Archiv 2013

Duales Ausbildungssystem auch im Ausland erfolgreich


Das Berufsbildungszentrum (BBZ) am Instituto Ballester in Buenos Aires richtet die regionale Fortbildung für Berufsbildungszentren im Ausland aus. Zentrales Thema einer Veranstaltung war die Unterrichtsentwicklung.

„Wenn wir unser duales System in der Ausbildung in andere Länder übertragen, können wir neue Freunde gewinnen“, so Bundespräsident Joachim Gauck vor kurzem in einem Interview. Tatsächlich bieten von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) geförderte berufsbildende Zweige im Ausland bereits das System der parallelen Ausbildung in Betrieb und Berufsschule an. In Lateinamerika gibt es die duale Ausbildung an folgenden Standorten: in Buenos Aires, Guatemala, La Paz, Lima, Quito, Sao Paulo und Santiago de Chile. Deren Leiter sowie Lehrkräfte dieser Schulen trafen sich zu einer dreitägigen Fortbildungsveranstaltung in Buenos Aires.

Systematische Qualitätsentwicklung

„Auch wenn das duale Ausbildungssystem ein Erfolgsmodell ist und gut läuft, heißt das natürlich noch lange nicht, dass nichts verbessert werden kann. Und so stand folgerichtig auch das Thema Unterrichtsentwicklung im Fokus unserer dreitägigen Veranstaltung“, berichtet Tom Mittelstraß, Studien- und Berufsberater am BBZ. Folgerichtig deswegen, weil schulische Qualität einhergeht mit gutem Unterricht. „Entscheidend für den Lernerfolg ist, was im Unterricht passiert. Nicht die finanzielle Ausstattung der Schule, nicht die Klassengröße, nicht die Homogenität in einer Klasse. Es gilt die alte Fußballerweisheit: Entscheidend ist auf dem Platz“, so Uwe Ries während seines Vortrags. Ries ist Prozessbegleiter der ZfA und unterstützt Deutsche Auslandsschulen dabei, ihre Qualität systematisch weiter zu entwickeln.

Die Fortbildungsteilnehmer beschäftigten sich auch mit dem Thema Projektarbeit, das bereits wichtiger Bestandteil des Curriculums einer jeden Berufsbildenden Schule im Ausland ist und nun weiter verstärkt werden soll. Durch intensive und eigenständige Auseinandersetzung mit ausbildungsbezogenen Themen soll den Schülern mit Projekten Lernen auf verschiedenen Ebenen möglich werden. „Sie bekommen so im Schulalltag die Chance, sich wichtige Kompetenzen wie Eigeninitiative, Engagement, Teamarbeit und Kreativität anhand konkreter Aufgabenstellungen aus der beruflichen Praxis heraus anzueignen“, resümiert Mittelstraß.


Die Schulen in Lateinamerika wollen zukünftig auch länderübergreifend noch stärker zusammenarbeiten. Aktuelles Beispiel ist das so genannte ABB-Projekt: Seit Beginn dieses Schuljahres erarbeiten argentinische, bolivianische und brasilianische Schülerinnen und Schüler in Teamarbeit eine Art Standortatlas zum Thema „Infrastruktur“. Die Ergebnisse werden in einer gemeinsamen Präsentation im Oktober an der Deutsch-Argentinischen Industrie- und Handelskammer in Buenos Aires einem Fachpublikum vorgestellt.

Auslandshandelskammern sind wichtige Partner

Die Auslandshandelskammern (AHK) sind seit jeher wichtige Partner der Berufsbildenden Schulen und repräsentieren den betrieblichen Teil des dualen Systems im Ausland. So war auch Federico Thielemann, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der AHK Argentinien als Dozent am Instituto Ballester zu Gast. „Spannend wie ein Wirtschaftskrimi“, so Agaton Nachtigall, der Leiter des BBZ am Instituto Ballester, sei der Vortrag von Thielemann zum Thema „Argentinien im Fokus“ gewesen.

Weitere, für die Berufsbildenden Schulen besonders relevante Themen wie „Maßnahmen zur Förderung leistungsstarker Schüler“ oder „Berufsabschlüsse in Südamerika und deren Anerkennung in Deutschland“ standen ebenso auf dem Programm wie ein Besichtigungstermin bei Mercedes Benz in Gonzalez Catán.

Die genannten sieben Berufsbildende Schulen gehören zu den mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen, die von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) des Bundesverwaltungsamtes im Auftrag des Auswärtigen Amts und unter Mitwirkung der Länder personell, finanziell und pädagogisch betreut werden. Die ZfA verstärkt die qualitätsorientierte Schulentwicklung und unterstützt die Gründung neuer Schulen mit deutschem Profil. Sie berät lokale Schulen beim Aufbau des Deutschunterrichts und bei der Einführung deutscher Schulabschlüsse nach internationalen Standards.

Datum: 31.05.2013
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
Links zum Thema

PASCH-net und Social Media