim Poetry Slam. Entsprechend vielfältig fiel das Spektrum aus: traurig-reale Situationen wie der Trennungsschmerz wurden ebenso emotional packend vorgetragen wie der unwirkliche Besuch eines rosa Elefanten. Prosaische Alltagsdialoge zwischen Tochter und Mutter wechselten mit zarten Tönen über das Klavierspiel. Auch für Wiebke Oeser von der Deutschen Botschaft Buenos Aires war der Poetry Slam ein lebendiges Beispiel für den Einsatz der deutschen Sprache: „Es hat Freude gemacht, Euch zuzuhören“, teilte sie den jungen Poeten auf der Bühne mit.


Dabei hatte das Publikum fast vergessen, dass es mitten in Argentinien saß, spielten sich doch die Inszenierungen poetischer Texte und der argumentative Schlagabtausch komplett auf Deutsch ab. Das Ergebnis zeigt, dass es überall im Lande Talente gibt: In der Kategorie Debatte gewannen Marina Burkhardt aus Bariloche, Joaquín Crespo aus Córdoba, Erika Giacobbo vom Instituto Ballester Buenos Aires und Celina Proffen von der Goethe Schule Buenos Aires. Die vier Bestplatzierten im Poetry Slam sind Sebastian Blazquez und Laila Hauck vom Instituto Ballester, Sofía Murga aus Córdoba und Lara Sofía Sileika von der Deutschen Schule Hurlingham. Alle Sieger erhielten eine Urkunde und einen Buchpreis von der Deutschen Botschaft. Außerdem dürfen sie am 26. Oktober beim internationalen Wettbewerb antreten und sich mit den Landessiegern aus Chile, Ecuador und Paraguay messen.

Bringt die ganze Auslandsschulfamilie zusammen

Beim Veranstaltungskonzept geht es um mehr als Gewinnen. Bei Spiel und Sport, Kegeln und Grillen fielen die Berührungsängste der zunächst noch fremden Teilnehmer und es wurden untereinander Telefonnummern ausgetauscht. Auch Stephanie Weiser, Fachberaterin für Deutsch in Argentinien und Paraguay der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), freut sich vor allem über das Miteinander der Schüler: „Es ist schön, dass das, was letztes Jahr als Initiative zweier engagierter Lehrer des Instituto Ballester begonnen hat, jetzt die ganze Familie der Auslandsschulen in Argentinien zusammenbringt.“

Dieser Austausch soll auch nach Meinung des Initiators Bernd Buchholz weiterhin bestehen: „Debatte und Poetry Slam haben sich bewährt. Die wird es auch im nächsten Jahr geben. Wir denken aber auch schon über weitere Disziplinen nach, denn wir möchten möglichst viele Neigungen und Talente ansprechen und jede Form nutzen, in der sich die deutsche Sprache äußern kann.“

Bandwettbewerb bleibt spannend

Schon dieses Jahr gibt es eine dritte Kategorie: den Bandwettbewerb. Vier Schulbands haben Videos ihrer selbst komponierten Songs mit deutschen Texten auf einer eigenen Facebook-Seite (Deutsch mit Herz und Verstand Bandwettbewerb) eingestellt. Dort können die Nutzer noch bis zum 15. August ihre Stimme abgeben und mitentscheiden, wer sein Lied in einem Tonstudio aufnehmen darf. Die Musiker aus Montecarlo, von der Deutschen Schule Lanús, dem Instituto Ballester und der Pestalozzi Schule liefern sich online ein Kopf-an-Kopf-Rennen. „Deutsch mit Herz und Verstand“ bleibt spannend!

Die genannten Deutschen Auslands- und Sprachdiplomschulen gehören zu den mehr als 1100 Bildungseinrichtungen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 05.07.2013
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

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