Archiv 2013

Erstes Deutsches Internationales Abitur in Palästinensischen Gebieten


Am 30. Mai wurde in der Deutschen Schule Talitha Kumi bei Bethlehem erstmals das Deutsche Internationale Abitur (DIAP) verliehen. Es war der erste DIAP-Jahrgang in den Palästinensischen Gebieten.

Die DIAP ist weltweit anerkannt und ermöglicht den Schülerinnen und Schülern nicht nur ein Studium in den Palästinensischen Gebieten, sondern auch in Deutschland oder anderen Ländern ihrer Wahl.

Zur Verleihung des ersten Abiturs und des 57. Tawjihis, des arabischen Abschlusses, reiste eigens eine Delegation aus Deutschland an, darunter der Direktor des Schulträgers, dem Berliner Missionswerk, Roland Herpich, Pröpstin Friederike von Kirchbach und der Kirchenpräsident der evangelischen Landeskirche Anhalts, Bischoff Joachim Liebig. Auch Bischoff Munib Younan, Präsident des lutherischen Weltbundes, nahm an der Verleihung teil, sowie der ehemalige Schulleiter Dr. Georg Dürr, der den DIAP-Zweig eingeführt hatte.


Heinrich Ringkamp, stellvertretender Leiter der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, überbrachte die Glückwünsche des gesamten Netzwerks Deutscher Auslandsschulen: „Wenn hier heute erstmalig das deutsche Abitur gefeiert wird, ist dieser Tag auch ein historischer Tag für alle Deutschen Auslandsschulen. Ihr Erfolg schmückt alle Auslandsschulen, für die ich hier heute sprechen darf.“

Enger Klassenverband

Alle Gäste sprachen den zwölf Abiturienten, die die Prüfungen mit Bravour bestanden und im Klassendurchschnitt eine Abitursnote von 1,55 erreichten, große Anerkennung aus, denn damit liegen sie deutlich über dem üblichen Durchschnitt in Deutschland. Die beste Abiturientin hat sogar den Traumschnitt von 1,0 erreicht.

„In den sechs Jahren, die sie in einer Klasse, parallel zu den Klassen, die den arabischen Abschluss machen, verbrachten, entwickelten die Schüler einen engen Klassenverband, in dem Christen und Muslime sowohl aus gut situierten Haushalten, als auch aus schwierigen familiären Verhältnissen gemeinsam lernten“, berichtet Schulleiter Rolf Lindemann.

In ihren Dankesreden betonten die Schüler immer wieder, dass es nicht nur ihrem Fleiß, sondern auch der Unterstützung Talitha Kumis, ihrer Lehrer, ihren Familien und jenem Klassenzusammenhalt geschuldet sei, dass sie es bis zum Abschluss schafften.

Die Deutsche Schule Talitha Kumi gehört zu den mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.
Datum: 06.06.2013
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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